Donnerstag, 4. Juli 2024

Die Jubelaußenminister

 Chefredaktion der FAZ

 - Leserbriefe - Betr. Deutschland und Israel – Partnerschaft für die Zukunft, in: FAZ vom 18.5.2005

Sehr geehrte Leserbriefredaktion,

ich bitte um den Abdruck des folgenden Leserbriefes in Ihrer Zeitung: Die Jubel-Außenminister! Der Jubelbeitrag des deutschen und des israelischen Außenministers anläßlich des 40. Jahrestages der Aufnahme bilateraler Beziehungen ist ein Skandalon. Er ist geprägt durch die totale Verweigerung der Wirklichkeit und eine durch nichts zu überbietende Ignoranz. Über welche Länder schreiben Fischer und Schalom eigentlich? Über die Kolonialmacht Israel wohl kaum.

Als Deutsch-Palästinenser finde ich, dass mit der deutschen Selbstgeißelung und der moralischen Erpressung durch Israel und seine Lobby 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Schluss sein muss. Dass Fischer der beste Israel-Lobbyist ist, zeigt seine einseitige Parteinahme für dieses Land. Er hat für alle israelischen Völkerrechtsverbrechen rechtfertigende und verständnisvolle Worte; bei den zahlreichen Ehrendoktorhüten israelischer Universitäten und Ehrungen aller möglichen jüdischen Einrichtungen auch kein Wunder. Fischer als Dr. h. c. der Universität Haifa sollte sich für Professor Ilan Pappe einsetzen, der von Seiten der Universität in seiner Existenz bedroht wird, weil er sich für den Boykott israelischer Universitäten eingesetzt hat, da diese zur Okkupationspolitik bisher kein Wort der Kritik verloren haben.

Es bleibt für mich völlig unverständlich, wie die beiden Herren Israels brutales Besatzungs- und Unterdrückungsregime einfach ignorieren. Wenn sich Deutschland seiner wahren politischen Verantwortung bewusst wäre und die wirkliche Lehre aus den Holocaust-Verbrechen gezogen hätte, würde es seine Stimme gegen die Sharonsche Hinrichtungspolitik à la Apache-Kampfhubschrauber, der Ermordung von fast 600 Kindern und Jugendlichen in den letzten vier Jahren, des Vandalismus der israelischen Armee und der Strangulierungspolitik in den besetzten Gebieten äußern.

Dass Fischer und seinem Kollegen nichts zur völkerrechtswidrigen Errichtung der Mauer (Ihr Korrespondent Bremer hat dafür den Orwellschen Begriff der „Umfassungsanlage“ geprägt, FAZ 17.5.05) auf besetztem palästinensischen Land einfällt, verwundert nicht. Warum soll er hinter den Rechtfertigungen dieses Schandmals durch seinen Kollegen Otto Schily auch zurückstehen?

Der deutsche Außenminister – vom israelischen ist in dieser Sache sowieso nichts zu erwarten – beleidigt mit diesem Beitrag und seiner Haltung die Opfer der Opfer – uns Palästinenser - und trägt durch sein Schweigen über die israelischen Verbrechen eine moralische Mitverantwortung an der Zerstörung der Existenzgrundlagen meines Volkes. Zum Abschluss sei auf Artikel 25 Grundgesetz hingewiesen: Danach ist Deutschland verpflichtet, gegen jede Verletzung des Völkerrechtes von Rechtswegen vorzugehen.

Israel wäre dazu das geeignetste Land, da es seit 38 Jahre gegen die Normen des Völkerrechts verstößt.

Darauf hinzuweisen, gehört zur politischen Verantwortung Fischers und der deutschen Politiker, insbesondere im 40. Jahr des Jubiläums und 60 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Izzeddin Musa

 -----------------------------------------------

Dr. Izzeddin Musa
Am Bonner Graben 19
53343 Wachtberg
20.05.2005

Redaktion Freitag
Leserbriefe -

Sehr geehrte Redaktion, Ich bitte um die Veröffentlichung des folgenden Leserbriefes zum Artikel von Sophia Deeg „Wir haben es weit gebracht“ vom 20. 5. 2005. Ich kann den Tenor dieses Beitrages voll unterschreiben.

Auch ich habe diese Propaganda-Nummer der Zeitung „Das Parlament“ samt APuZ gelesen und fragte mich, ob ich im falschen Film bin. Als Deutsch-Palästinenser, der seit 47 Jahren in diesem Land lebt, fasse ich mich jedes Mal an den Kopf, wenn ich deutsche Politiker über Israel und den Nahostkonflikt reden höre: Entweder sind alle ahnungslos oder sie lügen bewusst. Der diese Geisteshaltung bis zur Perfektion getrieben hat, ist Joschka Fischer.

Dass sich aber Journalisten und die Bundeszentrale für politische Bildung für diese regierungsamtliche Propaganda einspannen lassen, zeugt von einer moralischen Verkommenheit, auf die auch Frau Deeg in ihrem Beitrag hingewiesen hat. Als Symbol dieser Haltung kann das Bild von Michel Friedman in einem Artikel über Frauenreisen gelten. „Paolo Pinkel“ ist in dieser Frage tatsächlich „Experte“! Frau Deeg hat zu Recht den Fischer- und Dressler-Beitrag herausgegriffen, weil sich beide als Wasserträger und Lautsprecher israelischer Propaganda betätigen. Dresslers Haltung kann nur als schäbig charakterisiert werden.

Ein Botschafter, der sich so servil und anbiedernd gegenüber einer Regierung verhält, die als Besatzungsmacht ein Volk gegen alle so genannten westlichen Werte, Moral und das Völkerrecht unterdrückt, sollte sofort seinen Posten räumen. Er ist eine Schande für dieses Land. Dressler sollte einmal in die besetzten Gebiete fahren, um das Verhalten der so genannten einzigen Demokratie des Nahen Osten hautnah zu erfahren; es würde einem normalen Menschen den Magen umdrehen. Beim Dressler zweifele ich daran.

Was aber viel bedenklicher ist, und darauf hat Frau Deeg nicht hingewiesen, ist die Verschwendung von Steuergeldern für Propagandazwecke. Insbesondere die Bundeszentrale hat meines Wissens einen Bildungsauftrag. Sie betreibt aber mit dem Abdruck dieses Artikels genau das Gegenteil.

Aber für Israel tut man ja alles, sei es auch noch so rechtswidrig, unmoralisch und verwerflich. Warum tut man nichts für die Opfer der Opfer, uns Palästinenser?

Meine deutschen Landsleute haben immer noch nicht die Lehren aus ihren Holocaust-Verbrechen gezogen, sonst würden sie nicht schon wieder auf der Seite der Unterdrücker und Täter stehen. I

hre Mentalität hat sich bis heute nicht geändert, deshalb ist größte Vorsicht gegenüber Deutschland weiterhin dringend geboten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Izzeddin Musa

Donnerstag, 6. Juni 2024

Die Terror-Makers

 

Die Terror-Makers

Nahostpolitik

Von Dr. Izzeddin Musa, 28.03.2016

Als die Allianz der Willigen, angeführt von George W. Bush, den Irak im Jahre 2003 mit einer Lüge und gegen das Völkerrecht überfiel und Saddam Hussein stürzte, öffnete sie, ohne es zu wissen, die Tore der Hölle. Saddams Armee, ausschließlich sunnitisch, wurde aufgelöst und in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Diese, nun arbeits- und perspektivlos, bildete den Kern von Al-Qaida in Irak, aus der später sich der so genannte „Islamischer Staat in Irak und Syrien“ (ISIS, auch ISIL) abspaltete, der die Amerikaner rachsüchtig bekämpfte und schwere Verluste beifügte, bis der Nachfolger von Bush, Barack Obama, sich dafür entschied, seine Soldaten aus dem Irak zurückzuziehen. Die Saat des Bösen war bereits gelegt und die Terrorgeschichte nahm ihren Lauf. Wer also glaubt, die Terroristen wären vom Himmel gefallen, der ist naiv und irrt gewaltig. Der Terror ist schon bei uns angekommen, ist unter uns – und erst recht seine Macher.

Saudi Arabien, „Musterdemokratie“ und nachahmenswertes Beispiel für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit, nahm diese versprengte Sunniten-Armee an sich und indoktrinierte sie mit seiner wahhabitisch-salafistisch-extremistischen (Un-)Islamrichtung, finanzierte und bewaffnete sie, um sie dann gegen Andersgläubige, hauptsächlich Schiiten, aber auch Anhänger eines moderaten Islams, einzusetzen. Die Saudis finanzierten auch – und tun es immer noch – die kostenlose Koranverteilung in Europa und anderswo. Hierbei konnten ihre Handlanger viele willige perspektivlose und verkrachte Existenzen für ihre Ideologie in aller Öffentlichkeit rekrutieren, damit sie nach Syrien eingeschleust werden, um dort das verhasste Alawiten-Assad-Regime, einer Sekte der Schiiten, zu bekämpfen. Die Koranverteilung und der Versuch zur Rekrutierung geht bis heute, auch nach den Pariser und Brüsseler Anschlägen, was ich am heutigen Tag, mitten auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg, selbst beobachten konnte.

Verdeckte Zusammenarbeit mit Terrorbanden
Für die Einschleusung der Rekrutierten war und ist immer noch der sunnitische Neo-Sultan vom „Osmanischem Reich“, Recep Tayyeb Erdogan, zuständig. Die Gelüste des Sultans sind durch Gebietseinverleibung auf syrischer Seite begründet. Allerdings müssten diese Willigen zunächst ein Kampftraining auf neo-osmanischem Boden absolvieren, wurden dann bewaffnet und nach Syrien weiter geleitet. Der Sultan, der keine gegenteilige Meinung oder Widerspruch in seinem Land zulässt, etablierte wohlwollend eine verdeckte Zusammenarbeit mit den Terrorbanden. Schließlich, fanden sich in Syrien Terroristen aus 80 verschiedene Ländern und Nationalitäten, darunter über Fünftausend Europäer, die sich mehrheitlich Daesh angeschlossen haben. Die Terroristen aus Europa wurden an der Ausreise gen Syrien nicht gehindert, ja gar mehrheitlich ermutigt, die Reise durch die Türkei anzutreten. Dass „Diese“ kampferprobt und noch viel mehr stärker radikalisiert, eines Tages wieder zurückkehren werden, konnte man sich in Europa nicht vorstellen. Man dächte, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Einerseits, ein Regime-Change in Syrien zu erreichen, andererseits, werden diese Terroristen dort getötet und wir haben sie los. Die Politiker und ihre Geheimdienste in der westlichen Welt haben sich diesbezüglich gewaltig geirrt.

Nach der Schah-Ära erhob das Wahhabiten-Herrscherhaus in Saudi Arabien den Anspruch auf die Führungsrolle in der Region, die ihm der Iran, nach der 1979er Revolution, streitig macht. Nun galt es, die schiitische Achse Iran-Irak-Syrien-Hisbollah zu brechen. Um dieses Ziel zu erreichen, war den Saudis jedes Mittel recht. Die Frage drängt sich hier auf: „Warum eigentlich Saudi Arabien keine Probleme mit dem Schiitentum und den schiitischen Nachbarn, vor 1979, zur Zeiten des Schahs, hatte“? Die Antwort ist denkbar einfach. Der Schah war ein Freund und Liebling Israels und der USA. In dieser Zeit waren Saudis nichts anderes als mucksmäuschenstille Bedienstete der USA. Die Machtgelüste erwachten erst, als die USA ihren „Freund und Liebling“ fallen ließen, da sahen die Wüstensöhne ihre Zeit für gekommen, um den Thron der Macht zu erklimmen. Die islamische Revolution mit Ayatollah Khomeini sollte kein Hindernis sein, wie sie dachten.
USA haben keine Freunde, sondern nur Interessen
Dass die Amerikaner keine Freunde, sondern lediglich nur eigene Interessen haben, die sie über alles stellen, können die arabischen „Freunde“, aber auch die Europäer, nicht verstehen und nicht nachvollziehen.

Um das verhasste, noch „schwache“ Mullah-Regime in Iran, das den saudischen Interessen im Wege steht, niederzureißen, haben die „Kamelreiter“ den, nach dem Fall des Schahs, erstarkten Saddam Hussein als Instrument eingesetzt, um einen Krieg gegen den Iran vom Zaun zu brechen. Der „Ahnungslose“ Saddam wüsste nicht, dass es galt, auch ihn am Ende zu schwächen, damit er zukünftig keine Gefahr mehr für sie darstellen und ihre Interessen bedrohen kann. Die Falle gegen den Größenwahnsinnigen schnappte 1991 zu. Der Rest hierüber ist bekannt.

Würde man den Iran besiegen, bräche die schiitische Achse in sich zusammen. Also, wurde das Instrument Saddam von den USA mit Waffen und von Saudi Arabien mit Milliarden-Dollarregen überschüttet. Ein achtjähriger Krieg, 1980 bis 1988, begann. Amis, inklusive Israel, und Saudis hegten noch einen geheimen Wunsch, der darauf zielte, nicht nur den Iran in den Anfängen zu ersticken, sondern, auch Saddam, vor dem sie sich fürchteten und als ein Dorn im Auge betrachteten, zu schwächen. Deshalb sollten die Emirate den Iran unterstützen, damit beide Seiten, der Irak und der Iran, sich an einander so lange zu zerreiben, bis beide geschwächt sind. Keiner der beiden sollte als klarer Sieger herausragen.

Als der Krieg, mit unzähligen Opfern auf beiden Seiten, nach acht Jahren zu Ende ging, zog der Iran daraus eine Lehre und baute sich, auf allen Ebenen und Gebieten, auf und tut es unaufhörlich weiter, um auf gleicher Augenhöhe mit dem Westen dazustehen. Und er hat es auch geschafft. Andersherum versanken die Herrscher auf der arabischen Peninsula im Tiefschlaf und versenkten astronomische Milliarden und Abermilliarden von US-Dollar in den Sand, in Waffen-Geschäften, zu Gunsten der USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland, um unsinnige Kriege, gegen souveräne Staaten wie Syrien, Irak und Yemen zu führen. Sie haben es aber total versäumt, für einen Teil der verschleuderten Milliarden, etwas Verstand zu ersteigern.

Ein dreckiges Spiel
Die amerikanische Rolle im ganzen Theater, um es gelinde auszudrücken, war und ist ein dreckiges Spiel. Der US-Präsident und „Nobelpreisträger für Frieden“ hat uns weiß machen wollen, dass der Krieg gegen Daesh zehn oder gar zwanzig Jahre dauern wird. Er hat damit nichts anderes gemeint, als die Region, voran Syrien und Irak, solange zu zerfleddern, bis alles auseinander fliegt. Die USA wollten eingangs nie, dass Daesh für immer vernichtet wird. Oft haben sie in Irak „irrtümlich“ Waffen und Munition für diese Terrororganisation runter geworfen. Die USA haben auch die Saudi-Mörder-Allianz gegen den Yemen gutgeheißen und ermutigt anzugreifen. Sie profitierten auch durch die Lieferung von unendlich viele Waffen, um das arme, aber schöne Land und seine Menschen und gesamte Infrastruktur zu zerstören. Im Endeffekt und zum Glück, ohne einen Sieg davon zu tragen. Die erbärmliche Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika in Libyen ist uns immer noch in Erinnerung. Nutznießer von diesem ganzen „Arabischen Tiefwinter“ ist einzig und allen Israel.

Zurück zu Europa. Man dachte, diese ganze Entwicklung, in der Region des Nahen und Mittleren Ostens, sei weit entfernt und gehe uns nichts an. Ein Schelm, wer sich dabei böses denkt. Die USA und die Europäer sind nur noch Gefangene und Sklaven ihrer Wirtschaftinteressen und abhängig von Petrodollars, wofür sie auch bereit wären, ihre “heiligsten“ Werte über Bord zu werfen. Sie haben dabei nicht gedacht, dass der, von ihnen exportierte, Terror irgendwann zurück nach Europa unweigerlich wieder heimkehren wird.

Das Verhalten und Vorgehen, gegen das Assad-Regime und das Atom-Abkommen mit Iran, das der französische Präsident François Hollande und sein, zum Christentum konvertierter, Außenminister Laurent Fabius, Angehörige der „Grande Nation“ im Nachbarland Frankreich, an den Tag legten, ist bester Beweis dafür, wie sie sich für Saudi Arabien prostituierten, nach dem milliardenschweren Waffendeal. Unzählige Male hat sich Fabius, gegen das Abkommen mit dem Iran, das kurz vor dem Abschluss stand, quer stellte und jede politische Lösung in Syrien torpedierte, um Israel und Saudi Arabien zufrieden zu stellen. Es ist kein Geheimnis, dass die französischen Geheimdienste den Wunsch äußerten, mit den syrischen Geheimdiensten verdeckt zu kooperieren, um den Terror zu bekämpfen. Die syrische Seite verlangte, eine Zusammenarbeit könne in punkto Sicherheit erst dann erfolgen, wenn man gleichzeitig auf diplomatisch-politischem Terrain gemeinsam arbeitet. Das heißt, sich für eine politische Lösung einzusetzen. Die Führung der „Grande Nation“ lehnte ab, um Israel nicht zu erzürnen und den Milliarden-Waffen-Deal mit Saudia nicht zu gefährden. Folglich lehnte Syrien eine Kooperation ab.

Deutschland ist nicht viel besser dran. Ob nun Merkel, Steinmeier oder Gabriel, sie alle gaben sich die Klinke im Königspalast in Riad in die Hand. Sie lieferten verfassungswidrig Waffen zum reaktionärsten Regime und warfen damit ihre alle „Werte“ über Bord.

Geopolitische Spielereien endlich unterlassen
USA und Europas Verhalten führte zur Stärkung der Terrorgruppen von ISIS, Al-Nusra-Front und andere. Nachdem ISIS nun den Anspruch nicht mehr nur auf den Irak und Syrien begrenzt, sondern auf eine weltweite wahhabitische (Un-)Islamherrschaft erhebt, nennt er sich ab dann „Islamischer Staat“. Der „IS“ steht inzwischen, nachdem sich auch Russland im Konflikt eingriff, in Syrien wie auch im Irak, auf einem steilen Hang und läuft von einer Niederlage zur Nächsten. Er befindet sich auf dem Rückzug und sucht Rückzugsgebiete in allen Herrenländern, vorzugsweise Europa, mit „Willkommenskultur“ – „wir schaffen das“. Endlich haben die USA und Europa dies bemerkt und meinen es jetzt ernst, den Terror bekämpfen zu wollen. Aber sie werden nicht verhindern können, dass viele, sehr viele sich, versteckt im Kleide eines syrischen oder irakischen Flüchtlings, Zuflucht finden werden. Vorzugsweise Deutschland. Was danach kommt, wäre eine „Daesh-Scharia“ in Europa. Wer sollte das verhindern, wenn die Mörder von Paris und Brüssel durch das halbe Europa, mit Übernachtungen in Ulm und anderswo, unbehelligt herumtollen konnten? Man scheint, den Ernst der Lage nicht bedacht zu haben. Mit Recht fordert der russische Außenminister Sergei Lawrow Europa auf, die geopolitischen Spielereien in der Nahostregion endlich zu unterlassen und den Terror gemeinsam zu bekämpfen, um zu einer ehrlich gemeinten politischen Lösung in Syrien kommen zu können.

In Europa hat man die Terror-Drohungen, die uns auf Deutsch, Französisch, Englisch und Arabisch, durch zahlreiche Medien, erreichten, nicht ernst genommen. Sonst hätte der Top-Terrorist, Drogenkonsument, „IS-Ideologieanhänger und Vollstrecker“, Abdelsalam Salah, über vier Monate lang in seinem Geburtsort Molenbeek, unbehelligt vom Geheimdienst, herumtollen können, bevor er endlich gefasst wurde.

Wir sind in Europa jetzt diesem Terror ausgeliefert, weil man hier das alles nicht wahrhaben wollte und vorgesorgt hat. Man wird diese Terroristen nichts oder sehr wenig entgegensetzen können. Die Mörder wollen Zivilisten töten. Wenn die Flughäfen gut gesichert sind, gehen sie in Metro-Stationen. Und wenn diese auch gut gesichert sind, gehen sie einfach ins Kino, ins Stadium oder auf ein Volksfest. Also, dort wo viele ahnungslose und unschuldige Menschen sind. Solche Ziele sind zahlreich und mannigfaltig.

Die Politikerkaste der westlichen Welt ist gefordert und sollte endlich aus ihrem Tiefschlaf aufwachen und sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten der Staaten des Nahen Ostens einmischen. Sie sollten ihre Ressourcen nicht ausplündern, sie nicht nur als Absatzmarkt benutzen und endlich auf gleicher Augenhöhe betrachten und behandeln, vor allem, sie nicht mit dem Vorwand und Schein der Freiheit, Demokratie und westlicher Grundwerte zu überfallen. Erst dann, können Frieden und Eintracht erreicht werden. Solange wir das nicht tun, bleibt die große Frage: Wer wird der Nächste nach Madrid, London, Frankfurt, Paris, Ankara und Brüssel sein?

Niedergang der "Orban"

 Immer Handlanger und Verräter

Niedergang der "Orban"
Von Izzedin Musa

Wow, orbanische (arabische???) "Secretaries of State" (1) versammelten sich, eine ganze Woche nach Ausbruch des israelischen Kriegsverbrechens gegen Gaza, wieder einmal bei dem Märchenerzähler Nabil al-Arabi, Koordinator für die Interessen Israels und Befehlsempfänger von Saud al-Faisal und seinerzeit auch Hamad bin Jassim, beide wiederum Hinternkriecher von USrael.

Nabil al-Arabi ägyptischer Generalsekretär der Arabischen Liga
 
Selbstverständlich ging alles bei der Plauderstunde nach Anweisungen der Oberhäupter, angefangen mit dem "Präsidenten" Palästinas Mahmoud Abbas, alias Ze'ev (Vladimir) Jabotinsky bis Abdallah Shamir von Jordanien und Abdallah Bush von Saudi Arabien. Eigentlich sollte das Treffen dem israelischen Angriff auf Gaza gelten. Aber nein, es ging bei dieser Märchenstunde darum, wer zuerst in den "Arsch" von USrael kriechen darf. Es war nicht einfach, denn jeder wollte der "Erste" sein, der sich im "Moorbad" sudeln und herumplanschen kann. Eine Einigung zu erzielen war nicht einfach. Ein Streit brach aus und ein schreckliches Handgemenge war nicht mehr zu vermeiden.
 
Schließlich haben sie sich geeinigt, der "Präsident" soll doch Erster sein, da er vor vier Tagen, im Interview mit dem TV-Sender Al-Mayadeen, erklärte, ihm sei es egal, wer den Krieg gewinnt. Es gehe ihm letztlich um das Leben der Menschen in Gaza (verlogener Lügner) und, er will auch keine Intifada, was so viel heißt wie, er wird sie, falls sie kommt, niederschlagen. Er hat nicht vor, internationale Gerichtsbarkeiten einzuschalten, um die Verbrechen Israels zu verurteilen. Jetzt kommt der Hammer, er will aber weiter verhandeln. Der "Präsident" weiter: Ich würde den Konflikt mit Israel in zehn Minuten lösen, wenn nur Netanyahu zurück zu den Grenzen von 1967 ginge. Ich lass' das lieber unkommentiert!!! Jedem steht es frei, sich eigene Gedanken darüber zu machen.
 
Wenn sich die Mitglieder der Arabischen Liga versammelten, galt immer ein gängiger Spruch in der arabischen Welt, den ich auch seit meiner Kindheit kenne: „Sie versammeln sich wieder, um zu beschließen, dass sie "nichts“ beschließen.“
 
Langer Rede kurzer Sinn, nun folgten alle brav, angeführt von Abdallah und Abdallah, den "Präsidenten", deren Lebensinhalt nur das "Verhandeln" sei. Ende gut alles gut im "Moorbad". Und in Gaza darf weiter gekillt werden, Kinder, Frauen und Greise. (PK)
 
(1) „Orban“ ist eine abwertende und herabwürdigende Bezeichnung für jene Araber, die kriechen, sich schändlich und scheußlich benehmen. Sie haben einen Hohlkopf mit Spatzenhirn. Sie sind durch die Petrodollars reich geworden, aber im Kopf fehlt einiges. Die meisten von ihnen sind willige USrael-Untertanen und auf deren Agenda programmiert. (PK)
 
Dr. Izzeddin Musa, geb. 1938 in Haifa, Palästina. Die Familie zog 1945 nach Nablus. Sie floh vor den Übergriffen der Terrorgruppen Stern-Bande und Irgun. In Nablus besuchte er die Grundschule. Ende 1956 beendete er seine Schulausbildung mit dem Abitur in Nablus und kam Anfang 1957 nach Deutschland. Hier studierte er Naturwissenschaften und promovierte.
Als Diplom-Geologe arbeitete in einem Ingenieurbüro in der Nähe von Köln und machte sich dann selbstständig. 1991 gründete er zusammen mit einer Gruppe von Deutschen und Deutsch-Palästinensern einen gemeinnützigen Verein: Gesellschaft zur Humanitären Unterstützung der Palästinenser e. V. Seit einigen Jahren gibt er eine Zeitschrift im Internet (www.palaestina-stimme.de) heraus. Inzwischen ist er Rentner.


Online-Flyer Nr. 468  vom 23.07.2014

Druckversion     



Startseite            nach oben

Dienstag, 2. Januar 2024

Mahmoud Abbas - Contributor des WEF

 Gastbeitrag

Chevron – WEF: Geheime Allinazen - Verschörungen

Königin Rania sitzt im Vorstand des WEF und Mahmoud Abbas, Hans in allen Gassen, darf nicht fehlen und ist ein Contributor des WEF

Unten weiter lesen:

Krieg und Frieden
Zu den Hintergründen von Israels Vernichtungskrieg
Gas, Gaza-Krieg und die Rolle des WEF
Von Ernst Wolff

http://www.nrhz.de/flyer/media/28913/anreisser.jpgNach einem vorübergehenden Abflauen der Kämpfe im Gazastreifen ist der Krieg der israelischen Regierung gegen die Hamas am 4. Dezember 2023 wieder mit voller Härte entbrannt. Unter dem Vorwand, die terroristische Bedrohung ein für alle Mal auszumerzen, nimmt die israelische Armee auch diesmal keine Rücksicht auf die palästinensische Zivilbevölkerung. Jedem unvoreingenommenen Beobachter ist mittlerweile klar, dass es sich nicht mehr um Verteidigung, sondern um gezielte Vernichtung handelt – eine Vernichtung, bei der tausende unschuldige Opfer, darunter zahllose Kinder, billigend in Kauf genommen werden. Warum? Was und vor allem wer steckt hinter dieser monströsen Unmenschlichkeit? Licht ins Dunkel bringen könnten einige Vorgänge im Hintergrund, die der breiten Öffentlichkeit von den Mainstreammedien weitgehend vorenthalten werden, die aber möglicherweise auch für die zukünftige Entwicklung des Konfliktes entscheidend sind.

Erdgasfunde vor Gaza


Wie ja inzwischen weitgehend bekannt ist, befinden sich etwa 20 Seemeilen vor der Küste des Gazastreifens Erdgas- und Erdölvorkommen im Werte von etwa 500 Mrd. US-Dollar. Deren Erlös würde eigentlich den Palästinensern zustehen, wird ihnen aber entgegen internationalem Recht von Israel seit gut 20 Jahren vorenthalten.

Gleichzeitig betreibt Israel jedoch selbst Erdöl- und Erdgasförderung, und zwar an 9 verschiedenen Feldern im Mittelmeer und ist damit seit 2017 von einem Erdgas-Importeur zu einem Erdgas-Exporteur geworden.

Das allein ist schon eine schreiende Ungerechtigkeit und vor allem eine Verhöhnung der Menschen im Gazastreifen, wo mehr als die Hälfte der Einwohner in Armut lebt und 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Warum das so ist und was sich hinter dieser menschenverachtenden Agenda verbirgt, das enthüllen zumindest teilweise folgende in den vergangenen Wochen zutage getretene Hintergründe: Eines der israelischen Gasfelder ist das vom US-Großkonzern Chevron betriebene Tamar. Dessen Exporte über die East Mediterranean Gas Pipeline wurden wenige Tage nach dem Terror-Anschlag vom 7. Oktober vorübergehend eingestellt.

Daraufhin hat Chevron beantragt, Gas über die Arabische Gaspipeline zu exportieren, die eine weitere israelische Offshore-Plattform, Leviathan, sowohl mit Jordanien als auch mit Ägypten verbindet.

Die Allianzen im Hintergrund

Hier sollte man hellhörig werden, denn hier zeigt sich deutlich, dass im Kriegsfall Allianzen bestehen, von denen die Öffentlichkeit so gut wie nichts erfährt, und das aus gutem Grund: Sie soll nämlich nichts davon wissen, wer im Hintergrund vom Krieg profitiert.

Sehen wir uns die Beteiligten also einmal genauer an: Ägypten und Israel haben in der Vergangenheit mehrere Kriege gegeneinander geführt und gelten ganz sicher nicht als befreundete Nationen. Und Jordaniens Königin Rania hat in den vergangenen Wochen mehrmals über ihren Instagram-Account ihre Solidarität mit den Palästinensern und ihre Ablehnung der israelischen Kriegspolitik bekundet.

Dieser öffentlichen Darstellung aber widerspricht eine Verbindung der Akteure, die so gut wie nirgendwo erwähnt wird. Sowohl der israelische Ministerpräsident Netanjahu als auch Ägyptens Staatschef General Al Sisi werden nämlich beide vom World Economic Forum als Contributors, also als Beitragende zu deren Agenda, geführt. Und Königin Rania von Jordanien ist nicht nur Beitragende, sondern sitzt seit mehreren Jahren sogar im Vorstand des WEF.

Aber das ist noch lange nicht alles. Das Unternehmen Chevron zählt mit einem 2022 erwirtschafteten Umsatz von ca. einer Viertelbillion Dollar nicht nur zu den weltweit größten Ölkonzernen, sondern ist als einer von etwa 120 strategischen Partnern engstens mit dem WEF verbunden.

Und auch damit noch nicht genug: Hauptaktionär von Chevron ist neben dem eigenen Aktionär Vanguard niemand anders als der größte Vermögensverwalter der Welt, nämlich BlackRock. Und dessen Gründer und CEO Larry Fink sitzt seit 2019 zusammen mit Königin Rania ebenfalls im Vorstand des WEF.

Und um das Ganze auch noch zu toppen: Israels wichtigste Waffenlieferanten sind die großen Rüstungskonzerne der USA, hinter denen als Hauptaktionäre ebenfalls in fast allen Fällen BlackRock und Co. stehen.

Hilfspakete und Lizenzen

Finanziert werden die als Hilfspakete deklarierten Waffenlieferungen aber nicht etwa von wohltätigen Organisationen oder von Israel wohlgesonnenen Milliardären, sondern vom amerikanischen Steuerzahler, also hauptsächlich dem amerikanischen Mittelstand, und zwar in Form von sogenannten Hilfspaketen.

Das jüngste Hilfspaket in Höhe von 13 Milliarden Dollar wurde erst im Oktober von US-Präsident Joe Biden beantragt, bei dem es sich – ebenfalls um einen Beitragenden zur Agenda des WEF handelt.

Aber diese Querverbindungen enden damit noch lange nicht. Am 31. Oktober, also 5 Tage vor der Wiederaufnahme der Angriffe auf den Gazastreifen hat Israels Regierung 12 Lizenzen zur Erkundung von Erdgasförderung in seinen Gewässern an 6 Konzerne vergeben. Der größte darunter ist British Petroleum – BP.

BP ist ebenfalls strategischer Partner des WEF und hat im Mai 2023 einen 1,5-Milliarden-Deal mit dem indischen IT-Unternehmen Infosys abgeschlossen. Nicht nur, dass Infosys ebenfalls strategischer Partner des WEF ist – sein Mitbegründer, der Milliardär Narayana Murthy, ist nicht nur Beitragender des WEF, sondern gleichzeitig Schwiegervater des britischen Premierministers Rishi Sunak, der wiederum zu den Young Global Leaders des WEF gehört.

Und noch ein Täuschungsmanöver

Noch ein Detail, das zeigt, wie das palästinensische Volk nicht nur von der israelischen Regierung, sondern auch von den eigenen Führern betrogen und hintergangen wird: Im Juni 2023 hat Israels Premier Netanyahu die Erschließung des Gasfeldes vor Gaza dem ägyptischen Staatsunternehmen EGAS zugesichert – und zwar überraschenderweise in Übereinstimmung mit der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Was wie eine politische Sensation klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als weiteres Täuschungsmanöver, denn Mahmoud Abbas, der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, also des Gegenspielers der Hamas, ist ebenfalls Contributor des WEF.

Es ist traurig, aber wahr: Wie so oft in der Vergangenheit wird die Weltöffentlichkeit auch im Falle Gaza darüber hinweggetäuscht, dass die entscheidende Frage im Kriegsfall nicht die ist, welche der beiden kämpfenden Parteien am Ende gewinnt, sondern die, wer im Hintergrund die Fäden zieht und wer sich auf Kosten unschuldiger Menschen hemmungs- und gewissenlos bereichert.


Erstveröffentlichung am 11. Dezember 2023 bei apolut

Online-Flyer Nr. 823  vom 27.12.2023

Freitag, 1. Dezember 2023

DAS ELFTE GEBOT: ISRAE DARF ALLES



 Rezension von Evelyn Hecht-Galinskis Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles"


"Die Rote Karte“ für Israel!

Von Izzeddin Musa

Das Lebensmotto ihres Vaters: „Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen“, hat sich auch seine Tochter Evelyn Hecht
-Galinski zu eigen gemacht. Es bewog sie, sich für die Palästinenser, denen unsägliches Unrecht durch Israel angetan wird, Partei zu ergreifen und für diese einzutreten.



Ihrem Motto treu, zum Unrecht nicht zu schwei- gen, tritt sie uneinge-schränkt für die Rechte der Palästinenser, unter anderem für ihr verbrieftes Rückkehrrecht, ein, und wendet sich vehement gegen die Annexion Jerusalems, den Land- raub und die Vertreibung der eigentlichen Besitzer des Landes. 

 

Wenn nicht für diese entrechteten Menschen, für wen sonst? Das Lebensmotto, schlägt sich in Form eines Buches: "Das elfte Gebot: Israel darf alles“, das vom Palmyra Verlag herausgegeben worden ist, nieder. Darin lässt sich ihr Einsatz und Engagement für die Palästinenser wie eine rote Linie verfolgen. Sie sagt, Israel darf nicht alles dürfen, und damit zeigt sie Israel die „Rote Karte“.

 

Sie hat direkte und deutliche Worte gefunden, um das Unrecht, das Israel gegen die Palästinenser begeht, scharf anzuprangern. Genauso deutlich und ohne Umschweife, geht sie mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland, einer Institution des öffentlichen Rechts, die mit Steuergeld gefördert wird, ins Gericht. Dieses Klübchen verkommt immer mehr zum Sprachrohr und Handlanger der Besatzungsmacht Israel. Neben dem Zentralrat geht sie mit allen anderen Israel-Lobby-Gruppen hart ins Gericht. Auch Lobby-Politiker, Lobbyisten, ihre willfährigen Helfer und Helfershelfer, sowie die einschlägigen Medien werden nicht verschont.

 

Die Staatsräson, die Unterwürfigkeit Merkels und Ihrer Regierung gegenüber Israel sind ihr zuwider, ganz deutlich eine Form von Doppelmoral, und mit der Verfassung und dem Grundgesetz nicht konform. Beide, Deutschland wie die USA, ja fast die gesamte westliche Welt, werden, wie Tanzbären am Nasenring, von Israel durch die Manege geführt.

 

Die Autorin prangert den Missbrauch des Holocaust als Erpressungsinstrument an, das für sie eine Beleidigung der toten Nazi-Opfer darstellt. Die Gleichsetzung von Antisemitismus und Antizionismus ist absurd, deshalb erteilt sie dieser Gleichstellung eine klare Absage. Sie bekennt sich dazu, eine Antizionisten zu sein, denn sie betrachtet den Zionismus als eine rassistische und kolonialistische Ideologie und fordert die Rückgabe des geraubten Landes an die rechtmäßigen Besitzer.

 

Um Reden Taten folgen zu lassen und Wirkung zu erzielen, damit die Forderungen der Palästinenser nach Freiheit, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit, erfüllt werden, ruft sie zu mehr Zivilcourage und zur BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen), gegen Israel auf.

 

Eine Kampagne gegen das Engagement Evelyn Hecht-Galinskis in Form harscher Kritik, Beschimpfungen, Verleumdung und Diffamierung gibt es schon lange - nicht nur vom Zentralrat der Juden (ZRJ), dem ihr Vater mehrere Jahrzehnte vorstand, sondern von der gesamten Israel-Lobby - jüdischen, deutsch-jüdischen wie nicht-jüdischen Institutionen und Organisationen. Doch das hat sie nur noch mehr darin bestärkt, gegen Unrecht einzutreten und ist von ihrem Lebensmotto nicht abgewichen.

 

Das Buch ist authentisch wie spannend und eine gelungene lobenswerte Aneinanderreihung vorher bereits von ihr publizierter zahlreicher Artikel und Reden, die zu allen Themen Stellung beziehen.

 

Das Vorwort von Ilan Pappe, der für sein Tatsachenbuch: „Die ethnische Säuberung Palästinas“ in Israel angefeindet und von den eigenen Kollegen an der Universität Haifa, wo er einen Lehrstuhl inne hatte, bedrängt, geschnitten und schließlich gemobbt wurde, sowie ein Nachwort vom Musiker und Aktivisten Gilad Atzmon, verleihen dem Buch einen würdigen Rahmen.

 

Das Buch darf im Regal von Nahost-Interessierten nicht fehlen. Und: Es muss unbedingt mehrmals gelesen werden. (PK)

 

Dr. Izzeddin Musa, geb. 1938 in Haifa, Palästina. Die Familie zog 1945 nach Nablus. Sie floh vor den Übergriffen der Terrorgruppen Stern-Bande und Irgun. Ende 1956 beendete er seine Schulausbildung mit dem Abitur in Nablus und kam Anfang 1957 nach Deutschland. Hier studierte er Naturwissenschaften und promovierte. Als Diplom-Geologe arbeitete in einem Ingenieurbüro in der Nähe von Köln und machte sich dann selbstständig. 1991 gründete er zusammen mit einer Gruppe von Deutschen und Deutsch-Palästinensern einen gemeinnützigen Verein: Gesellschaft zur Humanitären Unterstützung der Palästinenser e. V. Seit einigen Jahren gibt er eine Zeitschrift im Internet (www.palaestina-stimme.de) heraus. Inzwischen ist er Rentner. Dr. Musa ist verheiratet, hat zwei Kinder. Früher lebte er in Köln, jetzt in Wachtberg.



Online-Flyer Nr. 348  vom 04.04.2012

Mittwoch, 29. November 2023

Kopftuchdebatte muss ein Ende haben

 


Leserbrief zum „Kontrovers“-Thema „Rolle Rückwärts?!“ in KW 41

Kopftuchdebatte muss Ende haben

22.10.2013 - 09:46

In einer funktionierenden und „echten“ Demokratie hat eine Kopftuchdebatte keinen Platz. Glaubens- und Meinungsfreiheit sind ein Menschenrecht und wird durch das Grundgesetz, das sich an die Charta der VN für Menschenrechte anlehnt, garantiert. Nonnen haben auch ein Kopftuch. Warum stört man sich nicht daran? Die Kopftuchdebatte ist lediglich ein Affront gegen muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das muss ein Ende haben, damit der soziale Frieden gewahrt werden kann. Schließlich, mit dem längst überfälligen Erlass für die Türkei, erkennt das Land endlich die Glaubens- und Meinungsfreiheit an.

Dr. Izzeddin Musa, Wachtberg

 

Montag, 27. November 2023

Das jüdische Königreich der Khasaren

 

Das jüdische Königreich der Khasaren


Gog und Magog   -   Auf die Spuren der Juden!


Dr. Izzeddin Musa

12.12.2000, 20:07:00

Einleitung

Die Anregung zu dieser Abhandlung gab der englische, ungarisch-deutscher Herkunft, Historiker und Schriftsteller Arthur Koestler. Gestützt auf einen umfangreichen Literaturnachweis, beschreibt er, in seinem Buch "Der dreizehnte Stamm", detailliert den Aufstieg und Niedergang des Khasarenreiches und den Übertritt dieses Khasarenvolkes geschlossen zum jüdischen Glauben.

Ziel dieser Arbeit ist zunächst, das fern verdrängte Geschichtsereignis über den Ursprung der Juden wieder auf der Tagesordnung zu setzen, zu beleuchten und versuchen, darauf eine plausible Antwort zu finden. Es wird weiterhin ein Augenmerk auf die Tatsache fokussiert, dass die Volksstämme der Khasaren während einer langen Geschichtsepoche existent waren und geherrscht haben. Die Beziehung zwischen den Khasaren und den heute lebenden Juden wird herausgestellt und, anhand historischer Fakten, nachgewiesen. Zum Schluss wird auf die Frage eingegangen: "Sind khasarische Juden als die Vorfahren der jüdischen Siedler in Osteuropa und damit der meisten heute lebenden Juden zu betrachten?" Das heißt, es wird der Versuch gemacht, eine historische Bestätigung für die These Prof. Israel Shahak's, "dass 92 Prozent der weltweit 13 Millionen Juden keine Semiten sind und aus der khasarischen Bevölkerungsschicht in Europa/Russland
stammen", gesucht.

Die Abhandlung sollte auf alle diesen Fragen, in möglichst kürzester Form eingehen um eine Antwort zu finden, ohne daraus einen Geschichtswälzer werden zu lassen. Ohne Zweifel, es wird, in der komprimierten Form, keine leichte Aufgabe sein, aber der Versuch
sollte sich lohnen.

Die Khasaren

Einer der frühesten tatsächlichen Hinweise auf die Khasaren ist in der syrischen Chronik des sogenannten Zacharia Rhetor aus der Mitte des 6. Jahrhunderts zu finden. Sie erwähnt in einer Liste von Vogelkern, die den Kaukasus bewohnen, auch die Khasaren. Andere Quellen deuten an, dass die Khasarenstämme schon ein Jahrhundert früher
sehr wohl bekannt waren.

Zuerst hatten die Khasaren unter hunnischer und dann unter Türkischer Oberherrschaft gestanden. Nach dem Untergang des Westtürkischen Reiches in der Mitte des 7. Jahrhunderts waren nun sie an der Reihe, das Königsreich im Norden zu beherrschen.

Die Khasaren, ein Volk türkischer Herkunft, beherrschten vom 7. bis in das 11. Jahrhundert ein großes Reich in Südrussalnd. Etwa um die Zeit, als Karl der Große zum Kaiser des Westens gekrönt wurde, beherrschte ein jüdischer Staat den zwischen dem Kaukasus
und der Wolga liegenden Raum Osteuropas.

Durch das lebenswichtige Tor zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer (Khasarisches Meer), besaß das Khasarenland eine strategische Schlüsselposition. Es lag quer zu der natürlichen Linie des Vordringens der Araber als ihre Armeen wenige Jahre nach dem Jahr 632 (Todesjahr des Propheten Mohammeds) nach Norden stürmten
und so die Eroberung Osteuropas verhinderte. Bedingt durch diese wichtige Lage wirkte das Reich als ein Pufferstaat, der Byzanz vor barbarischen Stämmen und später vor den Wikingern und Russen, aus den nördlichen Steppen, bewahrte. Ein, aus heutiger, sicherlich auch früherer Sicht, noch viel bedeutenderer historisch-politischer Grund war, dass sie die arabischen Armeen an der Ausdehnung ihrer Eroberungen nach Osteuropa wirkungsvoll begegneten.

Die Kriege zwischen Arabern und Khasaren dauerten über ein Jahrhundert, wo die letzte Schlacht im Jahre 737 stattfand und mit einer Niederlage der Khasaren endete. Trotz dieses Sieges befanden sich die Araber bereits auf dem Rückzug aus dem Kaukasus, ohne einen Brückenkopf im Norden gewonnen zu haben.

Der  Übertritt der Khasaren zum Judentum

Wenige Jahre nach der letzten Schlacht - etwa um 740 -, waren die Khasaren noch mächtiger als zuvor, traten sie geschlossen, König, Hof und Volk zum jüdischen Glauben über und schließlich wurde das Judentum zur offiziellen Staatsreligion erklärt.

Der ungarische Historiker, Antal Bartha, schreibt hierzu in seinem Buch "Die ungarische Gesellschaft im 9.-10. Jahrhundert", Budapest 1968, zu diesem Ereignis: "... Der jüdische Glaube wurde zur offiziellen Religion der herrschenden Gesellschaftsschicht. ... Wir werden uns jedoch auf die Bemerkung beschränken, dass dieser offizielle Übertritt - den christlichen Bekehrungsversuchen zum Trotz, die von Byzanz ausgingen, und ebenso zum Trotz dem Einfluss der Moslems aus dem Osten und in Abwehr des politischen Druckes dieser beiden Mächte - zu einer Religion, die keinerlei Unterstützung von irgendeiner politischen Macht erhielt, dafür aber von nahezu allen verfolgt wurde, dass also für alle Historiker, die sich mit den Khasaren befasst haben, dies eine ausgesprochene Überraschung ist und keineswegs als zufällig betrachtet werden kann, sondern viel-
mehr als ein Zeichen der unabhängigen Politik gesehen werden muss, ..."

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts war die Welt polarisiert durch die beiden Großmachte, den Islam und das Christentum. Das Khasarenreich stellte eine dritte Macht dar, die sich jeder einzelnen Supermacht als gleichwertig erwiesen hatte, sowohl als Gegner als auch als Verbündeter. Diese Unabhängigkeit konnte nur aufrechterhalten bleiben, wenn das Khasarenreich weder das Christentum noch den Islam annahm. Eine naheliegende Überlegung verdeutlicht den Übertritt zum Judentum und liegt darin begründet, dass wenn die Khasaren zum Islam oder zum Christentum konvertiert wären, in beiden Fällen hätten sie als ein Vasallenstaat des muslimischen Kalifen oder des römischen Kaisers fungieren müssen und deren Autorität unterstellt. Der Übertritt zum Judentum ermöglichte dem Königreich der Khasaren sich als dritte Kraft und als ein souveräner Eckpfeiler im Mächte-Dreieck zu behaupten.

Es kann keinen Zweifel darüber bestehen, dass der Khasarenkönig bei der Annahme des Judentums von machtpolitischen und, in gewisser Hinsicht, mentalen Motiven getrieben wurde.

Die jüdische Religion der Khasaren

"Talmud" heißt auf Neuhebräisch `das Lernen'. Er ist die bedeutendste Zusammenfassung der Lehren, Vorschriften und Überlieferungen des biblischen Judentums. Der Jerusalemer Talmud wurde im Jahre 370 und der Babylonische Talmud im Jahre 500 abgeschlossen. Der Talmud, neben dem Alten Testament legt die Grundlagen jüdischen Lebens und Verhaltens fest. Er ist das Religions- und Gesetzbuch der Juden und bestimmt ihr Leben, Handeln, zwischenmenschliche Beziehungen und diese zu Natur und anderen Lebewesen auf der Erde, Weltanschauung, die Auslegung der Tora und alles, was hierzu an traditionellen Erläuterungen erforderlich ist. Jedoch die Lehren aus dem Talmud zeugen Hass und Überheblichkeit gegenüber Nichtjuden (Gojim), wie zum Beispiel: "Es wird dreimal nacheinander gesagt, dass der Goj und die Goja verunreinigt sind" Fol. 83a.

Stets unterscheidet der Talmud zwischen Juden und Nichtjuden. Diese und viele andere Aussagen, Lehrweisen und Vorschriften veranlassten Israel Shahak zu der Feststellung, dass der Talmud von Rassismus und Hass gegen alles Nichtjude, Gojim genannt, erfüllt ist. Weiter predigt der Talmud, durch die Hervorhebung der Juden über alle anderen
Nichtjuden, dass Juden die "Auserwählten Gottes" seien. Philip Roth, zitiert bei Norman Finkelstein, meint hierzu, dass Juden nur  eine Art Psychologie vererbt bekommen, die sich in drei Worten ausdrücken lässt: "Juden sind besser." Diese Einstellung aus dem
Talmud kam den kriegerischen Khasaren in ihrem mentalen Bestreben, eine ebenbürtige, wenn nicht überragende, Macht, verglichen mit den beiden bestehenden, Islam und Christentum, gerade recht. Aus diesem Grund erscheint der Übertritt der Khasaren zum talmudischen Judentum plausibel und nachvollziehbar. Diese Denkweise und entsprechendes Verhalten der Juden, "Wir sind immer die Auserwählten und Besten", hat sich im kriegerischen Siedlerverhalten der Khasaren niedergeschlagen und lässt sich, wie ein "Roter Faden" bei den Nachkommen im jüdischen Staat in Palästina, bis heute deutlich
verfolgen.

Untergang des Khasarenreiches

Das Khasarenreich wurde im 12. Und 13. Jahrhundert zerstört, wonach Stämme und Gemeinschaften hauptsächlich nach Russland und Polen einwanderten, jene Gebiete Osteuropas, wo zu Beginn der Neuzeit Juden am dichtesten siedelten. Dies hat viele Historiker zu der Annahme geführt, dass die Mehrheit der Ostjuden und damit auch des
Weltjudentums khasarischer und nicht semitischer Abstammung sei. Die These von Prof. Israel Shahak's in seinem Buch "Die jüdische Geschichte und die jüdische Religion - eine Last von 3000 Jahren", dass 92 Prozent der weltweit 13 Millionen Juden keine Semiten sind und aus der khasarischen Bevölkerungsschicht in Europa/Russland stammen, findet auch hier ihre Bestätigung.

Einer der Vorkämpfer der Hypothese von einem khasarischen Ursprung der Juden ist auch der Professor für mittelalterliche jüdische Geschichte an der Universität von Tel Aviv, A. N. Poliak. Er schreibt in seinem Buch KHASARIA: "die Tatsachen erforderten, ... eine neue Einstellung sowohl zum Problem des Verhältnisses zwischen den khasarischen Juden und anderen jüdischen Gemeinschaften wie zu der Frage, inwieweit wir diese (khasarischen) Juden als der Kern der großen jüdischen Gemeinden in Osteuropa betrachten können. Die
Nachkommen der Siedler - jene, die blieben, wo sie waren; jene, die in den Vereinigten Staaten und in andere Länder emigrierten, und jene, die nach Israel gingen stellen heute die große Mehrheit des Weltjudentums dar." Auch findet die Aussage Shahak's eine weitere Bestätigung.

Dies wurde geschrieben, bevor das gesamte Ausmaß jener Katastrophe bekannt war, die das Judentum in Osteuropa vernichtete. Doch ändert das nichts an der Tatsache, dass die große Mehrheit der überlebenden Juden aus Osteuropa stammt und daher khasarischen Ursprungs ist.                                                                                                                                 

Das bedeutet, dass ihre Ahnen nicht vom Jordan, sondern von der Wolga kamen, nicht aus Kanaan, sondern aus dem Kaukasus, den man für die Wiege der arischen Rasse hielt. Dies bedeutet wiederum, dass sie genetisch viel enger mit Hunnen, Uiguren und Magyaren verwandt sind als mit dem Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Epilog

Juden erheben Anspruch auf Palästina mit der Aussage, "Wir kommen nicht nach Palästina, sondern wir kehren zurück". Nach den obigen kurzen Ausführungen ist diese Behauptung, sowohl auch der Ausdruck "Antisemitismus" bar jeder Bedeutung. Dies bekommt eine plastische Dimension, wenn man sich die Frage stellt: Kann Samy Davis jr., ein zum Judentum Konvertierter, Anspruch auf Palästina erheben und behaupten, "er käme nicht nach Palästina, sondern er kehre dorthin zurück?"

Wenn es dem so wäre, dass Samy Davis aus seinem neu erworbenem jüdischen Glauben Anspruch auf Palästina erheben könnte und dürfte, dann hätten die Milliarden Christen dieser Gotteserde viel mehr Anspruch auf Palästina. Denn, Jesus Christus und seiner Mutter Maria lebten und starben dort. Ihre Geburts- und Grabstätten kann man heute auch besuchen.

Im Gegensatz zu den Juden, die seit 1967 in Jerusalem jedes Steinchen und jedes Staubkörnchen ausgegraben, mehrmals auf den Kopf gestellt und untersucht haben. Vergebens, nirgends fand sich ein Hinweis auf die Existenz eines angeblichen jüdischen Tempels. Auch wenn sie irgendeinen Hinweis fänden, einen Anspruch zu stellen und eine Berechtigung daraus abzuleiten, dürfen die, "zum Judentum übergetretene", Juden in Palästina nicht. Wir wissen nun einmal, darin sind sich alle einig, dass aus der Religion keine Gebietsansprüche abgeleitet dürfen. Dann würden, wie oben schon erwähnt, alle Christen und alle Muslime der Welt nach Palästina kommen wollen.

Faktum ist jedoch, dass die Araber und Muslime, speziell die Palästinenser, anderen Religionen, Glaubensrichtungen und -gemeinschaften, Toleranz und Respekt entgegen bringen. Wenn jemand, zum Beispiel wie Martin Buber, nach Palästina kam, um dort, aus tiefem Glauben, auf den Messias zu warten, wird er mit offenen Armen aufgenommen. Er hat nicht im Traum daran gedacht, Gebietsansprüche zu stellen. Er, Alfred Einstein, Mosche Menuhin und viele andere mehr, haben die Bildung eines jüdischen Staates verdammt und bekämpft, nachdem sie hinter der kolonialistischen Siedlerstrategie der Zionisten kamen.

Zum Schluss sollte nicht unerwähnt bleiben, dass im 8. Jahrhundert,  als die Araber im Jahre 711 Spanien eroberten, das Arabische Weltreich ihre gerosste Ausdehnung hatte. Die Omajaden Herrschaft mit Zentrum in Cordoba dauerte von 755 bis zum Niedergang des Kalifat dort im Jahre 1066. Diese Geschichtsepoche wird der Inbegriff einer Zivilisation, deren wissenschaftlicher, technischer und sozialer Stand das übrige Europa beschämt und aus der Position eines ungebrochenen Selbstbewusstseins das Beispiel einer toleranten Herrschaft liefert.

In den Genuss der Toleranz kommen nicht nur die Christen, sondern auch die Juden, die stets als Gradmesser gelten, von Güte und Härte eines Staates. Diese sephardische Juden können in ihren Synagogen unbehelligt Gottesdienste verrichten, jeglicher Tätigkeit nachgehen und frei umziehen, im Gegensatz zum christlichen
Europa werden sie nicht in Ghettos gezwungen. In der jüdischen Überlieferung heißt diese Zeitepoche "Die Goldene Diaspora"!

All das ist umso erstaunlicher, als es sich um eine Ära fortwährenden kriegerischer Auseinandersetzung, der "Reconquista" - christlicher Wiedereroberung Spaniens - handelt. Nach dem Niedergang des Kalifats Cordoba im Jahre 1066 und den Fall Toledos im
Jahre 1085, fingen die Juden an wieder zu flüchten, Verfolgungen und Pogrome kamen wieder auf der Tagesordnung Europas. Das sollten eigentlich gerade die Juden nicht vergessen!

******************************

Literarturhinweise:

Becker, Hans-Juergen (übersetzt und kommentiert): Der Jerusalemer Talmud; Sieben ausgewählte Kapitel, Reclam jun., Stuttgart, 1995

Finkelstein, Norman G.: The Holocaust Industry - Reflections of the Exploitation on Jewish Suffering; Verso, London-New York, 2000

Glagau, Erich: Der babylonische Talmud - Ein Querschnitt; Teil 1 und 2, Verlag Neue Versionen, Schweiz, 1996

Koestler, Arthur: Der dreizehnte Stamm - Das Reich der Khasaren und sein Erbe; Gustav Lübbe Verlag, 1989
Lizenzausgabe 1991 für Manfred Pawlak Verlässiges.
Titel der englischen Originalausgabe: "The Thirteenth Tribe", 1976
P.S.: Das Buch ist längst vergriffen worden.

Poliak, A.N.: Khasaria. Die Geschichte eines jüdischen Königreiches in Europa; Tel Aviv, 1944 und 1951

Information zur politischen Bildung, Heft 140, 4. überarbeitete Auflage, 1985; Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn

Manuskript zur Sendereihe des WDR: Die Araber und Europa; TR-Verlagsunion, München, 1991