Sonntag, 16. Juli 2017

Die Bank für Sozialwirtschaft - "Wir sind Nachbarn. Alle"


Das Krokodil, Ausgabe 19 / Dezember 2016 

Licht für die Handlanger von Völkerrechtsbrechern


Die Bank für Sozialwirtschaft (BfS) hat den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ zum Ende des Jahres 2016 das Vereinskonto gekündigt, weil dieser sich gegen den Bruch des Völkerrechts wendet. Die „Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband“, der mit dem Spruch „Wir sind Nachbarn. Alle“ auftritt, deckt das Verhalten der Bank und damit das Völkerrechtsbruch. Deshalb hat Dr. Izzeddin Musa am 23. Dezember 2016 ein Schreiben an die Diakonie gerichtet. Darin heißt es: 

Ihr Schreiben zur Kündigung                                       23.12.2016 um 12:32 Uhr

  

Sehr geehrter Herr Georg Bloch-Jessen,

ich danke Ihnen für die allgemein gehaltene Antwort für Alle. Dass, das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung klar für das Existenzrecht Israels eintritt, macht Ihnen keiner zum Vorwurf. Ist auch Ihr gutes Recht.

Die BDS ruft aber nicht zum Boykott gegen Israel, sondern gegen Waren und Produkte, die aus den völkerrechtswidrig, auf palästinensischem Grund und  Boden errichteten Siedlungen, stammen. Dass, der BDS-Aufruf nun legitim sei, ist wohl sonnenklar. Ich hoffe, Ihnen ist jetzt ein Licht aufgegangen, worum es eigentlich geht. Ihr Vorgehen und Einstellung sind dementsprechend völkerrechtswidrig. Können Sie damit leben?

Ich hoffe, Ihnen hiermit gedient und zu Ihrer Aufklärung etwas beigetragen zu haben.

Mit vorzüglichster Hochachtung

Name und Anschrift


Herr Bloch-Jessen hatte am 22. Dezember 2016 folgendes wissen lassen:

22. Dezember 2016 um 16:44 Uhr

Betr.: Ihr Schreiben zur Kündigung



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Ihre Nachricht zur Kündigung des Vereinskontos der „Jüdischen Stimme e.V.“ erhalten. Der Vorstand bat mich Ihnen zu antworten, was ich hiermit gerne tue.

Die Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband nimmt wie folgt Stellung:

Der Vorstand der Bank für Sozialwirtschaft hat die Geschäftsbeziehung zu dem Verein „Jüdische Stimme e.V.“ beendet, da deren Unterstützung der Boykott, Desinvestition und Sanktion (BDS) Kampagne mit den Grundsätzen der Bank nicht vereinbar sei. Dies fällt in die operative Verantwortung des Bankvorstandes, der dies im Statement der Bank für Sozialwirtschaft (BFS) zur Kontokündigung „Jüdische Stimme“ wegen Unterstützung der Kampagne „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS)“ näher erläutert. 

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung tritt klar für das Existenzrecht Israels ein. Es unterstützt keine Projekte, die zum Boykott von Waren aus Israel aufrufen. Es tritt überall auf der Welt und so auch im Nahen Osten gegenüber allen Konfliktparteien für Frieden und Versöhnung, demokratische und rechtsförmige Formen des Interessensausgleichs und gewaltfreie Formen des Austragens von Konflikten sowie für den legitimen Raum von Zivilgesellschaften ein. 

Wir bitten Sie für weitere Fragen zur Entscheidung der Bank für Sozialwirtschaft direkt mit der Bank Kontakt aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr 

Georg Bloch-Jessen

Theologie | Vorstandsbüro

Telefon +49 30 652 11-1075 I Telefax +49 30 652 11-3075
georg.bloch-jessen@diakonie.de

Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Caroline-Michaelis-Straße 1 | 10115 Berlin | Telefon +49 30 652 11-0 | Telefax +49 30 652 11-3333


Wir sind Nachbarn. Alle

Für mehr Verantwortung miteinander –
Eine Initiative der Diakonie und der evangelischen Kirchen

www.wirsindnachbarn-alle.de | #WirSindNachbarnAlle 


Mail v. 24.12.2016 um 15:08 Uhr

Sehr geehrte Frau Rueth,
 
nun erfahre ich Ihre Mail-Adresse, gute Gelegenheit, meine Mail an Herrn Bloch-Jessen auch an Sie weiterzuleiten. Diese Zeilen gelten nämlich auch für Sie. Ich füge hinzu, dass der Weltsicherheitsrat nun Israels Besatzungs- und Besiedlungspolitik verurteilte, was genau auch die BDS-Bewegung fordert. Ist das für Sie etwa völkerrechtswidrig? Kann das Sie endlich überzeugen, dass Sie sich fehlverhalten haben? Hätten Sie soviel Zivilcourage, um von Ihrer Fehlentscheidung abzurücken? Das würde man Ihnen hoch anrechnen!!!
 
Dr. Izzeddin Musa



Mittwoch, 28. Juni 2017

Die Buraq-Mauer ist keine Klagemauer


Mein Kommentar als Ergänzung für den Beitrag von Claudia Kühner von 08.10.2015


Claudia Kühner’s  Beitrag: „ Der Tempelberg als nächstes Ziel“ - Radikalisierung und gewalttätige Zusammenstösse von Juden und Palästinensern sind die absehbaren Folgen einer verfehlten Politik,  beschreibt die gegenwärtige Situation in Jerusalem ziemlich zutreffend, insbesondere die Heuchelei und Ohnmacht der westlichen Welt und der Nobelpreisträgerin Europäische Union, die unverkennbar sind.


Bis auf die eine Behauptung: „Zu sensibel ist dieser Ort, auch wenn dort einst ihr Tempel stand (an dessen restlicher Mauer sie seit der Zerstörung beten)“, die so nicht stehen bleiben  kann. Hier werden historische Tatsachen nicht korrekt wiedergegeben und sollten deshalb geklärt werden. Seit 1967, nach dem Sechs-Tage-Krieg, hat eine große Schar israelischer Archäologen begonnen, nach Spuren des angeblichen und zerstörten Tempels des Salomon auf dem fälschlicherweise genannten „Tempelberg“ zu graben. Nie ist auch nur eine einzige Spur, die auf einen jüdischen Tempel hinweisen könnte, gefunden worden. Bis heute nicht. 

Seit der Balfour-Deklaration im Jahre 1917 haben die Zionisten begonnen, die Buraq-Mauer (Westmauer der Al-Aqsa Moschee) als ihre „Klagemauer“ zu betrachten. Deswegen gab es immer Zündstoff zwischen Muslimen und Juden. Im Jahre 1929 gab es Streiks, Aufstände und Unruhen in vielen Städten Palästinas, gegen die Weißbücher Großbritanniens (diese sind eine offizielle Grundsatzerklärung der britischen Regierung) und die Ansprüche auf die Klagemauer, bei denen 133 Juden, 116 Araber, vor allem von Briten getötet wurden. Jedes Palästina betreffende Weißbuch bekam den Namen des jeweiligen Kolonialministers: „Churchill-Weißbuch“ 1922; „Passfield-Weißbuch“ 1930; „MacDonald-Weißbuch“ 1939.

Im selben Jahr, während des britischen Mandats über Palästina, hat eine objektive wie unparteiische Internationale Untersuchungskommission, angeführt vom ehemaligen schwedischen Außenministers Eliel Löfgren festgestellt, dass es sich bei der sogenannten „Klagemauer“ lediglich um die muslimische „Buraq-Mauer“ handelt, und diese sei einzig und allein Eigentum der Muslime. Im Jahr 1930 hat die Kommission, nach Anhörung beider Seiten und Auswertung aller Dokumente, jüdische und arabische, einen Bericht an den Völkerbund abgegeben, in dem ohne jeden Zweifel dokumentiert wird, dass die Buraq-Mauer eindeutig ein Besitz der Muslime sei. Im Bericht steht, dass die westliche Wand der Al-Aqsa-Moschee (Al-Buraq-Mauer) ein unteilbarer Teil  des Territoriums des „Al-Haram Al-Sharif“ – Al-Aqsa Moschee und des Felsen Doms - ist. Diese sind ohne Zweifel Eigentum des Islamischen Waqf (Stiftung).

Fakt ist, dass Juden, sprich Zionisten, keinen Anspruch auf die sog. Klagemauer haben. Die Klagemauer, die nicht gibt, kann den Juden gar nicht heilig sein. Lediglich der „zionistische Gott“ hat die muslimische Buraq-Mauer in eine Klagemauer umbenannt und für die Juden geheiligt, also heilig gesprochen, damit die Zionisten ihrem angeblich zerstörten Salomon-Tempel nachweinen und ihn wieder auf dem Tempelberg aufbauen können.

Fazit: Es handelt sich hier lediglich um einen zionistischen Treppenwitz der Geschichte.

Izzeddin Musa
Anschrift


Diese Zeilen bekam ich von Ellen Rohlfs als Ergänzung für meinen Kommentar oben.

Lieber Izzedin, soweit mir von Archäologen (persönlich und aus Büchern) bekannt ist, ist die sog. Westmauer(Klagemauer erst viel später entstanden und nie ein Teil eines Tempels gewesen sondern nur die Stützmauer des von Herodes II oder III erweiterten „Tempel-Compound. Die oberen Teile seien sogar noch später gebaut worden. Es ist so, als würde man die Mauer um einen Schlosspark zu einem Teil des Schlosses machen. 
Herzlich Ellen

PS aber der Mythos wird noch immer unter Ultraorthodoxen und bei Touristen und auf Postkarten  verbreitet.



Damit der Beitrag von Claudia Kühner nicht irgendwann vom Netz verschwindet, füge ich ihn hier bei:




Für Arabisch Sprechende:

اليهود حولوا «حائط البراق» المقدس إلى «حائط مبكى» مزعوم

قراءة: عبدالله حشيش - القاهرة

الجمعة 03/06/2011

https://www.al-madina.com/article/87910/%D8%A7%D9%84%D9%8A%D9%87%D9%88%D8%AF-%D8%AD%D9%88%D9%84%D9%88%D8%A7-%D8%AD%D8%A7%D8%A6%D8%B7-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B1%D8%A7%D9%82-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%82%D8%AF%D8%B3-%D8%A5%D9%84%D9%89-%D8%AD%D8%A7%D8%A6%D8%B7-%D9%85%D8%A8%D9%83%D9%89-%D9%85%D8%B2%D8%B9%D9%88%D9%85

Für Arabisch Sprechende Link in die Befehlszeile einkopieren 

 

Der Tempelberg als nächstes Ziel

Radikalisierung und gewalttätige Zusammenstösse von Juden und Palästinensern sind die absehbaren Folgen einer verfehlten Politik.

Von Claudia Kühner 08.10.2015
 

Auch an diesem Checkpoint bei Ramallah protestieren Palästinenser. Foto: Mohamad Torkoman (Reuters)
Krawall, Zusammenstösse, Schüsse, Messerstiche, Tote – ist das, was gegenwärtig in Jerusalem und den besetzten Gebieten geschieht, der Beginn eines dritten Palästinenseraufstandes nach 1987 und 2000? Das ist gegenwärtig noch nicht klar oder vorhersehbar. Was leichter zu analysieren ist, sind Gründe für diesen erneuten Gewaltausbruch. Völlige Hoffnungslosigkeit auf palästinensischer Seite trifft auf eine wachsende Radikalisierung der religiösen und nationalistischen Rechten in der israelischen Gesellschaft, die sich seit der letzten Wahl auch in der Politik der rein rechten Regierungskoalition spiegelt. 

Was vor Wochen auf dem Jerusalemer Tempelberg begann, weitet sich nun aus auf die Westbank und möglicherweise auch auf Israel selber. Auf dem Tempelberg, dem drittwichtigsten islamischen Heiligtum, ist es Juden untersagt zu beten. Zu sensibel ist dieser Ort, auch wenn dort einst ihr Tempel stand (an dessen restlicher Mauer sie seit der Zerstörung beten). Erste jüdisch-muslimische Zusammenstösse gab es hier schon 1929. 

Kollektivstrafe statt Politik

Doch immer öfter haben extremistische Ultraorthodoxe dieses Verbot mit staatlicher Duldung missachtet und damit muslimische Gläubige oder radikalisierte Jugendliche bis zur Gewaltanwendung provoziert. Der dann, wie immer, die scharfe Reaktion von israelischen Sicherheitskräften und neue palästinensische Anschläge folgten. Regierungschef Benjamin Netanyahu weiss keine andere Antwort als die bekannte: Kollektivstrafen werden verhängt in Form von Häuserzerstörungen und tödlicher Gewalt seitens der Sicherheitskräfte. Eine jahrzehntealte Methode, die das Völkerrecht als Kriegsverbrechen bezeichnet und die den Zweck der Abschreckung nie erfüllt hat. 


Amira Hass, die für «Haaretz» seit Jahren über die besetzten Gebiete berichtet, sagt es in einfachen Worten: «Die Palästinenser kämpfen für ihr Leben, in vollem Wortsinn. Wir israelischen Juden kämpfen für unsere Privilegien als Volk der Herren, in aller Hässlichkeit dieses Begriffs.» Getötete Palästinenser erscheinen in den Medien kaum, dabei übersteigt ihre Opferzahl jene der Juden um Tausende. Ihr Leben wird immer unerträglicher angesichts des fortwährenden Siedlungsausbaus, ihre politische Führung hat mit ihrem Anpassungskurs nichts erreicht, nicht im Kleinen und schon gar nicht im Grossen. Land wird enteignet, der Zugang zu Wasser versperrt, sie landen ohne Anklage im Gefängnis, sie werden ihres Bodens verwiesen oder ausgebürgert, sie dürfen nicht bauen nach ihren Bedürfnissen, sie werden jeder Hoffnung auf einen Staat beraubt. Stattdessen dienen ihre Sicherheitstruppen als Subunternehmer Israels, finanziert von der EU und den USA.

Zum Bild gehört auch, dass die Brandstifter, denen vor zwei Monaten eine palästinensische Familie zum Opfer fiel, bis heute frei herumlaufen, obwohl man weiss, aus welcher Ecke sie kommen. Dass sich so ein Teil der palästinensischen Jugend radikalisiert und Anschläge begeht, ist nur eine der Folgen. Für Netanyahu aber handelt es sich um Mörder, die «Juden töten, weil sie Juden sind». Denn seine Politik beschränkt sich darauf, den Holocaust, den vergangenen wie einen drohenden, zu beschwören.

Der Radikalisierung in der israelischen Rechten schaut er dagegen tatenlos zu. In der Regierung sitzen heute Minister wie Naphtali Bennett, Zipi Hotovely oder Ayelet Shaked, die klar zum Ausdruck bringen, dass die besetzten Gebiete für immer israelisches Territorium bleiben werden (es fehlt nur noch die förmliche Annexion). Der Regierungschef, der immer einmal Lippenbekenntnisse zur Zweistaatenlösung abgibt, sie aber nicht wirklich will, hat die Kollegen noch nie zurückgepfiffen.

Tempelberg als Kampfplatz

Diese Rechte sieht sich heute auch nicht mehr zu einem «Kampf» für ihre Siedlungen gedrängt. Als letztes noch nicht beherrschtes Territorium rückt deshalb der Tempelberg ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Zum Bild gehören auch die Hunderten von Juden, die nach den Anschlägen in der Altstadt unter «Tod den Arabern»-Rufen ungehindert durch die Strassen von Jerusalem zogen. Ein Slogan, der längst zum Graffiti-Repertoire dieses Milieus gehört.

Die Welt, mit anderen Problemen beschäftigt, schaut derweil weg – mit Problemen, die genau aus solchem Verdrängen resultieren. Bis heute ist die EU unwillens, Israel zu einer politischen Lösung zu drängen. Und der Schlüssel liegt in Jerusalem, nicht in Ramallah, dem Zentrum der Ohnmacht.

(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.10.2015, 06:06 Uhr
 



Montag, 15. Mai 2017

Henryk M. Broder und sein Bettvorleger



Anläßlich der "Plauderstunde" Peter Voß mit HMB 
Von: Izzeddin Musa [mailto:izzeddin.gaza@gmx.de]
Gesendet: Montag, 19. Dezember 2016 13:29
An: Thomas.demaiziere@bundestag.de; Wolfgang.Schaeuble@bundestag.de
Cc: Angela Merkel; angela.merkel@bundestag.de; Budestag Die Linke; "Bundestag Präsident"; CDU/CSU Fraktion; Deutsche Bundestag; Deutschland Funk; Erstes Weltspiegel; FAZ Leserbriefe; Focus Zeitschrift; Franfurter Allgemeine Zeitung; "Grüne Fraktion"; Neues Deutschland; Phoenix; "Süddeutsche Zeitung"; Tagesspiegel Online; Tageszeitung Die Welt; taz; taz Tageszeitung; WAZ Tageszeitung; WDR Hartaberfair; WDR Redaktion; Wochenzeitung Die Zeit; Der Spiegel; Junge Welt
Betreff: Fw: HMB und sein Bettvorleger
 

Sehr geehrte Innen- und Finanzminister,

Herrn Hamed Abdel-Samad bekommt Personenschutz, da sein Leben, durch eine "Islamische Fatwa", bedroht wird. Wenn dem so wäre, er war ja mitten auf dem Tahrirplatz in Kairo während der arabischen Revolte "Arabischer Frühling!!!" und ihm ist dort nicht ein Haar gekrümmt worden. Das wäre in dem Getümmel ja nicht einmal aufgefallen. Also, es handelt sich hier "höchstwahrscheinlich" lediglich um einen "Publicity Gag". Abdel-Samad lässt nichts unversuchtes, um Publicity zu erlangen und die Taschen voll zu stopfen. Nachdem sich die Woge hier in Deutschland, nach seiner "fingierten" Entführung in Ägypten sich legte, ist er nach Amerika "aus"-gewandert, um sein Glück, mit seiner Hetze gegen den Islam, dort zu versuchen. Als er merkte, dass er dort nicht damit ankam, war er schnell wieder zurück um das Spiel mit Henryk M. Broder von neuem zu beginnen. Hier angelangt, wird er auf Kosten des Steuerzahlers rund um die beschützt.

Sehr geehrte Herren Minister, die Steuerzahler dürfen nicht für die „Bodyguards“ von Abdel-Samad aufkommen. Sie haben es in der Hand, diesem Komödientheater ein Ende zu setzen. Darum bitte ich Sie.

Mit vorzüglichen Grüßen

Dr. Izzeddin Musa



Der Gast HMB, ein "Pseudohistoriker", unverferoren aus dem Nähkästchen behauptet, dass die Gründung des rassistischen, Retorten-, Besatzer- und Apartheidstaates Israel das wichtigste Ereignis der letzten zweitausend Jahren sei. Was für Treppenwitz der Geschichte!?!

Was für ein Abschiedsabgang für Herrn Peter Voß!!



Fragen Sie Henryk M. Broder, Herr Voss!

 

Einmal täglich schaue ich auf der „Achse des Guten“ vorbei, um mich auf dem Laufenden über die neusten Trends in Sachen Voodoo-Politik zu informieren. Dort fand ich den Hinweis auf das Interview von Peter Voss mit Henryk M. Broder auf 3SAT. Da im Augenblick „Schwiegertochter gesucht“ eine Pause einlegt, musste ich mir meine sonntägliche Ration Amüsement woanders holen, und da kam Broder gerade Recht. Auch Reaktionäres kann von Zeit zu Zeit amüsant sein.

Der 75-jährige Moderator wollte vom 70-jährigen Interviewten wissen, ob er denn gar kein wenig alterweise geworden sei, woraufhin Broder entgegnete, er leide eher an „Altersverzweiflung“, fühle sich „mental wie Anfang 30“. Voss hangelte sich an Broders Steckenpferde entlang und bekam die passenden Antworten. Zu Broders journalistischer Potpourri gehörten Themen wie Kanzlerin Merkel, Flüchtlinge, Integration, Europäische Union, Israel, Antizionismus, Antisemitismus sowie Donald Trump. 

Angela Merkel bringt Broder am meisten zur Verzweiflung, weil das Land den Bach runtergehe. Die Tore wurden für Menschen mit anderen Sitten weit aufgemacht, die „sich aber nicht an unsere Sitten anpassen“ wollen. Auf die Frage, was zu tun sei, entgegnete Broder: „Zurücktreten wäre ein guter Anfang.“ Die Bundesregierung habe viele furchtbare Fehler gemacht. Mit seiner Kritik steht Broder jedoch nicht alleine. Auch Sahra Wagenknechts Kritik klinge wie die einer „Kulturkonservativen“. Broder inszenierte sich wieder einmal als ein Verfechter der Meinungsfreiheit. Sie gelte auch für falsche Meinungen. In diesem Zusammenhang kritisierte Broder jedoch den Auftritt einer vollverschleierten Muslima bei Anne Will. Sie könne sagen, was sie wolle, aber unverhüllt.

Broder sprach das Problem mit speziellen Einwandergruppen an. Über die Einwanderung von einer Million Asiaten wäre kein Wort verloren worden. Die Integration von Muslimen sieht Broder eher skeptisch. Beispielhaft stünden als Beispiele einer gescheiterten Integration Türken in der zweiten und dritten Generation in Deutschland, die zu Zehntausenden zu einer Pro-Erdogan-Demonstration gegangen seien, auf der auch die Einführung der Todesstrafe in der Türkei gefordert worden sei. Die Deutschen ließen sich vom Islam die Agenda bestimmen. Wie absurd die Lage geworden sei, zeige sich in Berlin. Dort fordere man die Einführung von Türkisch und Arabisch als Unterrichtssprache! Die deutsche Gesellschaft komme den Migranten sehr weit entgegen und erhalte dafür die vorwurfsvolle Antwort, „wir hätten bei der Integration versagt. Der Witz des Jahrhunderts.“

Broder hat aber auch zwei Lieblingsmuslime: Ahmad Mansour und  Hamed Abdel-Samad „wunderbare Muslims“. Besonders wies Broder auf die unnatürliche Lebenssituation von Abdel-Samad hin, der von fünf Leibwächtern beschützt werden müsse. Ob das mit der Fatwa tatsächlich stimmt, kann bezweifelt werden. Abdel-Samad wurde bei einem Ägyptenbesuch „entführt“, tauchte aber nach zwei Tagen auf gleiche mysteriöse Weise wieder auf, wie er „entführt “ worden war. Bei dieser „Entführung“ ging es um Geld, hatte also mit dem Islam nichts zu tun. Zu Recht sprechen einige von einem „PR-Gag„.

Broders Kritik an Martin Schulz, Katrin Göring-Eckardt, Merkel, der EU ist mehr als berechtigt. So brächten die Flüchtlinge etwas mit, das Wertvoller als Gold sei, so Martin Schulz.Oder die Grüne Göring-Eckardt erklärte, dass Deutschland mit den Flüchtlingen „Menschen geschenkt“ bekäme. Dies sei grün-kostümierte „Menschenverachtung“, so Broder. Israel und der Antisemitismus dürfen in keinem Broder-Interview fehlen.

Broder hatte vor langer Zeit Alija gemacht und mit großem Tamtam Deutschland den Rücken gekehrt, kehrte aber nach zehn Jahren wieder zurück. Die Zeit in Israel bezeichnete er als „die besten Jahre meines Lebens“. Er habe sich „gut gefühlt“. Als Gründe für seine Rückkehr nannte Broder zwei Private und den Fall der Mauer. Er wollte miterleben, wie ein Volk in die Freiheit strebe. Etwas Ähnliches sei beim Exodus der Israeliten aus Ägypten passiert. Diesen rhetorischen Schwulst mag glauben wer will. Kann es nicht auch so gewesen sein, dass man für Broder in Israel keine wirkliche Verwendung hatte, da es dort Reaktionäre wie Sand am Strand von Tel Aviv gibt, Broder also gar nicht auffiel? Oder wurde er gar mit einem besonderen Auftrag wieder in die BRD zurückgeschickt?

Die Gründung des Staates Israel sei das einzige positive Ereignis in der langen jüdischen Geschichte gewesen, so Broder. Für die Opfer dieses Ereignisses bedeutete es schlicht eine Katastrophe (al-Nakba). Darüber verlor Broder kein Wort. Dafür aber über sein Steckenpferd, den Antizionismus, der heute den Antisemitismus ersetzt habe. Der Antizionismus ziele nicht auf die Kritik der Politik Israels, sondern auf „die Abschaffung Israels“. Dass dies Unfug ist, weiß Broder natürlich, aber nicht der etwas blauäugig Peter Voss. Die Kritik des Zionismus zielt gerade ausschließlich auf die Kritik israelischen Regierungshandelns und auf die rassistischen Elemente der zionistischen Ideologie. Zielt etwa Kritik an der Politik der USA, die fälschlicherweise als „Antiamerikanismus“ verunglimpft wird, auf die „Abschaffung der USA“?

Broder echauffierte sich über das Ausbleiben des Protestes in Deutschland gegen das Assad-Regime und das Morden in Aleppo. Vielleicht käme es zu Protestdemos, wenn man behauptete, „hinter Assad stecken die Zionisten“. Viel Skurriles hat Broder mit einem Satz kommentiert, wie die EU befindet sich in der Schlussphase der Sowjetunion, oder die EU vergreise und verhalte sich wie ein alter müder Tiger. Zum Schluss outete sich Broder als großer Amerikafreund. Die Welt brauche einen Gendarmen mit einem großen Knüppel, und diese Rolle könne nur Amerika spielen. Was hat Peter Voss den Zuschauern da angetan?

 

Dieser Beitrag wurde am Dezember 18, 2016 unter Innenpolitik veröffentlicht.

 

HMB

 

Von: Izzeddin Musa                                            18.12.2016 um 15:55 Uhr

 

Der islamophobe Henryk Mohammed Broder meint, der Islam braucht 4-5 Jahrhunderte bis er sich säkularisiert hat, damit HMB ihn akzeptiert. Solange will er nicht warten. Genauso wenig will er auf einen Staat Israel warten, der dann erst gegründet wird, wenn der Messias kommt. Für ihn ist die Gründung des Apartheidstaates das größte Ereignis in den letzten 2.000 Jahren.

 

Samad und Mansour sind die einzigen guten gläubigen Muslime.

 

Samad braucht Personenschutz!!! Er war doch in Ägypten und wurde ihm kein Haar gekrümmt.

 

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19723

 

Über die Auswanderung der Eltern aus Polen will er nicht reden auch nicht über seine Gymnesialzeit.

 

Aus Israel wurde er in Mission zurück geschickt!!!

 

Er ist so bestürzt über die humanitäre Katastrophe in Aleppo, aber die Kinder und Frauen in Jemen und in Mosul existieren nicht (Daniela Dahn s. Link unten).

 

Seine Deutungen des Zionismus geben Anlass zu, auseinander zu dividieren.

 

Nur in einem stimme ich mit ihm überein, wenn Merkel, Schulz etc. nicht besonders mag. Auch, dass die EU jeden Hunz und Kunz rein in der guten Stube, aufgenommen haben. Auch bei Killary und Trump Bauchschmerzen teile ich.

 

Ach ja, dass der Gast bei Peter Voß ist. Warum hat uns der Voß das angetan.

 

Vielleicht fällt mir noch etwas ein, aber das reicht zunächst.

 

Das wird bestimmt ein guter und amüsanter Beitrag.

 

Izzeddin Musa

 

Daniela Dahn:

https://navigator.gmx.net/mail?sid=a747bf4ff3e44dd8e777a67141be63054e95958a8f9062a543208e6ba6add07d5b456d983b0ea93f3045106df85b1d65





Donnerstag, 20. April 2017

Tagung "Nahost im Spannungsdreieck"

Die Evagelische Akademie Tutzing war, während der Zeit von Dr. Greiner, als Leiter der Akademie, mit dem ich mich gut verstanden habe, bekannt für Meinungsvielfalt und -freiheit. Das zeichnete sie stets aus und so habe ich sie immer gekannt. Für mich, und meistens mit Familie angereist, wurde immer im Schloß für Unterkunft reserviert. Einer der Mitarbeiter damals, Dr. Jochen Wagner, war sehr zionistisch angehaucht und israellastig. Öfter gab mit ihm ein Eklat, jedoch wurde er von Dr. Greiner im Zaun gehalten. Meinungsfreiheit hatte stets dort Vorrang, obwohl viele Zionisten an Tagungen teilgenommen hatten. Beim Verlauf der Tagungen über den Nahost-Konflikt tendierten die Teilnehmer für die Anliegen der Palästinenser, da sie, ob Palästinenser oder Deutsche, die referierten oder zu Wort kamen, hatten stets die besseren Argumente. Sie argumentierten immer mit dem Völkerrecht, Menschenrechte, Genfer Konvention, Resolutionen der Staatengemeinschaft u.a.m. wogegen die zionistische Seite und ihre Sayanim mit Scheinargumenten leer da standen. 

Es scheint, dass sich in der Akademie inzwischen eine Umwandlung vollzogen zu haben, deshalb schrieb ich untenstehende Mail an den gegenwärtigen Leiter, Herr Hahn, der, eine genehmigte Tagung wieder stornierte!!!

  • Von: Izzeddin Musa
  • An: hahn@ev-akademie-tutzing.de
  •                                                                                                                       19.04.2017 um 17:20 Uhr 
    Sehr geehrter Herr Hahn,
    seit Anfang der neunziger Jahre, als Dr. Friedemann Greiner die Evangelische Akademie Tutzing leitete, war ich dort eine Art Dauergast, wenn es um Themen des Nahen Ostens ging. Es fand stets eine offene Diskussion und Dialog statt. Die freie Meinungsäußerung hatte dort absolute Priorität, auch wenn des öfteren heftige Diskussionen stattgefunden haben. Die Evangelische Akademie in Tutzing war das Mekka für Intellektuelle und angesehene Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und anderen Sparten.

    Durch einen Schwerstunfall im Jan. 2008 bin ich nun verhindert, an Tagungen dort teilzunehmen. Inzwischen ist Dr. Greiner in den verdienten Ruhestand gegangen und Sie folgten ihm als Leiter. Nun höre ich, dass Sie, dem Druck der Israellobby nachgegeben haben und, eine bereits geplante Tagung über die Nahost-Problematik, wieder storniert haben.
    Dieses Vorgehen schockierend betrachte ich als eine massive Schädigung für den Ruf und die Meinungsfreiheit, die Ihre Akademie stets hochgehalten und praktiziert hat. Der freie Dialog zur Verständigung bringt die Menschen einander näher und wirkt Friedensfördernd. Sie dürfen solche Tagungen nicht zum Schweigen bringen. Bitte bewahren Sie das Erbe der Akademie zur freien Meinungsäußerung und zerstören Sie sie nicht. Das wäre durch nichts zu entschuldigen.

    Ich hoffe, Sie handeln in diesem Sinne, wofür ich Ihnen bereits heute danke, wenn Sie den Druck von Außen, der Rufschädigend wirkt, widerstehen werden.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Dr. Izzeddin Musa
    Anschrift u. Kontaktdaten

    Kommentar und Zuspruch eines Freundes:

    Lieber Izzedin,

    Dein Brief an Herrn Hahn ist exzellent! Denn Du öffnest ihm die von ihm vorher offensichtlich bereits zugeschlagene Hintertür.... Inch'a Allah!

    Liebe Grüße

    Günter


    Ich möchte hier den Brief von Prof. Moshe Zuckermann, der als Referierender eingelanden war, wiedergeben:


    Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Koebner Chair, emeritus
                                                                                                                   
    19. April 2017

    Herrn
    Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm
    Herrn
    Akademiedirektor Udo Hahn

    Sehr geehrter Herr Landesbischof Bedford-Strohm, sehr geehrter Herr Hahn,

    für den 12. bis 14. Mai 2017 hatte die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie München und der Petra Kelly-Stiftung ein Symposium zum Thema "Nahostpolitik im Spannungsdreieck. Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für deutsche Politik?" geplant. Zu dieser Tagung wurden wir, friedensbewegte Israelis und Palästinenser, wie auch deutsche Politiker, Journalisten und Intellektuelle von den Veranstaltern eingeladen.

    Am 12. April erreichte uns die Mitteilung von Frau Dr.  Ulrike Haerendel aus Tutzing, dass nach schwierigen Diskussionen und heftiger Kritik Herr Direktor Hahn das Tagungsprojekt verschoben hat. Auf der Website der Evangelischen Akademie Tutzing wurde dann erklärt, dass es „nicht gelungen ist, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen.“ Das Programm stand jedoch bereits im Februar d.J. fest.

    Wir fragen uns, von wem die Kritik gekommen ist, und vor allem, warum diese späte Kritik zur Stornierung der Tagung führen konnte. Es ist anzunehmen, dass es sich hier um einen weiteren Versuch handelt, die kritischen Stimmen aus dem Nahen Osten auch in Deutschland zum Schweigen zu bringen.

    Wir, die zur Tagung eingeladenen Intellektuellen aus Palästina und Israel, sind davon überzeugt, dass die Zukunft unserer Völker auf der Hoffnung beruht, über den Dialog zur Verständigung zu kommen, und dass wir auf Zusammenarbeit angewiesen sind . Wir sind nicht alle derselben politischen Meinung, wissen aber, dass der Weg zur Lösung des Nahostproblems nur über offene Diskussionen führen kann. Der Zustand der Besatzung und der seit einem halben Jahrhundert existierende Status quo führen ins Desaster. Eine solche Tagung der intensiven Begegnung hätte eine seltene Gelegenheit zur Diskussion geboten. Bekanntlich ist das in Israel oder in Palästina wegen der politischen Umstände unmöglich.

    Die Begründung für die Absage der Tagung lässt vermuten, dass sich unsere deutschen Gastgeber an die Haltung der offiziellen israelischen Politik angepasst haben, die die Befürworter des Friedens für illegitim hält. Das betrübt und schockiert uns. Statt von Europa aus die Friedensbemühungen zu unterstützen, wird hier gegenüber den Hardlinern nachgegeben. Wir betrachten das nicht als einen Beitrag zum Frieden, sondern vielmehr als eine Fortsetzung der Konfliktlogik, die schon seit Jahrzehnten zu keinem Ergebnis führt.

    Dass eine deutsche evangelische Akademie in einem Land, dessen Verfassung die Meinungsfreiheit fest verankert hat, daran teilnimmt, die Meinungsfreiheit von Friedensbewegten aus dem Nahen Osten zu verletzen, bestürzt uns. Die israelische Besatzungspolitik zu kritisieren und das palästinensische Recht auf nationale Selbstbestimmung zu befürworten, ist nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen und somit durch die Meinungsfreiheit geschützt.

    Die späte und plötzliche Stornierung der Tagung kann also aus sachlichen Gründen nicht gerechtfertigt werden. Wir bringen hiermit unsere Bestürzung zum Ausdruck und werden uns darum bemühen, die Diskussion um diese Entscheidung in die deutsche Öffentlichkeit hineinzutragen.  

    Mit freundlichen Grüßen


    gez. Moshe Zimmerman


    Diesen Brief, der ihnen in Englisch vorgelegen hat, unterzeichnen auch:

    Salim Altori, israelisch-beduinischer Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsberater, Rahat
    Bassam Aramin, palästinensischer Sprecher des „Parents Circle – Families Forum“, Ramallah
    Ali Abu Awwad, palästinensischer Aktivist und Pazifist, Mitbegründer der „Roots“, Beit Ummar
    Avraham Burg, Israelischer Autor und Politiker (1999 – 2003 Sprecher der Knesset), Nataf
    Robi Damelin, israelische Sprecherin des „Parents Circle – Families Forum“, Ramat Efal
    Mohammad Darawshe, Friedens- und Konfliktforscher, Director of Planning, Equality and Shared Society in Givat Haviva
    Lizzie Doron, Schriftstellerin, Tel Aviv, Israel
    Shaul Judelman, israelischer Siedler, Rabbiner, Lehrer und Friedensaktivist, Tekoa
    Sulaiman Khatib, palästinensischer Mitbegründer von „Combatants for Peace“, Ramallah
    Oren Yiftachel, Professor für politische Geographie, Stadtplanung und Politikwissenschaft an der Ben-Gurion-Universität des Negev, Beersheva
    Yehudit Yinhar, israelische Künstlerin und Berliner Repräsentantin von Combatants for Peace, Berlin
    Ziad Abu Zayyad, Rechtsanwalt, ehem. Mitglied der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mitherausgeber des “Palestine-Israel Journal”, Al-Eizariya


    Ich habe von Herrn Hahn folgende Antwort 03.05.2017 bekommen: 

    Sehr geehrter Herr Dr. Musa,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bitte um Nachsicht, dass ich mich erst heute bei Ihnen melde. Dies gleich vorweg: Ich verstehe Ihre Enttäuschung, dass eine Tagung nicht stattfindet, die bei Ihnen so große Erwartungen geweckt hat.

    Erlauben Sie mir bitte, dass ich zunächst wiederhole, was ich zum Thema bereits an anderer Stelle ausführte:

    „Die Evangelische Akademie Tutzing bietet einen Raum für den unvoreingenommenen Diskurs. Ihre Aufgabe ist es, die Suche nach Lösungen von Themen und Konflikten zu fördern. In Wahrnehmung dieses Auftrags hat sich die Akademie in ihrer 70-jährigen Geschichte zu einem geschätzten Ort entwickelt, von dem zahlreiche Impulse ausgegangen sind. Um Verständigung zu fördern, plante die Akademie – zusammen mit Kooperationspartnern – vom 12. bis 14. Mai die Tagung „Nahost im Spannungsdreieck. Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für die deutsche Politik?“ durchzuführen. Wir haben uns jetzt entschieden, diese Tagung zu verschieben, da es uns nicht gelungen ist, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen. Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufgreifen.“

    Tatsächlich kommt es immer mal wieder vor, dass wir Tagungen verschieben. Bei achtzig, neunzig Veranstaltungen pro Jahr aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien, Theologie, Philosophie usw. ist das beinahe unvermeidlich. Die Qualitätssicherung unserer Arbeit ist hier unser Leitmotiv. Dabei kann es auch dazu kommen, dass wir – wie im konkreten Fall – am Ende zu einer anderen Auffassung kommen, als unsere Kooperationspartner. Die daraus entstehenden Fragen diskutieren wir auch in jedem anderen Fall intern. Und so bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich auf die Fragen, die Sie mir stellen, hier nicht näher eingehen möchte.

    Generell wünsche ich mir in der aktuellen Debatte einen gemäßigteren Ton. Die Enttäuschung verstehe ich, aber es gibt keinen Grund, unser Haus neuerdings als Ort der Unfreiheit zu brandmarken. Wer unsere vielfältigen Veranstaltungsangebote kennt, weiß, was wir bieten. Aus dem Scheitern eines Vorhabens derartige Schlüsse zu ziehen, halte ich nicht nur für unangemessen – ich weise sie auch entschieden zurück.

    Vielmehr halte ich es für zwingend, dass wir uns gemeinsam um Verständigung bemühen. Wie ich aus dem aktuellen Anlass lerne, ist genau dies besonders schwer. Dass es uns nicht gelungen ist, die Vermittlerrolle so auszuüben, dass sich alle eingeladen und wertgeschätzt fühlen, schmerzt mich persönlich sehr. Zugleich hoffe ich, dass mit gemeinsamen Bemühungen wahr wird, was der Volksmund so reimt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Udo Hahn


    Udo HahnAkademiedirektor


    Am 05.05.2017 habe ich erwidert:


    Sehr geehrter Herr Hahn,

    vielen Dank für Ihre Antwort.

    Dass Sie die Tagung mit der Begründung, „es sei nicht gelungen, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen", verschoben haben, wie sie schreiben, ist schwer nachvollziehbar. Denn die geladenen Referentinnen und Referenten sind alle ausnahmslos auf internationalem Terrain namhaft und mit makellosem Leumund, darunter  die Professoren Zuckermann und Zimmermann, Ziad Abu Zayyad, Avraham Burg, Lizzie Doron, Sulaiman Khatib, Bassam Aramin, Robi Damelin; Yehudit Yinhar, Salim Altori, Prof. Oren Yiftachel u.v.a.m. So eine hochrangige  Zusammenstellung werden Sie m. E. nicht mehr hinbekommen.

    Die Vermutung liegt nahe, dass Druck von außen die Ursache ist, so dass sich die deutschen Gastgeber soweit an die Haltung der offiziellen israelischen Politik angepasst haben.

    Ihre Beschwichtigung: „Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufgreifen“, lässt erahnen, dass die Verschiebung auf den Sankt Nimmerleinstag gelandet ist. Denn, in diesem Jahr, soweit ich erfahren konnte, gibt es keine Termine mehr.

    Mit dieser Haltung hat die hoch gehaltene Meinungsfreiheit von der Akademie   großen Schaden erlitten.

    Wenn Sie schreiben: „Generell wünsche ich mir in der aktuellen Debatte einen gemäßigteren Ton. Die Enttäuschung verstehe ich, aber es gibt keinen Grund, unser Haus neuerdings als Ort der Unfreiheit zu brandmarken. Wer unsere vielfältigen Veranstaltungsangebote kennt, weiß, was wir bieten. Aus dem Scheitern eines Vorhabens derartige Schlüsse zu ziehen, halte ich nicht nur für unangemessen – ich weise sie auch entschieden zurück“, diesen verallgemeinerten Vorwurf lasse ich nicht auf mir sitzen und weise ihn entschieden zurück. Ich habe den Eindruck, Sie haben mein Schreiben nicht richtig gelesen. Ich erlaube mir zu empfehlen, meine Zeilen noch einmal genau zu lesen. Aber wenn Sie ein Standardschreiben mit diesem Satz verfasst haben, den Sie an jeden Protestierer schicken, kann ich dieses Vorgehen, mit Verlaub, nur als Armutszeugnis betrachten. Ich habe versucht, eine Tür offen zu lassen, aber Sie haben sie ohne Bedenken zugeschlagen.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf Eklats während mancher Tagungen hinweisen. Dr. Jochen Wagner war auch zu Zeiten Dr. Greiners ein Mitarbeiter der Akademie. Wie es den Teilnehmern erschien, war er der israelischen Besatzungspolitik bestens angepasst. Den Ruf von zionistischen Tagungsteilnehmern folgend, kontrollierte er ausgelegte Informationen und Bücher auf ihren israelkritischen Inhalt und sorgte damit für Eklats und Kontroversen. Der Leiter der Akademie Dr. Greiner hielte ihn stets im Rahmen und ließ souverän die Meinungsfreiheit für alle gleichermaßen gelten. Dr. Wagner ist immer noch ein Mitarbeiter der Ev. Akademie.

    Ich wünsche der Akademie ein Zurück zu alten Zeiten. 

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Izzeddin Musa


    Hier ein Link in gleicher Sache: