Gastbeitrag von meinem Freund Günter
"Auschwitz" als Metapher ?
Gesendet: Donnerstag, 11.
Juli 2013 um 13:40 Uhr
Von: "Guenter Schenk" <guenter.schenk@web.de>
An: hannelore.kraft@landtag.nrw.de
Betreff: "Auschwitz" als Metapher ?
Ich bitte um Vorlage meiner Mail an
Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.
Links in die Befehlszeile einkopieren
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16455
Sehr verehrte Frau Ministerpräsidentin,
liebe Parteigenossin Hannelore Kraft,
mit Interesse hab ich Ihren Beitrag in der 'Jüdischen Allgemeinen"
gelesen und
kann Ihnen nur zustimmen: jugendliche, aber keinesfalls nur jugendliche
Deutsche
sollten durch eigene Erfahrung zum Schluss kommen, niemals wieder
dürfe
Menschen, wie in Nazi-Deutschland, Unrecht geschehen, allein weil sie einer
Gruppe, einer Religion oder einer kulturellen Minderheit angehören.
Sie vertreten in Ihrem Artikel den Standpunkt, ein Besuch in Auschwitz sei
dafür
eine sinnvolle, oder notwendige (?) Voraussetzung. Das mag so sein, muss
aber
nicht, denn, wenn seit Jahren ganze Schülerjahrgänge aus Israel nach
Auschwitz
geflogen werden, (siehe den erschütternden Dokumentarfilm des israelischen
Filmmacher Yoav Shamir DEFAMATION, gezeigt bei ARE):
http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/11/05/06_2240_a.php5
so nicht, damit sie zu den von Ihnen genannten Schlüssen kommen, sondern
-Filmaufzeichnungen dieses israelischen Filmemachers weisen dies nach, "um
zu erkennen, dass Juden, wo immer sie leben, sich zu jeder Zeit in einer für
sie feindlichen Umwelt befinden, dass ihnen nur ein nuklear bewaffnetes und
jederzeit zum Kampf gegen seine Nachbarn bereites Israel Schutz bietet. Juden,
so wollen es die Initiatoren dieses israelischen Jugendlichen verordneten
Auschwitz-Tourismus, sollen erkennen, nur in Israel (und durch Israel) sei
Juden Sicherheit in der Welt gewährleistet.
Auschwitz als Metapher zum Recht der Unterdrückung eines Volkes !
Das heißt: anstelle einer universellen Verpflichtung zu Menschlichkeit und
für die universelle gültigen Menschenrechte sollen sie lt. der israelischen
Veranstalter in ihrem Kampfeswillen gestärkt aus Auschwitz zurückkehren.
Nun muss aber - auch, aber besonders - für uns Deutsche die Verpflichtung gegen
jede Art von Rassismus, Unterdrückung als Lehre von der Nazi-Verbrechen eine
dauerhafte Verpflichtung sein. Seit nahezu 20 Jahren engagiere ich mich aus
diesem Grund für die Rechte der Palästinenser, muss aber, gerade von Zionisten
in und außerhalb Israels, auch jenen, die israelische Schüler zur
Wehrertüchtigung (sic) nach Auschwitz fliegen, mit der Auschwitz-Keule rechnen,
nämlich als Antisemit bezeichnet zu werden. Das geht beileibe nicht nur mir so
(mein kultureller und politischer Hintergrund macht mich immun gegen
derartige Verunglimpfung), aber besonders junge Menschen verweigern sich oft
einer engagierten Haltung in der Menschenrechtsfrage für die Palästinenser, für
das nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von
1948 garantierte Rückkehrrecht in ihre Heimat, weil sie infolge eines
unmissverständlichen Engagements für die Palästinenser mit Schmähungen rechnen
müssen, bis hin zu späteren beruflichen Nachteilen. Mit Schmähungen und
geradezu irrwitzigen Verleumdungen seitens der zionistischen Lobby, z.B. der
D.I.G, bis hin zu "christlichen" Zionisten.
So wird sogar der Auschwitz-Überlebende Dr. Hajo Meyer, der spätere oberste
Chef der Philips-Forschung - ein guter Freund - von der zionistischen Lobby
stigmatisiert, weil er für sich die unumstößliche Lehre gezogen hat, im
jüdischen Namen dürften nicht die verbrechen
geschehen, die Israel seit über 65 Jahren an den Palästinensern verübt. Das geht,
wie erst kürzlich geschehen, bis zur Verhinderung seines Auftretens in einer deutschen
Universität - in diesem Fall war es die Universität Würzburg!
Wussten Sie, dass in Israel das Erinnern an Auschwitz zwar zur
systematischen Wehrertüchtigung missbraucht wird, den israelischen
Palästinensern jedoch die Erinnerung an ihr schwerstes Unglück, die Vertreibung
von 1948 und die Zerstörung ihrer Gesellschaft, die Zerstörung von weit über
500 Ortschaften und die Vertreibung durch jüdische Terrorbanden Irgun,
Stern und der aus ihnen hervorgegangenen (!) Armee, verwehrt wird? In
Deutschland werden Versuche unternommen, die in Baden-Württemberg öffentlich und kirchlich geförderte Ausstellung "DIE
NAKBA, Flucht und Vertreibung der Palästinenser" zu
unterbinden. Wussten Sie das?
Dabei ist gerade diese Ausstellung, die es nun auch auf französisch, für
den gesamten französischen Sprachraum gibt (unter der Verantwortung unseres Straßburger
Vereines), eine Folge der von Ihnen, verehrte Frau Kraft, geforderten dauerhaften
Verpflichtung aller Europäer. Dass sich dieses NIE WIEDER schlecht verträgt mit der
kritiklosen Unterstützung israelischer Gewalt- und Unterdrückungs-Politik,
das aber sollten Sie den Lesern unbedingt vermitteln. Damit wäre belegt, dass
Sie aus "Auschwitz" die universell gültigen Lehren gezogen haben...und
Ihre Leserinnen und Leser würden dies auch als Verpflichtung für sich erkennen
können.
Sonst würde Ihr Standpunkt leicht missverstanden werden. Ich hoffe nicht, dass
dies für Ihren Beitrag in der Jüdischen Allgemeinen zutrifft, ausschließen kann
ich es jedoch nicht.
Darum bitte ich Sie, alles in Ihrer Macht stehende zu unternehmen, die
Ausstellung
"DIE NAKBA - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948"
wo immer sie in NRW gezeigt wird, zu unterstützen. Zum Beispiel durch
Grußworte. Diese Ausstellung ist eine direkte Folge der Lehren aus der
Nazi-Zeit, des "Nie wieder!" der Organisatoren.
Meine Erfahrung zeigt - und diese Erfahrung ist Ihnen möglicherweise fremd
- dass Auschwitz von interessierter Seite gerade nicht als Lehre im Sinne eines
"Nie wieder!"
vermittelt wird, sondern, wie es ein zionistischer Lobbyist, Journalist aus
Köln, einmal sagte, als Mittel zum dauerhaften Schweigeverbot missbraucht wird. Ich
zitiere: "Deutsche sollten in den nächsten 500
Jahren schweigen" ( O-Ton des WDR- Journalisten und
Redakteurs (sic) Lorenz Beckhardt in einer Sendung "Hallo
Ü-Wagen" zur deutschen Jüdin Evelyn Hecht-Galinski)
Mit besten Grüßen
Günter Schenk
1a rue des Aveugles
F-67000 Strasbourg
- membre du Collectif Judéo Arabe et Citoyen pour la Palestine, Strasbourg
- Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
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