Sonntag, 6. August 2017

Beschwerde beim Finanzamt Düsseldorf

Briefkopf


Finanzamt Düsseldorf-Altstadt
Kaiserstr. 52
40479  Düsseldorf
                                                                                                         06. März 2012



Sehr geehrte Damen und Herren,

in meiner Eigenschaft als Steuerzahler, deutscher Staatsbürger palästinensischer Abstammung, beschwere ich mich über die Erteilung der Gemeinnützigkeit an einem Verein, dessen Handlungen im Widerspruch zur unserer geltenden Verfassung steht. Somit findet ein Missbrauch deutscher Steuergelder statt, der umgehend beendet werden muss.

Schon vor einigen Jahren ist in einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, dass die Aktivitäten des Jüdischen Nationalfonds e.V. (JNF) – „Keren Kayemeth Leisrael (KKL)“ eng verbunden sind mit der Ausgrenzung, Vertreibung und Enteignung (Verstoß gegen Artikel 14 GG) der Palästinenserinnen und Palästinenser. Ob der Jüdische Nationalfonds überhaupt bei seinen Aktivitäten Schutz und Pflege von Umwelt und Natur im Blick hat, wie die Verantwortlichen dieser Organisationen behaupten, scheint bei genauer Betrachtung zweifelhaft. 2007 hat der Oberste Gerichtshof eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Jewish National Fund (JNF) darauf verpflichtet, auch Nichtjuden Land zur Verfügung zu stellen. Der JNF hat sich bis heute nicht daran gehalten. Die Machenschaften  des Vereins verstoßen in eklatanter Weise gegen nationales wie internationales Recht.



Dieses Treiben wäre in Deutschland schlicht verboten. Insbesondere die Klausel, dass das Land nur an Juden verpachtet werden darf, ist hier in Deutschland rechtlich ausgeschlossen.
 
Zu den größten aktuellen Aktivitäten des Jüdischen Nationalfonds gehört ein 600-Million-US-Dollar-Projekt, mit dem angeblich der Negev entwickelt werden soll. Der Jüdische Nationalfonds beabsichtigt dort Parks und Wälder anzulegen, zum Teil auf den Trümmern arabischer Dörfer Siedlungen zu bauen, die ausschließlich jüdisch-israelischen Bewohnern vorbehalten sein werden" (Verstoß gegen Artikel 3, Abs. 1 u. 3 GG), siehe www.zochrot.org/en  und www.uridavis-official-website.info. Dafür sollen 30.000 bis 45.000 Palästinenser im Negev zwangsumgesiedelt werden. Als künftige Heimat für diese Palästinenserinnen und Palästinenser sind ärmliche Planstädte mit extrem schlechter Infrastruktur vorgesehen, die am unteren Ende des Sozialindexes israelischer Städte und Gemeinden vegetieren. Ein Beispiel für eine solche Stadt ist Rahat. International bekannt geworden ist der Widerstand der Bewohner von Al Arakib bei Beer Sheva gegen diese Politik (im Juli 2010 berichtete auch die BBC darüber). Kurz nach der Staatsgründung Israels war das Dorf von den israelischen Behörden als Gerichtssitz anerkannt worden, Anfang der 50er Jahre wurden die Bewohner trotzdem zwangsumgesiedelt. Sie sind inzwischen wieder zurückgekehrt und wehren sich mit rechtlichen Mitteln und zivilem Widerstand gegen die Enteignung. Auf einem Teil des Landes von Al Arakib ist die Siedlung Givot Bar angelegt, die ausschließlich jüdischen Staatsbürgern vorbehalten ist. In den vergangenen zwei  Jahren haben die israelischen Behörden die Hütten der Bewohner des Dorfes fast 30mal zerstört. Auf dem restlichen Land von Al Arakib will nämlich der Jüdische Nationalfonds die Pflanzung des „God-TV“-Wald durchsetzen. Siehe dazu: Radikale US-Christen finanzieren Palästinenser-Vertreibung www.youtube.com/watch?v=12TvNEhcsx0


Im Staat Israel hat der Jüdische Nationalfonds die Rolle übernommen, eine Landverteilung zu sichern, die die nichtjüdischen Bürger des Staates extrem benachteiligt (Nichtjüdische israelische Staatsbürger sind von der Nutzung von 93 % des Bodens ausgeschlossen).
 
Human Rights Watch beschreibt im Jahr 2008 in seiner Studie zur Situation der Palästinenser im Negev die Rolle des Jüdischen Nationalfonds folgendermaßen: „The JNF has a specific mandate to develop land for and lease land only to Jews. Thus the 13 percent of land in Israel owned by the JNF is by definition off-limits to Palestinian Arab citizens, and when the ILA (Israeli Land Administration) tenders leases for land owned by the JNF, it does so only to Jews—either Israeli citizens or Jews from the Diaspora. This arrangement makes the state directly complicit in overt discrimination against Arab citizens in land allocation and use, and Israeli NGOs are currently challenging this practice in Israel’s Supreme Court. The ILA’s Governing Council is comprised of 22 members —12 representing government ministries and 10 representing the JNF, giving the JNF a hugely influential role in Israeli land policies generally and the overall allocation of state lands“.

Die kritische Haltung zur israelischen Landverwaltung und der Rolle des Jüdischen Nationalfonds-KKL in diesem Zusammenhang hat Human Rights Watch in den folgenden Jahren bekräftigt. siehe dazu auch

Auch Amnesty International kritisiert das Vorgehen des Jüdischen Nationalfonds im Negev.


Das Negev-Projekt ist nur ein Beispiel für die Vorgehensweise des Jüdischen Nationalfonds, der in derselben Art und Weise auch im Westjordanland bei Jerusalem und im Jordantal aktiv ist. Aufgrund der öffentlichen Diskussion verliert der Jüdische Nationalfonds immer mehr Unterstützer. Im Mai 2011 hat sich Beispielsweise der britische Premierminister David Cameron, als Schirmherr der Organisation in England, zurück gezogen.



Im Dezember 2011 distanzierte sich die Stadt Genf von ihrer ursprünglichen Förderung eines Benefizkonzerts des Jüdischen Nationalfonds mit einem Sondertarif für die Victoria Hall. Eine genauere Auseinandersetzung mit den Aktivitäten des Jüdischen Nationalfonds war Anlass dafür.


Ein solcher Verein stünde im Konflikt mit der hier geltenden Verfassung und darf mit Sicherheit nicht das Recht erhalten steuerabzugsfähige Quittungen auszustellen. Eine
Satzung, die im Konflikt mit GG steht, dürfte hierzulande ohnehin keinen Bestand haben. Ein solcher Verein darf auch keine Gemeinnützigkeit und Steuerprivilegien bekommen. Die Subventionierung so einen Verein durch den deutschen Steuerzahler stellt eine Verletzung des GG dar.
Zum Abschluss sei auf Artikel 25 Grundgesetz hingewiesen: Danach ist Deutschland verpflichtet, gegen jede Verletzung des Völkerrechtes von Rechtswegen vorzugehen. Auch die erteilte Gemeinnützigkeit des Vereins (JNF) ist mit dem Diskriminierungsverbot im GG, Artikel 3, Abs. 3,  nicht zu vereinbaren.

Aus den obigen Ausführungen bitte ich Sie dringend, die Gemeinnützigkeit dieses Vereins abzuerkennen. 

Ihrer Nachricht diesbezüglich sehe ich gern entgegen und danke Ihnen für Ihre Hilfe und  Bemühungen bereits im Voraus.


Mit freundlichen Grüßen



2. Schreiben an FA-Düsseldorf-Altstadt

Briefkopf

Finanzamt Düsseldorf-Altstadt
Postfach 101021
z.Hd. Herrn Slomsek
40001  Düsseldorf                                                                                     26.04.2012




Aktenzeichen: Str. Nr. 103/5924/0394
Jüdischer Nationalfonds e.V.
Unsere Beschwerde vom 06.03.2012

Bezug: Ihr Schreiben vom 18.04.2012



Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrter Herr Slomsek,

vielen Dank für Ihr Schreiben, mit dessen Inhalt ich absolut nicht einverstanden bin. Mir ist unerklärlich, was meine Beschwerde über die Gemeinnützigkeit für den JNF mit dem Steuergeheimnis zu tun hat. Ich halte fest: Der Jüdische Nationalfonds e.V. darf aufgrund seiner unrechtmäßigen Machenschaften in Palästina  kein Steuerbegünstigter Verein nach dem deutschen Steuerrecht sein, da er eine parastaatliche Organisation ist. Seine Einstufung durch das Finanzamt Düsseldorf-Altstadt als steuerbegünstigt, verstößt in eklatanter Weise gegen unsere Gesetze. Es heißt, unser Steuergeld wird nicht gesetzeskonform eingesetzt. Hiergegen  erhebe ich in aller Form nochmals meinen Protest und Einspruch. Ihrerseits sollten Sie mir mitteilen, ob die, zu Unrecht erteilte, Gemeinnützigkeit aberkannt wird oder nicht. Hier kann also gar keine Rede davon sein, dass das Finanzamt sich in so einem Fall auf das Steuergeheimnis berufen kann. Die Gemeinnützigkeit ist doch öffentlich, und der JNF wirbt damit. Hierbei kann es sich  m. E. nur um eine Ausrede ihrerseits handeln, wogegen ich gewillt bin, juristischen Beistand in Anspruch zu nehmen.


Um der unberechtigten Erteilung der Gemeinnützigkeit an den JNF, dessen Handlungen unsere Verfassungsnormen verletzen, in dem er steuerbegünstigte „Spenden für Kolonialismus und Apartheid“ einsetzt, ein Ende zu setzen, da das ein Akt der Verletzung geltender Gesetze in diesem Land darstellt, füge ich folgenden Link bei, um die völkerrechtswidrigen Untaten und Machenschaften des JNF noch einmal zu dokumentieren. Gleichzeitig fordere ich Sie noch einmal auf, die Gemeinnützigkeit zu widerrufen.


Broschöre: Palästina-Info Spezial

Palästina-Info Spezial als PDF in niedriger Auflösung

Spenden für Apartheid und  Kolonialismus 

Die Grünwaschung von Vertreibung und
Enteignung in  Palästina durch des
Jüdischen Nationalfonds (JNF/KKL)


Die 40-seitige Broschüre soll die internationale Kampagne „Stop the JNF“ im deutschen Sprachraum unterstützen und bekannt machen. Die Kampagne will über die zentrale Rolle des JNF/KKL bei der Umsetzung der zionistischen Politik aufklären. Dazu gehören die andauernde Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung von ihrem Land, die Enteignung ihres Landes und Besitzes, die fortdauernde Kolonialisierung und die Zerstörung der natürlichen Umwelt Palästinas.

Zur Verdeutlichung des Sachverhalts, hier noch eine Besprechung der Broschüre „Kolonialismus und Apartheid“ von Dr. Ludwig Watzal, die zu dem Schluss kommt:

Deutsches Recht besagt: „Alle wesentlichen Tätigkeiten des Vereins müssen gemeinnützig sein.“ 

Besteht jetzt nicht ein dringender Handlungsbedarf der nationalen Finanzbehörden in den einzelnen Ländern für eine Neubewertung der Gemeinnützigkeit für den JNF?



In Erwartung Ihrer Antwort bedanke ich mich bereits im Voraus.



Mit freundlichen Grüßen




3. Schreiben als Antwort
Briefkopf
     


Finanzamt Düsseldorf-Altstadt
Postfach 101021
z.Hd. Herrn Slomsek
40001  Düsseldorf                                                                            
02.07.2012



Ihr Zeichen: 103/5924/0394
Jüdischer Nationalfonds e.V.
Ihr Schreiben vom 16.05.2012




Sehr geehrter Herr Slomsek,

nach reiflicher Überlegung und Beratungen teile ich mit, dass ich eine klagefähige Entscheidung über meinen Einspruch gegen die Zuerkennung der Gemeinnützigkeit bezüglich des Jüdischen Nationalfonds e.V. von Ihnen wünsche.

In Erwartung Ihrer Entscheidung bedanke ich mich für Ihre Bemühungen bereits im Voraus.


Mit freundlichen Grüßen

Samstag, 5. August 2017

Die "Bewohner der Höhle" oder, "Kniefall der Araber"





"Road Map": Eine neue Osloer-Geburt? Der neue Fahrplan deckt nicht die Nahost-Problematik und weist noch große Schlupflöcher für Israel auf. Dennoch hat Israel 14 Einwände eingebracht. 
 
Israel irrt, wenn es, als "Zeichen des guten Willens für den Fahrplan", erklärt, illegale Siedlungen zu räumen? Was bedeutet hier eigentlich illegal? Die Antwort scheint einfach: Irgendwo eine Antenne oder ein Wohnwagen auf einem palästinensischen Hügel zu stellen und anschließend Anspruch darauf erheben und konfiszieren. Und mit welchem Recht? Wieder eine einfache Antwort: Mit gar "Keinem". Es gibt eben keine legale Siedlungen. Noch einfacher: "Alle" Siedlungen sind, ohne Ausnahme, illegal. Israel muss auf die Grenzen vom 4. Juni 1967 zurück, wenn es überhaupt einen Frieden will. 

Reicht es etwa nicht, dass Israel seine Hand über 78 Prozent des historischen Palästinas streckt? Nein, lautet wieder die einfache Antwort. Weil Israel eine expansionistisch-koloniale Politik betreibt, die als eine Fortsetzung für 1948 anzusehen ist. Auch die begonnene Vertreibung wird, heute unter dem Namen: "Operation Dornenfeld" bekannt, fortgesetzt. Für die Verwirklichung dieser Ziele hat Israel, unterstützt von den USA, eine neue palästinensische Führung, mit Mahmoud Abbas an der Spitze, eingesetzt. Mit der neuen palästinensischen Regierung erhofft sich Israel, wie der Plan "Belin-Abbas" von 1995 bestätigt, eine Durchsetzung seiner expansionistischen Ziele (s. H. 2/03, Tanya Reinhart). 

Die arabischen "Siebenschläfer" sehen diese Gefahren und machen trotzdem einen Kniefall. 
Eigene Erfahrung, die hiermit wenig zu tun hat, die jedoch ein "Typus arabicus" dokumentiert, mit Prägung von Trägheit, Unterwürfigkeit und Apathie. 

Im September 2002 haben wir begonnen, mit vorliegender Broschüre, zionistischer Lügenpropaganda zu entgegen. Wirksam kann die Arbeit nur werden, wenn weite Verbreitung, auch durch das Medium Internet, gewährleistet wird. Das heißt: Die G.H.U.P. verteilt, bei wöchentlichen Infoständen in der Fußgängerzone, und verschickt unentgeltlich viele Exemplare an Interessierte. Um dieses Werk fortsetzen zu können, müßten wir finanzielle Unterstützung, von arabischen Vertretungen, erfahren. 

Von Beginn an kontaktierten wir die Zuständigen. Das Ergebnis:
  • Die meisten Vertretungen haben erst gar nicht darauf reagiert.
  • Fathi Al-Mirdassi, der Botschafter Tunesiens, lobte die Arbeit und unterstrich seine Notwendigkeit. Er versicherte, dass sein Land das palästinensische Anliegen unterstütze. Brüderliche Beziehungen, zwischen seinem Präsidenten und Arafat, setzte er oben drauf, als Bonbon!?! Das war's.
  • Viel Lob, Gratulation und Ankündigung zur Hilfe versprach der Botschafter Kuwaits, Jamal Al-Nissafi. Am Telefon hieß es stets: "Geben Sie mir bitte nur zwei Tage Zeit." Oder er ließ sich verleugnen. Seine "zwei Tage" sind seit Mitte Februar immer noch nicht zu Ende !?!
  • Botschafter Ali Al-Zaouni, wie Botschaftsrat Khaled Al-Mahmoud, der Vereinigten Arabischen Emirate versprachen Unterstützung. Und das, seit September 2002. Trotz vieler Telefonate und Schreiben, blieb es nur bei hohlen Versprechungen. Sie wollten gar bei den zuständigen stellen in ihrem Land für die Unterstützung eintreten. Nichts dergleichen hat gefruchtet. Gar vom Botschaftsrat persönlich bestellte Exemplare wurden nicht einmal bezahlt.
  • Der Botschafter von oben schaltete auch den Botschafter des Jemen, Muhyeddin Al-Dabi, ein, der die Angelegenheit, in seiner Eigenschaft als Dekan des arabisch-diplomatischen Chors, an die Liga der arabischen Staaten weiterleitete. Dies teilte der Dekan freudig, mit Schreiben vom 8. April, mit. Auch das ist bis heute nur dabei geblieben.
  • Der syrische Botschafter, nachdem er von unserer Arbeit sehr überzeugt war, wollte er sich unbedingt mit mir treffen, wollte jedoch jedesmal, beim telefonischen Terminvereinbarung, erneut wissen, worum es eigentlich ginge. Das Spiel wiederholte sich, bis er nach Berlin ging.
Geschichte in Auszug und Fazit: Auch daraus kann man einen tieferen Sinn eruieren und lernen: "Auch beim Fahrplan werden die Araber tiefer knien und weiter schlafen. Die "Bewohner der Höhle" waren nach 309 Jahren Schlaf aufgewacht. Es scheint, diesmal wird "Dieser Schlaf" länger dauern. Viel länger!? 


Wachtberg, 2002

Sonntag, 16. Juli 2017

Die Bank für Sozialwirtschaft - "Wir sind Nachbarn. Alle"


Das Krokodil, Ausgabe 19 / Dezember 2016 

Licht für die Handlanger von Völkerrechtsbrechern


Die Bank für Sozialwirtschaft (BfS) hat den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ zum Ende des Jahres 2016 das Vereinskonto gekündigt, weil dieser sich gegen den Bruch des Völkerrechts wendet. Die „Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband“, der mit dem Spruch „Wir sind Nachbarn. Alle“ auftritt, deckt das Verhalten der Bank und damit das Völkerrechtsbruch. Deshalb hat Dr. Izzeddin Musa am 23. Dezember 2016 ein Schreiben an die Diakonie gerichtet. Darin heißt es: 

Ihr Schreiben zur Kündigung                                       23.12.2016 um 12:32 Uhr

  

Sehr geehrter Herr Georg Bloch-Jessen,

ich danke Ihnen für die allgemein gehaltene Antwort für Alle. Dass, das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung klar für das Existenzrecht Israels eintritt, macht Ihnen keiner zum Vorwurf. Ist auch Ihr gutes Recht.

Die BDS ruft aber nicht zum Boykott gegen Israel, sondern gegen Waren und Produkte, die aus den völkerrechtswidrig, auf palästinensischem Grund und  Boden errichteten Siedlungen, stammen. Dass, der BDS-Aufruf nun legitim sei, ist wohl sonnenklar. Ich hoffe, Ihnen ist jetzt ein Licht aufgegangen, worum es eigentlich geht. Ihr Vorgehen und Einstellung sind dementsprechend völkerrechtswidrig. Können Sie damit leben?

Ich hoffe, Ihnen hiermit gedient und zu Ihrer Aufklärung etwas beigetragen zu haben.

Mit vorzüglichster Hochachtung

Name und Anschrift


Herr Bloch-Jessen hatte am 22. Dezember 2016 folgendes wissen lassen:

22. Dezember 2016 um 16:44 Uhr

Betr.: Ihr Schreiben zur Kündigung



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Ihre Nachricht zur Kündigung des Vereinskontos der „Jüdischen Stimme e.V.“ erhalten. Der Vorstand bat mich Ihnen zu antworten, was ich hiermit gerne tue.

Die Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband nimmt wie folgt Stellung:

Der Vorstand der Bank für Sozialwirtschaft hat die Geschäftsbeziehung zu dem Verein „Jüdische Stimme e.V.“ beendet, da deren Unterstützung der Boykott, Desinvestition und Sanktion (BDS) Kampagne mit den Grundsätzen der Bank nicht vereinbar sei. Dies fällt in die operative Verantwortung des Bankvorstandes, der dies im Statement der Bank für Sozialwirtschaft (BFS) zur Kontokündigung „Jüdische Stimme“ wegen Unterstützung der Kampagne „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS)“ näher erläutert. 

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung tritt klar für das Existenzrecht Israels ein. Es unterstützt keine Projekte, die zum Boykott von Waren aus Israel aufrufen. Es tritt überall auf der Welt und so auch im Nahen Osten gegenüber allen Konfliktparteien für Frieden und Versöhnung, demokratische und rechtsförmige Formen des Interessensausgleichs und gewaltfreie Formen des Austragens von Konflikten sowie für den legitimen Raum von Zivilgesellschaften ein. 

Wir bitten Sie für weitere Fragen zur Entscheidung der Bank für Sozialwirtschaft direkt mit der Bank Kontakt aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr 

Georg Bloch-Jessen

Theologie | Vorstandsbüro

Telefon +49 30 652 11-1075 I Telefax +49 30 652 11-3075
georg.bloch-jessen@diakonie.de

Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Caroline-Michaelis-Straße 1 | 10115 Berlin | Telefon +49 30 652 11-0 | Telefax +49 30 652 11-3333


Wir sind Nachbarn. Alle

Für mehr Verantwortung miteinander –
Eine Initiative der Diakonie und der evangelischen Kirchen

www.wirsindnachbarn-alle.de | #WirSindNachbarnAlle 


Mail v. 24.12.2016 um 15:08 Uhr

Sehr geehrte Frau Rueth,
 
nun erfahre ich Ihre Mail-Adresse, gute Gelegenheit, meine Mail an Herrn Bloch-Jessen auch an Sie weiterzuleiten. Diese Zeilen gelten nämlich auch für Sie. Ich füge hinzu, dass der Weltsicherheitsrat nun Israels Besatzungs- und Besiedlungspolitik verurteilte, was genau auch die BDS-Bewegung fordert. Ist das für Sie etwa völkerrechtswidrig? Kann das Sie endlich überzeugen, dass Sie sich fehlverhalten haben? Hätten Sie soviel Zivilcourage, um von Ihrer Fehlentscheidung abzurücken? Das würde man Ihnen hoch anrechnen!!!
 
Dr. Izzeddin Musa



Mittwoch, 28. Juni 2017

Die Buraq-Mauer ist keine Klagemauer


Mein Kommentar als Ergänzung für den Beitrag von Claudia Kühner von 08.10.2015


Claudia Kühner’s  Beitrag: „ Der Tempelberg als nächstes Ziel“ - Radikalisierung und gewalttätige Zusammenstösse von Juden und Palästinensern sind die absehbaren Folgen einer verfehlten Politik,  beschreibt die gegenwärtige Situation in Jerusalem ziemlich zutreffend, insbesondere die Heuchelei und Ohnmacht der westlichen Welt und der Nobelpreisträgerin Europäische Union, die unverkennbar sind.


Bis auf die eine Behauptung: „Zu sensibel ist dieser Ort, auch wenn dort einst ihr Tempel stand (an dessen restlicher Mauer sie seit der Zerstörung beten)“, die so nicht stehen bleiben  kann. Hier werden historische Tatsachen nicht korrekt wiedergegeben und sollten deshalb geklärt werden. Seit 1967, nach dem Sechs-Tage-Krieg, hat eine große Schar israelischer Archäologen begonnen, nach Spuren des angeblichen und zerstörten Tempels des Salomon auf dem fälschlicherweise genannten „Tempelberg“ zu graben. Nie ist auch nur eine einzige Spur, die auf einen jüdischen Tempel hinweisen könnte, gefunden worden. Bis heute nicht. 

Seit der Balfour-Deklaration im Jahre 1917 haben die Zionisten begonnen, die Buraq-Mauer (Westmauer der Al-Aqsa Moschee) als ihre „Klagemauer“ zu betrachten. Deswegen gab es immer Zündstoff zwischen Muslimen und Juden. Im Jahre 1929 gab es Streiks, Aufstände und Unruhen in vielen Städten Palästinas, gegen die Weißbücher Großbritanniens (diese sind eine offizielle Grundsatzerklärung der britischen Regierung) und die Ansprüche auf die Klagemauer, bei denen 133 Juden, 116 Araber, vor allem von Briten getötet wurden. Jedes Palästina betreffende Weißbuch bekam den Namen des jeweiligen Kolonialministers: „Churchill-Weißbuch“ 1922; „Passfield-Weißbuch“ 1930; „MacDonald-Weißbuch“ 1939.

Im selben Jahr, während des britischen Mandats über Palästina, hat eine objektive wie unparteiische Internationale Untersuchungskommission, angeführt vom ehemaligen schwedischen Außenministers Eliel Löfgren festgestellt, dass es sich bei der sogenannten „Klagemauer“ lediglich um die muslimische „Buraq-Mauer“ handelt, und diese sei einzig und allein Eigentum der Muslime. Im Jahr 1930 hat die Kommission, nach Anhörung beider Seiten und Auswertung aller Dokumente, jüdische und arabische, einen Bericht an den Völkerbund abgegeben, in dem ohne jeden Zweifel dokumentiert wird, dass die Buraq-Mauer eindeutig ein Besitz der Muslime sei. Im Bericht steht, dass die westliche Wand der Al-Aqsa-Moschee (Al-Buraq-Mauer) ein unteilbarer Teil  des Territoriums des „Al-Haram Al-Sharif“ – Al-Aqsa Moschee und des Felsen Doms - ist. Diese sind ohne Zweifel Eigentum des Islamischen Waqf (Stiftung).

Fakt ist, dass Juden, sprich Zionisten, keinen Anspruch auf die sog. Klagemauer haben. Die Klagemauer, die nicht gibt, kann den Juden gar nicht heilig sein. Lediglich der „zionistische Gott“ hat die muslimische Buraq-Mauer in eine Klagemauer umbenannt und für die Juden geheiligt, also heilig gesprochen, damit die Zionisten ihrem angeblich zerstörten Salomon-Tempel nachweinen und ihn wieder auf dem Tempelberg aufbauen können.

Fazit: Es handelt sich hier lediglich um einen zionistischen Treppenwitz der Geschichte.

Izzeddin Musa
Anschrift


Diese Zeilen bekam ich von Ellen Rohlfs als Ergänzung für meinen Kommentar oben.

Lieber Izzedin, soweit mir von Archäologen (persönlich und aus Büchern) bekannt ist, ist die sog. Westmauer(Klagemauer erst viel später entstanden und nie ein Teil eines Tempels gewesen sondern nur die Stützmauer des von Herodes II oder III erweiterten „Tempel-Compound. Die oberen Teile seien sogar noch später gebaut worden. Es ist so, als würde man die Mauer um einen Schlosspark zu einem Teil des Schlosses machen. 
Herzlich Ellen

PS aber der Mythos wird noch immer unter Ultraorthodoxen und bei Touristen und auf Postkarten  verbreitet.



Damit der Beitrag von Claudia Kühner nicht irgendwann vom Netz verschwindet, füge ich ihn hier bei:




Für Arabisch Sprechende:

اليهود حولوا «حائط البراق» المقدس إلى «حائط مبكى» مزعوم

قراءة: عبدالله حشيش - القاهرة

الجمعة 03/06/2011

https://www.al-madina.com/article/87910/%D8%A7%D9%84%D9%8A%D9%87%D9%88%D8%AF-%D8%AD%D9%88%D9%84%D9%88%D8%A7-%D8%AD%D8%A7%D8%A6%D8%B7-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B1%D8%A7%D9%82-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%82%D8%AF%D8%B3-%D8%A5%D9%84%D9%89-%D8%AD%D8%A7%D8%A6%D8%B7-%D9%85%D8%A8%D9%83%D9%89-%D9%85%D8%B2%D8%B9%D9%88%D9%85

Für Arabisch Sprechende Link in die Befehlszeile einkopieren 

 

Der Tempelberg als nächstes Ziel

Radikalisierung und gewalttätige Zusammenstösse von Juden und Palästinensern sind die absehbaren Folgen einer verfehlten Politik.

Von Claudia Kühner 08.10.2015
 

Auch an diesem Checkpoint bei Ramallah protestieren Palästinenser. Foto: Mohamad Torkoman (Reuters)
Krawall, Zusammenstösse, Schüsse, Messerstiche, Tote – ist das, was gegenwärtig in Jerusalem und den besetzten Gebieten geschieht, der Beginn eines dritten Palästinenseraufstandes nach 1987 und 2000? Das ist gegenwärtig noch nicht klar oder vorhersehbar. Was leichter zu analysieren ist, sind Gründe für diesen erneuten Gewaltausbruch. Völlige Hoffnungslosigkeit auf palästinensischer Seite trifft auf eine wachsende Radikalisierung der religiösen und nationalistischen Rechten in der israelischen Gesellschaft, die sich seit der letzten Wahl auch in der Politik der rein rechten Regierungskoalition spiegelt. 

Was vor Wochen auf dem Jerusalemer Tempelberg begann, weitet sich nun aus auf die Westbank und möglicherweise auch auf Israel selber. Auf dem Tempelberg, dem drittwichtigsten islamischen Heiligtum, ist es Juden untersagt zu beten. Zu sensibel ist dieser Ort, auch wenn dort einst ihr Tempel stand (an dessen restlicher Mauer sie seit der Zerstörung beten). Erste jüdisch-muslimische Zusammenstösse gab es hier schon 1929. 

Kollektivstrafe statt Politik

Doch immer öfter haben extremistische Ultraorthodoxe dieses Verbot mit staatlicher Duldung missachtet und damit muslimische Gläubige oder radikalisierte Jugendliche bis zur Gewaltanwendung provoziert. Der dann, wie immer, die scharfe Reaktion von israelischen Sicherheitskräften und neue palästinensische Anschläge folgten. Regierungschef Benjamin Netanyahu weiss keine andere Antwort als die bekannte: Kollektivstrafen werden verhängt in Form von Häuserzerstörungen und tödlicher Gewalt seitens der Sicherheitskräfte. Eine jahrzehntealte Methode, die das Völkerrecht als Kriegsverbrechen bezeichnet und die den Zweck der Abschreckung nie erfüllt hat. 


Amira Hass, die für «Haaretz» seit Jahren über die besetzten Gebiete berichtet, sagt es in einfachen Worten: «Die Palästinenser kämpfen für ihr Leben, in vollem Wortsinn. Wir israelischen Juden kämpfen für unsere Privilegien als Volk der Herren, in aller Hässlichkeit dieses Begriffs.» Getötete Palästinenser erscheinen in den Medien kaum, dabei übersteigt ihre Opferzahl jene der Juden um Tausende. Ihr Leben wird immer unerträglicher angesichts des fortwährenden Siedlungsausbaus, ihre politische Führung hat mit ihrem Anpassungskurs nichts erreicht, nicht im Kleinen und schon gar nicht im Grossen. Land wird enteignet, der Zugang zu Wasser versperrt, sie landen ohne Anklage im Gefängnis, sie werden ihres Bodens verwiesen oder ausgebürgert, sie dürfen nicht bauen nach ihren Bedürfnissen, sie werden jeder Hoffnung auf einen Staat beraubt. Stattdessen dienen ihre Sicherheitstruppen als Subunternehmer Israels, finanziert von der EU und den USA.

Zum Bild gehört auch, dass die Brandstifter, denen vor zwei Monaten eine palästinensische Familie zum Opfer fiel, bis heute frei herumlaufen, obwohl man weiss, aus welcher Ecke sie kommen. Dass sich so ein Teil der palästinensischen Jugend radikalisiert und Anschläge begeht, ist nur eine der Folgen. Für Netanyahu aber handelt es sich um Mörder, die «Juden töten, weil sie Juden sind». Denn seine Politik beschränkt sich darauf, den Holocaust, den vergangenen wie einen drohenden, zu beschwören.

Der Radikalisierung in der israelischen Rechten schaut er dagegen tatenlos zu. In der Regierung sitzen heute Minister wie Naphtali Bennett, Zipi Hotovely oder Ayelet Shaked, die klar zum Ausdruck bringen, dass die besetzten Gebiete für immer israelisches Territorium bleiben werden (es fehlt nur noch die förmliche Annexion). Der Regierungschef, der immer einmal Lippenbekenntnisse zur Zweistaatenlösung abgibt, sie aber nicht wirklich will, hat die Kollegen noch nie zurückgepfiffen.

Tempelberg als Kampfplatz

Diese Rechte sieht sich heute auch nicht mehr zu einem «Kampf» für ihre Siedlungen gedrängt. Als letztes noch nicht beherrschtes Territorium rückt deshalb der Tempelberg ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Zum Bild gehören auch die Hunderten von Juden, die nach den Anschlägen in der Altstadt unter «Tod den Arabern»-Rufen ungehindert durch die Strassen von Jerusalem zogen. Ein Slogan, der längst zum Graffiti-Repertoire dieses Milieus gehört.

Die Welt, mit anderen Problemen beschäftigt, schaut derweil weg – mit Problemen, die genau aus solchem Verdrängen resultieren. Bis heute ist die EU unwillens, Israel zu einer politischen Lösung zu drängen. Und der Schlüssel liegt in Jerusalem, nicht in Ramallah, dem Zentrum der Ohnmacht.

(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.10.2015, 06:06 Uhr
 



Montag, 15. Mai 2017

Henryk M. Broder und sein Bettvorleger



Anläßlich der "Plauderstunde" Peter Voß mit HMB 
Von: Izzeddin Musa [mailto:izzeddin.gaza@gmx.de]
Gesendet: Montag, 19. Dezember 2016 13:29
An: Thomas.demaiziere@bundestag.de; Wolfgang.Schaeuble@bundestag.de
Cc: Angela Merkel; angela.merkel@bundestag.de; Budestag Die Linke; "Bundestag Präsident"; CDU/CSU Fraktion; Deutsche Bundestag; Deutschland Funk; Erstes Weltspiegel; FAZ Leserbriefe; Focus Zeitschrift; Franfurter Allgemeine Zeitung; "Grüne Fraktion"; Neues Deutschland; Phoenix; "Süddeutsche Zeitung"; Tagesspiegel Online; Tageszeitung Die Welt; taz; taz Tageszeitung; WAZ Tageszeitung; WDR Hartaberfair; WDR Redaktion; Wochenzeitung Die Zeit; Der Spiegel; Junge Welt
Betreff: Fw: HMB und sein Bettvorleger
 

Sehr geehrte Innen- und Finanzminister,

Herrn Hamed Abdel-Samad bekommt Personenschutz, da sein Leben, durch eine "Islamische Fatwa", bedroht wird. Wenn dem so wäre, er war ja mitten auf dem Tahrirplatz in Kairo während der arabischen Revolte "Arabischer Frühling!!!" und ihm ist dort nicht ein Haar gekrümmt worden. Das wäre in dem Getümmel ja nicht einmal aufgefallen. Also, es handelt sich hier "höchstwahrscheinlich" lediglich um einen "Publicity Gag". Abdel-Samad lässt nichts unversuchtes, um Publicity zu erlangen und die Taschen voll zu stopfen. Nachdem sich die Woge hier in Deutschland, nach seiner "fingierten" Entführung in Ägypten sich legte, ist er nach Amerika "aus"-gewandert, um sein Glück, mit seiner Hetze gegen den Islam, dort zu versuchen. Als er merkte, dass er dort nicht damit ankam, war er schnell wieder zurück um das Spiel mit Henryk M. Broder von neuem zu beginnen. Hier angelangt, wird er auf Kosten des Steuerzahlers rund um die beschützt.

Sehr geehrte Herren Minister, die Steuerzahler dürfen nicht für die „Bodyguards“ von Abdel-Samad aufkommen. Sie haben es in der Hand, diesem Komödientheater ein Ende zu setzen. Darum bitte ich Sie.

Mit vorzüglichen Grüßen

Dr. Izzeddin Musa



Der Gast HMB, ein "Pseudohistoriker", unverferoren aus dem Nähkästchen behauptet, dass die Gründung des rassistischen, Retorten-, Besatzer- und Apartheidstaates Israel das wichtigste Ereignis der letzten zweitausend Jahren sei. Was für Treppenwitz der Geschichte!?!

Was für ein Abschiedsabgang für Herrn Peter Voß!!



Fragen Sie Henryk M. Broder, Herr Voss!

 

Einmal täglich schaue ich auf der „Achse des Guten“ vorbei, um mich auf dem Laufenden über die neusten Trends in Sachen Voodoo-Politik zu informieren. Dort fand ich den Hinweis auf das Interview von Peter Voss mit Henryk M. Broder auf 3SAT. Da im Augenblick „Schwiegertochter gesucht“ eine Pause einlegt, musste ich mir meine sonntägliche Ration Amüsement woanders holen, und da kam Broder gerade Recht. Auch Reaktionäres kann von Zeit zu Zeit amüsant sein.

Der 75-jährige Moderator wollte vom 70-jährigen Interviewten wissen, ob er denn gar kein wenig alterweise geworden sei, woraufhin Broder entgegnete, er leide eher an „Altersverzweiflung“, fühle sich „mental wie Anfang 30“. Voss hangelte sich an Broders Steckenpferde entlang und bekam die passenden Antworten. Zu Broders journalistischer Potpourri gehörten Themen wie Kanzlerin Merkel, Flüchtlinge, Integration, Europäische Union, Israel, Antizionismus, Antisemitismus sowie Donald Trump. 

Angela Merkel bringt Broder am meisten zur Verzweiflung, weil das Land den Bach runtergehe. Die Tore wurden für Menschen mit anderen Sitten weit aufgemacht, die „sich aber nicht an unsere Sitten anpassen“ wollen. Auf die Frage, was zu tun sei, entgegnete Broder: „Zurücktreten wäre ein guter Anfang.“ Die Bundesregierung habe viele furchtbare Fehler gemacht. Mit seiner Kritik steht Broder jedoch nicht alleine. Auch Sahra Wagenknechts Kritik klinge wie die einer „Kulturkonservativen“. Broder inszenierte sich wieder einmal als ein Verfechter der Meinungsfreiheit. Sie gelte auch für falsche Meinungen. In diesem Zusammenhang kritisierte Broder jedoch den Auftritt einer vollverschleierten Muslima bei Anne Will. Sie könne sagen, was sie wolle, aber unverhüllt.

Broder sprach das Problem mit speziellen Einwandergruppen an. Über die Einwanderung von einer Million Asiaten wäre kein Wort verloren worden. Die Integration von Muslimen sieht Broder eher skeptisch. Beispielhaft stünden als Beispiele einer gescheiterten Integration Türken in der zweiten und dritten Generation in Deutschland, die zu Zehntausenden zu einer Pro-Erdogan-Demonstration gegangen seien, auf der auch die Einführung der Todesstrafe in der Türkei gefordert worden sei. Die Deutschen ließen sich vom Islam die Agenda bestimmen. Wie absurd die Lage geworden sei, zeige sich in Berlin. Dort fordere man die Einführung von Türkisch und Arabisch als Unterrichtssprache! Die deutsche Gesellschaft komme den Migranten sehr weit entgegen und erhalte dafür die vorwurfsvolle Antwort, „wir hätten bei der Integration versagt. Der Witz des Jahrhunderts.“

Broder hat aber auch zwei Lieblingsmuslime: Ahmad Mansour und  Hamed Abdel-Samad „wunderbare Muslims“. Besonders wies Broder auf die unnatürliche Lebenssituation von Abdel-Samad hin, der von fünf Leibwächtern beschützt werden müsse. Ob das mit der Fatwa tatsächlich stimmt, kann bezweifelt werden. Abdel-Samad wurde bei einem Ägyptenbesuch „entführt“, tauchte aber nach zwei Tagen auf gleiche mysteriöse Weise wieder auf, wie er „entführt “ worden war. Bei dieser „Entführung“ ging es um Geld, hatte also mit dem Islam nichts zu tun. Zu Recht sprechen einige von einem „PR-Gag„.

Broders Kritik an Martin Schulz, Katrin Göring-Eckardt, Merkel, der EU ist mehr als berechtigt. So brächten die Flüchtlinge etwas mit, das Wertvoller als Gold sei, so Martin Schulz.Oder die Grüne Göring-Eckardt erklärte, dass Deutschland mit den Flüchtlingen „Menschen geschenkt“ bekäme. Dies sei grün-kostümierte „Menschenverachtung“, so Broder. Israel und der Antisemitismus dürfen in keinem Broder-Interview fehlen.

Broder hatte vor langer Zeit Alija gemacht und mit großem Tamtam Deutschland den Rücken gekehrt, kehrte aber nach zehn Jahren wieder zurück. Die Zeit in Israel bezeichnete er als „die besten Jahre meines Lebens“. Er habe sich „gut gefühlt“. Als Gründe für seine Rückkehr nannte Broder zwei Private und den Fall der Mauer. Er wollte miterleben, wie ein Volk in die Freiheit strebe. Etwas Ähnliches sei beim Exodus der Israeliten aus Ägypten passiert. Diesen rhetorischen Schwulst mag glauben wer will. Kann es nicht auch so gewesen sein, dass man für Broder in Israel keine wirkliche Verwendung hatte, da es dort Reaktionäre wie Sand am Strand von Tel Aviv gibt, Broder also gar nicht auffiel? Oder wurde er gar mit einem besonderen Auftrag wieder in die BRD zurückgeschickt?

Die Gründung des Staates Israel sei das einzige positive Ereignis in der langen jüdischen Geschichte gewesen, so Broder. Für die Opfer dieses Ereignisses bedeutete es schlicht eine Katastrophe (al-Nakba). Darüber verlor Broder kein Wort. Dafür aber über sein Steckenpferd, den Antizionismus, der heute den Antisemitismus ersetzt habe. Der Antizionismus ziele nicht auf die Kritik der Politik Israels, sondern auf „die Abschaffung Israels“. Dass dies Unfug ist, weiß Broder natürlich, aber nicht der etwas blauäugig Peter Voss. Die Kritik des Zionismus zielt gerade ausschließlich auf die Kritik israelischen Regierungshandelns und auf die rassistischen Elemente der zionistischen Ideologie. Zielt etwa Kritik an der Politik der USA, die fälschlicherweise als „Antiamerikanismus“ verunglimpft wird, auf die „Abschaffung der USA“?

Broder echauffierte sich über das Ausbleiben des Protestes in Deutschland gegen das Assad-Regime und das Morden in Aleppo. Vielleicht käme es zu Protestdemos, wenn man behauptete, „hinter Assad stecken die Zionisten“. Viel Skurriles hat Broder mit einem Satz kommentiert, wie die EU befindet sich in der Schlussphase der Sowjetunion, oder die EU vergreise und verhalte sich wie ein alter müder Tiger. Zum Schluss outete sich Broder als großer Amerikafreund. Die Welt brauche einen Gendarmen mit einem großen Knüppel, und diese Rolle könne nur Amerika spielen. Was hat Peter Voss den Zuschauern da angetan?

 

Dieser Beitrag wurde am Dezember 18, 2016 unter Innenpolitik veröffentlicht.

 

HMB

 

Von: Izzeddin Musa                                            18.12.2016 um 15:55 Uhr

 

Der islamophobe Henryk Mohammed Broder meint, der Islam braucht 4-5 Jahrhunderte bis er sich säkularisiert hat, damit HMB ihn akzeptiert. Solange will er nicht warten. Genauso wenig will er auf einen Staat Israel warten, der dann erst gegründet wird, wenn der Messias kommt. Für ihn ist die Gründung des Apartheidstaates das größte Ereignis in den letzten 2.000 Jahren.

 

Samad und Mansour sind die einzigen guten gläubigen Muslime.

 

Samad braucht Personenschutz!!! Er war doch in Ägypten und wurde ihm kein Haar gekrümmt.

 

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19723

 

Über die Auswanderung der Eltern aus Polen will er nicht reden auch nicht über seine Gymnesialzeit.

 

Aus Israel wurde er in Mission zurück geschickt!!!

 

Er ist so bestürzt über die humanitäre Katastrophe in Aleppo, aber die Kinder und Frauen in Jemen und in Mosul existieren nicht (Daniela Dahn s. Link unten).

 

Seine Deutungen des Zionismus geben Anlass zu, auseinander zu dividieren.

 

Nur in einem stimme ich mit ihm überein, wenn Merkel, Schulz etc. nicht besonders mag. Auch, dass die EU jeden Hunz und Kunz rein in der guten Stube, aufgenommen haben. Auch bei Killary und Trump Bauchschmerzen teile ich.

 

Ach ja, dass der Gast bei Peter Voß ist. Warum hat uns der Voß das angetan.

 

Vielleicht fällt mir noch etwas ein, aber das reicht zunächst.

 

Das wird bestimmt ein guter und amüsanter Beitrag.

 

Izzeddin Musa

 

Daniela Dahn:

https://navigator.gmx.net/mail?sid=a747bf4ff3e44dd8e777a67141be63054e95958a8f9062a543208e6ba6add07d5b456d983b0ea93f3045106df85b1d65