Montag, 15. Mai 2017

Henryk M. Broder und sein Bettvorleger



Anläßlich der "Plauderstunde" Peter Voß mit HMB 
Von: Izzeddin Musa [mailto:izzeddin.gaza@gmx.de]
Gesendet: Montag, 19. Dezember 2016 13:29
An: Thomas.demaiziere@bundestag.de; Wolfgang.Schaeuble@bundestag.de
Cc: Angela Merkel; angela.merkel@bundestag.de; Budestag Die Linke; "Bundestag Präsident"; CDU/CSU Fraktion; Deutsche Bundestag; Deutschland Funk; Erstes Weltspiegel; FAZ Leserbriefe; Focus Zeitschrift; Franfurter Allgemeine Zeitung; "Grüne Fraktion"; Neues Deutschland; Phoenix; "Süddeutsche Zeitung"; Tagesspiegel Online; Tageszeitung Die Welt; taz; taz Tageszeitung; WAZ Tageszeitung; WDR Hartaberfair; WDR Redaktion; Wochenzeitung Die Zeit; Der Spiegel; Junge Welt
Betreff: Fw: HMB und sein Bettvorleger
 

Sehr geehrte Innen- und Finanzminister,

Herrn Hamed Abdel-Samad bekommt Personenschutz, da sein Leben, durch eine "Islamische Fatwa", bedroht wird. Wenn dem so wäre, er war ja mitten auf dem Tahrirplatz in Kairo während der arabischen Revolte "Arabischer Frühling!!!" und ihm ist dort nicht ein Haar gekrümmt worden. Das wäre in dem Getümmel ja nicht einmal aufgefallen. Also, es handelt sich hier "höchstwahrscheinlich" lediglich um einen "Publicity Gag". Abdel-Samad lässt nichts unversuchtes, um Publicity zu erlangen und die Taschen voll zu stopfen. Nachdem sich die Woge hier in Deutschland, nach seiner "fingierten" Entführung in Ägypten sich legte, ist er nach Amerika "aus"-gewandert, um sein Glück, mit seiner Hetze gegen den Islam, dort zu versuchen. Als er merkte, dass er dort nicht damit ankam, war er schnell wieder zurück um das Spiel mit Henryk M. Broder von neuem zu beginnen. Hier angelangt, wird er auf Kosten des Steuerzahlers rund um die beschützt.

Sehr geehrte Herren Minister, die Steuerzahler dürfen nicht für die „Bodyguards“ von Abdel-Samad aufkommen. Sie haben es in der Hand, diesem Komödientheater ein Ende zu setzen. Darum bitte ich Sie.

Mit vorzüglichen Grüßen

Dr. Izzeddin Musa



Der Gast HMB, ein "Pseudohistoriker", unverferoren aus dem Nähkästchen behauptet, dass die Gründung des rassistischen, Retorten-, Besatzer- und Apartheidstaates Israel das wichtigste Ereignis der letzten zweitausend Jahren sei. Was für Treppenwitz der Geschichte!?!

Was für ein Abschiedsabgang für Herrn Peter Voß!!



Fragen Sie Henryk M. Broder, Herr Voss!

 

Einmal täglich schaue ich auf der „Achse des Guten“ vorbei, um mich auf dem Laufenden über die neusten Trends in Sachen Voodoo-Politik zu informieren. Dort fand ich den Hinweis auf das Interview von Peter Voss mit Henryk M. Broder auf 3SAT. Da im Augenblick „Schwiegertochter gesucht“ eine Pause einlegt, musste ich mir meine sonntägliche Ration Amüsement woanders holen, und da kam Broder gerade Recht. Auch Reaktionäres kann von Zeit zu Zeit amüsant sein.

Der 75-jährige Moderator wollte vom 70-jährigen Interviewten wissen, ob er denn gar kein wenig alterweise geworden sei, woraufhin Broder entgegnete, er leide eher an „Altersverzweiflung“, fühle sich „mental wie Anfang 30“. Voss hangelte sich an Broders Steckenpferde entlang und bekam die passenden Antworten. Zu Broders journalistischer Potpourri gehörten Themen wie Kanzlerin Merkel, Flüchtlinge, Integration, Europäische Union, Israel, Antizionismus, Antisemitismus sowie Donald Trump. 

Angela Merkel bringt Broder am meisten zur Verzweiflung, weil das Land den Bach runtergehe. Die Tore wurden für Menschen mit anderen Sitten weit aufgemacht, die „sich aber nicht an unsere Sitten anpassen“ wollen. Auf die Frage, was zu tun sei, entgegnete Broder: „Zurücktreten wäre ein guter Anfang.“ Die Bundesregierung habe viele furchtbare Fehler gemacht. Mit seiner Kritik steht Broder jedoch nicht alleine. Auch Sahra Wagenknechts Kritik klinge wie die einer „Kulturkonservativen“. Broder inszenierte sich wieder einmal als ein Verfechter der Meinungsfreiheit. Sie gelte auch für falsche Meinungen. In diesem Zusammenhang kritisierte Broder jedoch den Auftritt einer vollverschleierten Muslima bei Anne Will. Sie könne sagen, was sie wolle, aber unverhüllt.

Broder sprach das Problem mit speziellen Einwandergruppen an. Über die Einwanderung von einer Million Asiaten wäre kein Wort verloren worden. Die Integration von Muslimen sieht Broder eher skeptisch. Beispielhaft stünden als Beispiele einer gescheiterten Integration Türken in der zweiten und dritten Generation in Deutschland, die zu Zehntausenden zu einer Pro-Erdogan-Demonstration gegangen seien, auf der auch die Einführung der Todesstrafe in der Türkei gefordert worden sei. Die Deutschen ließen sich vom Islam die Agenda bestimmen. Wie absurd die Lage geworden sei, zeige sich in Berlin. Dort fordere man die Einführung von Türkisch und Arabisch als Unterrichtssprache! Die deutsche Gesellschaft komme den Migranten sehr weit entgegen und erhalte dafür die vorwurfsvolle Antwort, „wir hätten bei der Integration versagt. Der Witz des Jahrhunderts.“

Broder hat aber auch zwei Lieblingsmuslime: Ahmad Mansour und  Hamed Abdel-Samad „wunderbare Muslims“. Besonders wies Broder auf die unnatürliche Lebenssituation von Abdel-Samad hin, der von fünf Leibwächtern beschützt werden müsse. Ob das mit der Fatwa tatsächlich stimmt, kann bezweifelt werden. Abdel-Samad wurde bei einem Ägyptenbesuch „entführt“, tauchte aber nach zwei Tagen auf gleiche mysteriöse Weise wieder auf, wie er „entführt “ worden war. Bei dieser „Entführung“ ging es um Geld, hatte also mit dem Islam nichts zu tun. Zu Recht sprechen einige von einem „PR-Gag„.

Broders Kritik an Martin Schulz, Katrin Göring-Eckardt, Merkel, der EU ist mehr als berechtigt. So brächten die Flüchtlinge etwas mit, das Wertvoller als Gold sei, so Martin Schulz.Oder die Grüne Göring-Eckardt erklärte, dass Deutschland mit den Flüchtlingen „Menschen geschenkt“ bekäme. Dies sei grün-kostümierte „Menschenverachtung“, so Broder. Israel und der Antisemitismus dürfen in keinem Broder-Interview fehlen.

Broder hatte vor langer Zeit Alija gemacht und mit großem Tamtam Deutschland den Rücken gekehrt, kehrte aber nach zehn Jahren wieder zurück. Die Zeit in Israel bezeichnete er als „die besten Jahre meines Lebens“. Er habe sich „gut gefühlt“. Als Gründe für seine Rückkehr nannte Broder zwei Private und den Fall der Mauer. Er wollte miterleben, wie ein Volk in die Freiheit strebe. Etwas Ähnliches sei beim Exodus der Israeliten aus Ägypten passiert. Diesen rhetorischen Schwulst mag glauben wer will. Kann es nicht auch so gewesen sein, dass man für Broder in Israel keine wirkliche Verwendung hatte, da es dort Reaktionäre wie Sand am Strand von Tel Aviv gibt, Broder also gar nicht auffiel? Oder wurde er gar mit einem besonderen Auftrag wieder in die BRD zurückgeschickt?

Die Gründung des Staates Israel sei das einzige positive Ereignis in der langen jüdischen Geschichte gewesen, so Broder. Für die Opfer dieses Ereignisses bedeutete es schlicht eine Katastrophe (al-Nakba). Darüber verlor Broder kein Wort. Dafür aber über sein Steckenpferd, den Antizionismus, der heute den Antisemitismus ersetzt habe. Der Antizionismus ziele nicht auf die Kritik der Politik Israels, sondern auf „die Abschaffung Israels“. Dass dies Unfug ist, weiß Broder natürlich, aber nicht der etwas blauäugig Peter Voss. Die Kritik des Zionismus zielt gerade ausschließlich auf die Kritik israelischen Regierungshandelns und auf die rassistischen Elemente der zionistischen Ideologie. Zielt etwa Kritik an der Politik der USA, die fälschlicherweise als „Antiamerikanismus“ verunglimpft wird, auf die „Abschaffung der USA“?

Broder echauffierte sich über das Ausbleiben des Protestes in Deutschland gegen das Assad-Regime und das Morden in Aleppo. Vielleicht käme es zu Protestdemos, wenn man behauptete, „hinter Assad stecken die Zionisten“. Viel Skurriles hat Broder mit einem Satz kommentiert, wie die EU befindet sich in der Schlussphase der Sowjetunion, oder die EU vergreise und verhalte sich wie ein alter müder Tiger. Zum Schluss outete sich Broder als großer Amerikafreund. Die Welt brauche einen Gendarmen mit einem großen Knüppel, und diese Rolle könne nur Amerika spielen. Was hat Peter Voss den Zuschauern da angetan?

 

Dieser Beitrag wurde am Dezember 18, 2016 unter Innenpolitik veröffentlicht.

 

HMB

 

Von: Izzeddin Musa                                            18.12.2016 um 15:55 Uhr

 

Der islamophobe Henryk Mohammed Broder meint, der Islam braucht 4-5 Jahrhunderte bis er sich säkularisiert hat, damit HMB ihn akzeptiert. Solange will er nicht warten. Genauso wenig will er auf einen Staat Israel warten, der dann erst gegründet wird, wenn der Messias kommt. Für ihn ist die Gründung des Apartheidstaates das größte Ereignis in den letzten 2.000 Jahren.

 

Samad und Mansour sind die einzigen guten gläubigen Muslime.

 

Samad braucht Personenschutz!!! Er war doch in Ägypten und wurde ihm kein Haar gekrümmt.

 

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19723

 

Über die Auswanderung der Eltern aus Polen will er nicht reden auch nicht über seine Gymnesialzeit.

 

Aus Israel wurde er in Mission zurück geschickt!!!

 

Er ist so bestürzt über die humanitäre Katastrophe in Aleppo, aber die Kinder und Frauen in Jemen und in Mosul existieren nicht (Daniela Dahn s. Link unten).

 

Seine Deutungen des Zionismus geben Anlass zu, auseinander zu dividieren.

 

Nur in einem stimme ich mit ihm überein, wenn Merkel, Schulz etc. nicht besonders mag. Auch, dass die EU jeden Hunz und Kunz rein in der guten Stube, aufgenommen haben. Auch bei Killary und Trump Bauchschmerzen teile ich.

 

Ach ja, dass der Gast bei Peter Voß ist. Warum hat uns der Voß das angetan.

 

Vielleicht fällt mir noch etwas ein, aber das reicht zunächst.

 

Das wird bestimmt ein guter und amüsanter Beitrag.

 

Izzeddin Musa

 

Daniela Dahn:

https://navigator.gmx.net/mail?sid=a747bf4ff3e44dd8e777a67141be63054e95958a8f9062a543208e6ba6add07d5b456d983b0ea93f3045106df85b1d65





Donnerstag, 20. April 2017

Tagung "Nahost im Spannungsdreieck"

Die Evagelische Akademie Tutzing war, während der Zeit von Dr. Greiner, als Leiter der Akademie, mit dem ich mich gut verstanden habe, bekannt für Meinungsvielfalt und -freiheit. Das zeichnete sie stets aus und so habe ich sie immer gekannt. Für mich, und meistens mit Familie angereist, wurde immer im Schloß für Unterkunft reserviert. Einer der Mitarbeiter damals, Dr. Jochen Wagner, war sehr zionistisch angehaucht und israellastig. Öfter gab mit ihm ein Eklat, jedoch wurde er von Dr. Greiner im Zaun gehalten. Meinungsfreiheit hatte stets dort Vorrang, obwohl viele Zionisten an Tagungen teilgenommen hatten. Beim Verlauf der Tagungen über den Nahost-Konflikt tendierten die Teilnehmer für die Anliegen der Palästinenser, da sie, ob Palästinenser oder Deutsche, die referierten oder zu Wort kamen, hatten stets die besseren Argumente. Sie argumentierten immer mit dem Völkerrecht, Menschenrechte, Genfer Konvention, Resolutionen der Staatengemeinschaft u.a.m. wogegen die zionistische Seite und ihre Sayanim mit Scheinargumenten leer da standen. 

Es scheint, dass sich in der Akademie inzwischen eine Umwandlung vollzogen zu haben, deshalb schrieb ich untenstehende Mail an den gegenwärtigen Leiter, Herr Hahn, der, eine genehmigte Tagung wieder stornierte!!!

  • Von: Izzeddin Musa
  • An: hahn@ev-akademie-tutzing.de
  •                                                                                                                       19.04.2017 um 17:20 Uhr 
    Sehr geehrter Herr Hahn,
    seit Anfang der neunziger Jahre, als Dr. Friedemann Greiner die Evangelische Akademie Tutzing leitete, war ich dort eine Art Dauergast, wenn es um Themen des Nahen Ostens ging. Es fand stets eine offene Diskussion und Dialog statt. Die freie Meinungsäußerung hatte dort absolute Priorität, auch wenn des öfteren heftige Diskussionen stattgefunden haben. Die Evangelische Akademie in Tutzing war das Mekka für Intellektuelle und angesehene Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und anderen Sparten.

    Durch einen Schwerstunfall im Jan. 2008 bin ich nun verhindert, an Tagungen dort teilzunehmen. Inzwischen ist Dr. Greiner in den verdienten Ruhestand gegangen und Sie folgten ihm als Leiter. Nun höre ich, dass Sie, dem Druck der Israellobby nachgegeben haben und, eine bereits geplante Tagung über die Nahost-Problematik, wieder storniert haben.
    Dieses Vorgehen schockierend betrachte ich als eine massive Schädigung für den Ruf und die Meinungsfreiheit, die Ihre Akademie stets hochgehalten und praktiziert hat. Der freie Dialog zur Verständigung bringt die Menschen einander näher und wirkt Friedensfördernd. Sie dürfen solche Tagungen nicht zum Schweigen bringen. Bitte bewahren Sie das Erbe der Akademie zur freien Meinungsäußerung und zerstören Sie sie nicht. Das wäre durch nichts zu entschuldigen.

    Ich hoffe, Sie handeln in diesem Sinne, wofür ich Ihnen bereits heute danke, wenn Sie den Druck von Außen, der Rufschädigend wirkt, widerstehen werden.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Dr. Izzeddin Musa
    Anschrift u. Kontaktdaten

    Kommentar und Zuspruch eines Freundes:

    Lieber Izzedin,

    Dein Brief an Herrn Hahn ist exzellent! Denn Du öffnest ihm die von ihm vorher offensichtlich bereits zugeschlagene Hintertür.... Inch'a Allah!

    Liebe Grüße

    Günter


    Ich möchte hier den Brief von Prof. Moshe Zuckermann, der als Referierender eingelanden war, wiedergeben:


    Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Koebner Chair, emeritus
                                                                                                                   
    19. April 2017

    Herrn
    Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm
    Herrn
    Akademiedirektor Udo Hahn

    Sehr geehrter Herr Landesbischof Bedford-Strohm, sehr geehrter Herr Hahn,

    für den 12. bis 14. Mai 2017 hatte die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie München und der Petra Kelly-Stiftung ein Symposium zum Thema "Nahostpolitik im Spannungsdreieck. Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für deutsche Politik?" geplant. Zu dieser Tagung wurden wir, friedensbewegte Israelis und Palästinenser, wie auch deutsche Politiker, Journalisten und Intellektuelle von den Veranstaltern eingeladen.

    Am 12. April erreichte uns die Mitteilung von Frau Dr.  Ulrike Haerendel aus Tutzing, dass nach schwierigen Diskussionen und heftiger Kritik Herr Direktor Hahn das Tagungsprojekt verschoben hat. Auf der Website der Evangelischen Akademie Tutzing wurde dann erklärt, dass es „nicht gelungen ist, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen.“ Das Programm stand jedoch bereits im Februar d.J. fest.

    Wir fragen uns, von wem die Kritik gekommen ist, und vor allem, warum diese späte Kritik zur Stornierung der Tagung führen konnte. Es ist anzunehmen, dass es sich hier um einen weiteren Versuch handelt, die kritischen Stimmen aus dem Nahen Osten auch in Deutschland zum Schweigen zu bringen.

    Wir, die zur Tagung eingeladenen Intellektuellen aus Palästina und Israel, sind davon überzeugt, dass die Zukunft unserer Völker auf der Hoffnung beruht, über den Dialog zur Verständigung zu kommen, und dass wir auf Zusammenarbeit angewiesen sind . Wir sind nicht alle derselben politischen Meinung, wissen aber, dass der Weg zur Lösung des Nahostproblems nur über offene Diskussionen führen kann. Der Zustand der Besatzung und der seit einem halben Jahrhundert existierende Status quo führen ins Desaster. Eine solche Tagung der intensiven Begegnung hätte eine seltene Gelegenheit zur Diskussion geboten. Bekanntlich ist das in Israel oder in Palästina wegen der politischen Umstände unmöglich.

    Die Begründung für die Absage der Tagung lässt vermuten, dass sich unsere deutschen Gastgeber an die Haltung der offiziellen israelischen Politik angepasst haben, die die Befürworter des Friedens für illegitim hält. Das betrübt und schockiert uns. Statt von Europa aus die Friedensbemühungen zu unterstützen, wird hier gegenüber den Hardlinern nachgegeben. Wir betrachten das nicht als einen Beitrag zum Frieden, sondern vielmehr als eine Fortsetzung der Konfliktlogik, die schon seit Jahrzehnten zu keinem Ergebnis führt.

    Dass eine deutsche evangelische Akademie in einem Land, dessen Verfassung die Meinungsfreiheit fest verankert hat, daran teilnimmt, die Meinungsfreiheit von Friedensbewegten aus dem Nahen Osten zu verletzen, bestürzt uns. Die israelische Besatzungspolitik zu kritisieren und das palästinensische Recht auf nationale Selbstbestimmung zu befürworten, ist nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen und somit durch die Meinungsfreiheit geschützt.

    Die späte und plötzliche Stornierung der Tagung kann also aus sachlichen Gründen nicht gerechtfertigt werden. Wir bringen hiermit unsere Bestürzung zum Ausdruck und werden uns darum bemühen, die Diskussion um diese Entscheidung in die deutsche Öffentlichkeit hineinzutragen.  

    Mit freundlichen Grüßen


    gez. Moshe Zimmerman


    Diesen Brief, der ihnen in Englisch vorgelegen hat, unterzeichnen auch:

    Salim Altori, israelisch-beduinischer Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsberater, Rahat
    Bassam Aramin, palästinensischer Sprecher des „Parents Circle – Families Forum“, Ramallah
    Ali Abu Awwad, palästinensischer Aktivist und Pazifist, Mitbegründer der „Roots“, Beit Ummar
    Avraham Burg, Israelischer Autor und Politiker (1999 – 2003 Sprecher der Knesset), Nataf
    Robi Damelin, israelische Sprecherin des „Parents Circle – Families Forum“, Ramat Efal
    Mohammad Darawshe, Friedens- und Konfliktforscher, Director of Planning, Equality and Shared Society in Givat Haviva
    Lizzie Doron, Schriftstellerin, Tel Aviv, Israel
    Shaul Judelman, israelischer Siedler, Rabbiner, Lehrer und Friedensaktivist, Tekoa
    Sulaiman Khatib, palästinensischer Mitbegründer von „Combatants for Peace“, Ramallah
    Oren Yiftachel, Professor für politische Geographie, Stadtplanung und Politikwissenschaft an der Ben-Gurion-Universität des Negev, Beersheva
    Yehudit Yinhar, israelische Künstlerin und Berliner Repräsentantin von Combatants for Peace, Berlin
    Ziad Abu Zayyad, Rechtsanwalt, ehem. Mitglied der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mitherausgeber des “Palestine-Israel Journal”, Al-Eizariya


    Ich habe von Herrn Hahn folgende Antwort 03.05.2017 bekommen: 

    Sehr geehrter Herr Dr. Musa,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bitte um Nachsicht, dass ich mich erst heute bei Ihnen melde. Dies gleich vorweg: Ich verstehe Ihre Enttäuschung, dass eine Tagung nicht stattfindet, die bei Ihnen so große Erwartungen geweckt hat.

    Erlauben Sie mir bitte, dass ich zunächst wiederhole, was ich zum Thema bereits an anderer Stelle ausführte:

    „Die Evangelische Akademie Tutzing bietet einen Raum für den unvoreingenommenen Diskurs. Ihre Aufgabe ist es, die Suche nach Lösungen von Themen und Konflikten zu fördern. In Wahrnehmung dieses Auftrags hat sich die Akademie in ihrer 70-jährigen Geschichte zu einem geschätzten Ort entwickelt, von dem zahlreiche Impulse ausgegangen sind. Um Verständigung zu fördern, plante die Akademie – zusammen mit Kooperationspartnern – vom 12. bis 14. Mai die Tagung „Nahost im Spannungsdreieck. Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für die deutsche Politik?“ durchzuführen. Wir haben uns jetzt entschieden, diese Tagung zu verschieben, da es uns nicht gelungen ist, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen. Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufgreifen.“

    Tatsächlich kommt es immer mal wieder vor, dass wir Tagungen verschieben. Bei achtzig, neunzig Veranstaltungen pro Jahr aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien, Theologie, Philosophie usw. ist das beinahe unvermeidlich. Die Qualitätssicherung unserer Arbeit ist hier unser Leitmotiv. Dabei kann es auch dazu kommen, dass wir – wie im konkreten Fall – am Ende zu einer anderen Auffassung kommen, als unsere Kooperationspartner. Die daraus entstehenden Fragen diskutieren wir auch in jedem anderen Fall intern. Und so bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich auf die Fragen, die Sie mir stellen, hier nicht näher eingehen möchte.

    Generell wünsche ich mir in der aktuellen Debatte einen gemäßigteren Ton. Die Enttäuschung verstehe ich, aber es gibt keinen Grund, unser Haus neuerdings als Ort der Unfreiheit zu brandmarken. Wer unsere vielfältigen Veranstaltungsangebote kennt, weiß, was wir bieten. Aus dem Scheitern eines Vorhabens derartige Schlüsse zu ziehen, halte ich nicht nur für unangemessen – ich weise sie auch entschieden zurück.

    Vielmehr halte ich es für zwingend, dass wir uns gemeinsam um Verständigung bemühen. Wie ich aus dem aktuellen Anlass lerne, ist genau dies besonders schwer. Dass es uns nicht gelungen ist, die Vermittlerrolle so auszuüben, dass sich alle eingeladen und wertgeschätzt fühlen, schmerzt mich persönlich sehr. Zugleich hoffe ich, dass mit gemeinsamen Bemühungen wahr wird, was der Volksmund so reimt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Udo Hahn


    Udo HahnAkademiedirektor


    Am 05.05.2017 habe ich erwidert:


    Sehr geehrter Herr Hahn,

    vielen Dank für Ihre Antwort.

    Dass Sie die Tagung mit der Begründung, „es sei nicht gelungen, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen", verschoben haben, wie sie schreiben, ist schwer nachvollziehbar. Denn die geladenen Referentinnen und Referenten sind alle ausnahmslos auf internationalem Terrain namhaft und mit makellosem Leumund, darunter  die Professoren Zuckermann und Zimmermann, Ziad Abu Zayyad, Avraham Burg, Lizzie Doron, Sulaiman Khatib, Bassam Aramin, Robi Damelin; Yehudit Yinhar, Salim Altori, Prof. Oren Yiftachel u.v.a.m. So eine hochrangige  Zusammenstellung werden Sie m. E. nicht mehr hinbekommen.

    Die Vermutung liegt nahe, dass Druck von außen die Ursache ist, so dass sich die deutschen Gastgeber soweit an die Haltung der offiziellen israelischen Politik angepasst haben.

    Ihre Beschwichtigung: „Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufgreifen“, lässt erahnen, dass die Verschiebung auf den Sankt Nimmerleinstag gelandet ist. Denn, in diesem Jahr, soweit ich erfahren konnte, gibt es keine Termine mehr.

    Mit dieser Haltung hat die hoch gehaltene Meinungsfreiheit von der Akademie   großen Schaden erlitten.

    Wenn Sie schreiben: „Generell wünsche ich mir in der aktuellen Debatte einen gemäßigteren Ton. Die Enttäuschung verstehe ich, aber es gibt keinen Grund, unser Haus neuerdings als Ort der Unfreiheit zu brandmarken. Wer unsere vielfältigen Veranstaltungsangebote kennt, weiß, was wir bieten. Aus dem Scheitern eines Vorhabens derartige Schlüsse zu ziehen, halte ich nicht nur für unangemessen – ich weise sie auch entschieden zurück“, diesen verallgemeinerten Vorwurf lasse ich nicht auf mir sitzen und weise ihn entschieden zurück. Ich habe den Eindruck, Sie haben mein Schreiben nicht richtig gelesen. Ich erlaube mir zu empfehlen, meine Zeilen noch einmal genau zu lesen. Aber wenn Sie ein Standardschreiben mit diesem Satz verfasst haben, den Sie an jeden Protestierer schicken, kann ich dieses Vorgehen, mit Verlaub, nur als Armutszeugnis betrachten. Ich habe versucht, eine Tür offen zu lassen, aber Sie haben sie ohne Bedenken zugeschlagen.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf Eklats während mancher Tagungen hinweisen. Dr. Jochen Wagner war auch zu Zeiten Dr. Greiners ein Mitarbeiter der Akademie. Wie es den Teilnehmern erschien, war er der israelischen Besatzungspolitik bestens angepasst. Den Ruf von zionistischen Tagungsteilnehmern folgend, kontrollierte er ausgelegte Informationen und Bücher auf ihren israelkritischen Inhalt und sorgte damit für Eklats und Kontroversen. Der Leiter der Akademie Dr. Greiner hielte ihn stets im Rahmen und ließ souverän die Meinungsfreiheit für alle gleichermaßen gelten. Dr. Wagner ist immer noch ein Mitarbeiter der Ev. Akademie.

    Ich wünsche der Akademie ein Zurück zu alten Zeiten. 

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Izzeddin Musa


    Hier ein Link in gleicher Sache:
      
     

    Mittwoch, 12. April 2017

    Auch Donald Trump ist nur eine Marionette und Befehlsempfänger



    Seit dem Rausschmiss des Beraters für Nationale Sicherheit, General Michael T. Flynn, war klar, wer das Sagen in Washington hat. Das dokumentiert das Ausmaß des Einflusses der politisch-militärischen Elite auf den Präsidenten und liefert gleichzeitig den Beweis dafür, dass dieselbe nicht auf  Verständigung mit Russland programmiert ist. Beim Namen genannt, sind das die Falken und Eiferer Generäle im Pentagon, der "Zionist Occupied"-Kongress und die CIA. Die „Drei“ Mafia-Musketiere können es immer noch nicht verdauen, dass Barack Hussein Obama sich aus der Nahostregion rausgehalten und das Zepter in Syrien an Russland abgegeben hatte. 

    Das US-Imperium beharrt darauf, die Welt zu beherrschen und zu führen. Aber, eine Macht, die die Führung und die Herrschaft der Welt beanspruchen will, muss gerecht sein und absolut konform mit dem Völkerrecht handeln. Das Imperium muss auch alle Staaten und Länder, groß oder klein, stark oder schwach, reich oder arm, auf gleicher Augenhöhe begegnen. Das US-Imperium ist das Allerletzte, dass diesen Anspruch erheben darf. Es befindet sich mindestens seit 1990 im völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz gegen Gott und die Welt. Frühere Kriegseinsätze werden hier zunächst vernachlässigt. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben nie Freunde, wollen auch keine. Sie sind Pragmatiker und nur den eigenen Vorteil erpicht. Das kann nicht auf Dauer funktionieren, und der Schuss geht nach hinten los.

    Russland hätte, wenn es wollte, das Recht auf die Führung erheben können. Denn es hat bei allen seinen Handlungen und Tun das Völkerrecht stets vor Augen und versuchte, nicht den anderen Partner zu übervorteilen. Dank der Besonnenheit seines Präsidenten Wladimir Putin handelt man dort nach der Devise: Nehmen und Geben und keiner soll übervorteilt werden. Nur so können Frieden und Respekt auf Gegenseitigkeit gebildet werden. 

    Auch die Giftgas-Angriffe von Ghuta bei Damaskus im August 2013 bis Khan Scheichun am 4. April 2017 sind unter die Kategorie Fake-News zu stellen. Nämlich, die mächtigen „Drei“ Falken haben Trump verdeutlich, dass Amerika die Region auf keinen Fall verlassen darf. Die Lakaien und Bediensteten, Saudi Arabien und Qatar als Finanziers, angeführt vom osmanischen Lügen-Sultan am Bosporus, wurden angewiesen, die Mörderbanden von Al-Nusra-Front den Befehl zum False-Flag-Chemieangriff zu erteilen. Und so geschah es, wie „Gott will“. Blitzschnell schnappte die Falle zu, wie die Neo-Cons in Washington meinten und der Einsiedler im Trump Tower änderte schnell seine Meinung, anstatt Daesh zu bekämpfen, sollte Assad beseitigt werden. Regime Change stand wieder einmal auf der Tagesordnung. Den Sinneswandel bei Trump haben die berühmten „Drei Musketiere“ bewirkt. Dass sie nichts Gutes im Sinne haben, beweisen die nun wieder aufgenommenen Waffenlieferungen an die Verbrecher- und Mörderbanden.

    Schüsse ins eigene Knie

    Die Regierung in Syrien und ihre Freunde, Russland, Iran und Hisbollah haben es absolut nicht nötig, bei ihren täglichen Siegen und Gebietsgewinnen, die sie gegen den sogenannten islamischen Staat, Al-Nusra-Front und ihresgleichen erringen können, solche Giftgas-Angriffe zu starten. Abgesehen davon, dass man geächtet wird und der Leumund auf internationalem Parkett stark leiden würde, hinzu kommt, dass das menschliche Leid  jeden normalen Menschen tief bewegen würde.

    Man wundert sich nur über das geheuchelte Mitgefühl der Amerikaner für die Giftgas-Opfer. Haben sie etwa die eigen produzierten Millionen-Menschenopfer betrauert, die durch ihre völkerrechtswidrigen Kriege getötet wurden? Man vergesse nicht die uranangereicherten Bomben, die sie über dem Irak abgeworfen haben und die Spätfolgen, worunter man  bis heute und noch in die Zukunft leiden wird. Agent Orange in Vietnam lässt grüßen! Dort haben sie Menschen und Erde verbrannt, vergiftet und vernichtet. Auch die Drohnenmorde von ganzen Hochzeitgesellschaften können nicht vergessen werden. Die Liste grausamer Beispiele amerikanischer völkerrechtwidriger Kriege gegen die Menschlichkeit lässt sich noch endlos fortsetzen. Die unrühmliche Rolle der "Lügenpresse", ob dort oder hier, besteht darin, sich stets auszuschweigen, um die Schandtaten unter dem Teppich zu kehren. 

    Es ist so gut wie sicher, dass der Raketenangriff gegen Syrien bereits vor dem Giftgas-Angriff geplant war. Kaum war er passiert, schlugen die Tomahawk-Raketen in Syrien ein, wohl ohne ein UN-Mandat und bevor irgendeine neutrale Untersuchung stattgefunden hat. Trump wurde bedrängt, gehorchte und wurde auf Linie gebracht. Sein Gerede, er hätte nun seine Meinung nach dem Giftgas-Angriff über Syrien geändert, ist lediglich eine hohle Phrase.

    Die USA wollten mit diesem Schlag viele Botschaften senden. Fangen wir mit dem Fernen Osten an. 1950 bis 1953 haben die USA und UN-Truppen Nordkorea und China angegriffen. Und heute wollten sie dem jungen Staatschef Kim Jong-Un zeigen, sie können es wieder tun. Wie allgemein bekannt, lässt sich der nordkoreanische Diktator sich vom Säbelrassel der Amerikaner nicht beeindrucken, hat den völkerrechtswidrigen Angriff gegen Syrien scharf verurteilt und bereitet sich für mögliche Unüberlegtheiten der Amerikaner vor. Diese Botschaft schlug fehl und kam nicht wie gewünscht an.
    Kim Jong Un trotzt Amerika

    Die  zweite Botschaft galt dem selbstbewussten Staatspräsidenten Chinas Xi Jinping, der sich in Washington auf Staatsbesuch bei Trump befand. Trump wollte ihm mitteilen, wir könnten dasselbe mit euch tun. Aber der Staatspräsident hatte für dieses Message nur ein müdes Lächeln.

    Ein politisches Ziel der USA lag darin, die Verbindung Moskaus zu Teheran durch zu brechen. Das Gegenteil haben sie jedoch erreicht. Moskau und Teheran haben daraufhin ihre Beziehungen noch strategischer gestaltet, rückten noch enger zusammen und haben unmissverständlich erklärt, die Terroristen noch entschlossener zu bekämpfen und zu eliminieren. Auch an die Terror-Paten USA  und die, in ihrem Fahrwasser versteckten Quislinge, England, Frankreich und Deutschland gerichtet, gefolgt vom Befehlsempfänger am Bosporus und die "Kameltreiber" am Golf, an vorderster Front Saudi Arabien, sollte diese Botschaft gehen. Beide haben auch klar, deutlich und eindringlich an die Adresse der Angreifer gerichtet, erklärt: “Jeder weitere Angriff, von welcher Seite auch immer, wird mit aller Härte und Entschiedenheit zurück geschlagen“.

    Mit diesem Angriff wollten die USA ihre Gegenwart dort bestätigt sehen und die Botschaft an Putin vermitteln, ohne uns geht nichts. Wir, die USA, wären zwar zu diplomatischen Verhandlungen bereit, allerdings unter US-Führerschaft, was soviel heißen soll, wir spielen die erste Geige hier and „We make Amerika great again“. Die Antwort aus Moskau konnte nicht deutlicher ausfallen. Russland hat daraufhin jede Kommunikation und Koordination in Syrien mit den USA eingestellt und machte sofort alle Tore ihrer Waffenarsenale für Syrien weit auf. Danach kann keine einzige US-Rakete dort heil ankommen und kein einziger Flugkörper den syrischen Luftraum unbeschadet mehr verlassen.

    Erwähnenswert, im Zusammenhang der UN-Debatte mit dem Chemieangriff, ist der starke Auftritt des neuen russischen UN-Botschafters, insbesondere als er den Briten der Lüge und der Doppelmoral bezichtigte und die Leviten sehr deutlich gelesen hatte. Es kommt noch schöner, als der bolivianische Botschafter in Amerika, mit Wort und Bild  die Irak-Lüge des Colin Powells vorgeführt hat. Was für eine Schande für die USA! Aber sie haben ein dickes Fell, wenn es um den eigenen Vorteil geht.  

    Will und kann Trump und die mafiösen Hintermänner den „Heißen Krieg“ riskieren?  Ich glaube nicht, dafür sind sie zu feige. Allerdings kann der Besuch des US-Außenministers Rex Tillerson am 11. April in Moskau als ein Versuch zur Deeskalation verstanden werden, um die Wogen wieder zu glätten. Er wird versuchen, die Kooperation zur Terrorbekämpfung wieder anzukurbeln und den Dialog zur Findung einer diplomatischen Lösung mit Assad zu suchen. Sicher ist aber auch, dass der US-Griff nach der Führerschaft nur noch ein Wunschtraum bleiben wird. Dafür werden Moskau und Teheran schon sorgen.  

    Wachtberg, 8. April 2017 


    Nachdem der Beitrag am 8.4. auf dem Blog   (FREIE PALÄSTINA-STIMME - IZZEDDIN MUSA) eingestellt wurde, hat sich, nach dem G7-Treffen im italienischen  Lucca, eine 180-Grad-Kehrtwendung beim US-Außenminister Rex Tillerson vollzogen. Die Ereignisse haben sich überschlagen und ein Nachschlag erwies sich als notwendig. 

    Im Abschlusskommuniqué heißt es: Die Außenminister haben sich für ein Ende der Ära Bashar Al-Assad ausgesprochen. Eine politische Lösung in Syrien kann nur ohne Assad geben, hieß es weiter. Mit dieser Botschaft ist Tillerson am 11.4. nach Moskau geflogen. Wenn er glaubt, er könnte damit Russland die Pistole auf die Brust setzen und drohen, irrt er sich  gewaltig und schadet damit den USA. Mit seiner Botschaft ist eine Eskalation mit Russland und seinen Verbündeten vorprogrammiert. Statt aufgetane Gräben, bei der Visite des einstigen "Zweck"-Freundes Tillerson in Moskau, zuzuschütten, wurden sie nun tiefer und breiter. Die Regierungs-Marionetten in Washington sind bereits auf Linie.  

    Dem russischen Präsidenten Putin liegen geheimdienstliche Informationen vor, dass  Militante und Terroristen in verschiedene Regionen Syriens Kampfstoffe einsetzen werden, um die USA zu neuen Angriffen auf die syrischen Regierungstruppen zu provozieren. Davor hat Putin gewarnt. Die Fronten sind verhärtet, die Gefahr wächst und die Situation kann außer Kontrolle geraten. Wenn es knallt, werden wir in Europa die ersten Opfer sein. Haben die Europäer schon daran gedacht? 

    Die G7 wollen mit aller Macht versuchen, die Allianz zwischen Russland-Iran-Syrien und der Hisbollah auseinander zu sprengen. Das nicht erklärte Ziel der „Sieben“ ist, die Sicherheit, Existenz und Hegemonie Israels in der Region zu etablieren und zu festigen. Die Rolle Mahmoud Abbas besteht hier darin, die Reste der Krümel Palästinas an Bibi Netanyahu förmlich zu übergeben. Dafür darf er mit  seiner korrupten Verräterbande in Ramallah bleiben und sich gar „Präsident“ titulieren lassen. Als Bedienstete, Helfer und Helfershelfer bei dieser Schandtat bieten sich die Satelliten Saudi Arabien, Qatar, die VAE, Türkei und der stets bettelnde „Prostituierte“ König Abdallah von Jordanien an. Er bot an, Syrien von der Südflanke her, gemeinsam mit den USA, England und Frankreich und mit den bereits genannten Quislingen aus der Region, anzugreifen, um die Assad-Regierung zu stürzen. Die Chamäleon-Wandelbarkeit des Monarchen hat er sich sicherlich beim türkischen Sultan Erdogan abgeguckt.

    Dass die Araber, nach „Mission accomplished“ dran kommen werden, haben sie nicht gedacht, dass es ihnen danach an den Kragen geht. Das Märchen von den drei Pferden und der Wolf ist bestes Beispiel.

    Die Besserwisser auf dem G7-Gipfel haben sich Folgendes ausgedacht: Wenn die Entente zwischen Russland und seine Verbündeten gesprengt ist, wird Syrien aus den Angeln gehoben. Hisbollah ist dann isoliert und zerfällt als Nebenprodukt. Die westliche Allianz mit Israel, im Fahrwasser die Sklaven aus der arabischen Welt, die den ehemaligen Feind Israel, aber gegenwärtiger Verbündeter, mit dem neuen Feind Iran ausgetauscht haben, wird nun den Iran angreifen und zerschlagen. Israel kann dann der Interessenwahrer für die USA in der Region sein. Danach haben die USA beide Hände frei, ihre Aggression gegen Russland zu richten. Die USA denken, so stünde ihrer Weltherrschaft nichts mehr im Wege. Aber sie haben, wie schon so oft, die Rechnung ohne den Wirt gemacht.


    Montag, 3. April 2017

    Die USA stets auf Kriegskurs

    Genf II - und was nun? 

     Die (Unfriedens-) Konferenz für Syrien in Genf, genannt Genf II, begann damit, dass die, von den UN an Iran gerichtete Einladung, vom US-Butler Ban Ki Moon wieder zurückgezogen wurde. Schließlich begannen am 22. Januar im schweizerischen Montreux eine Lachnummer und ein Schmierentheater der Sonderklasse. Die Teilnehmer: eine Regime-Delegation und als Vertreter der „Opposition“, in sich zerstrittene, aus Fünf-Sterne-Hotelgängern bestehende Kostgänger von Saudi Arabien, Qatar und Türkei. 

    Syriens Außenminister Walid al-Muallim
    Quelle: ria.ru

    Diese total inhomogene Interessenbande, die angeblich das syrische Volk vertreten sollte, hat in Syrien keinerlei Rückhalt. Die eigentliche Macht wird von saudi-arabisch finanzierten Terrorbanden ausgeübt. Mehr als ein Drittel dieser Maßanzugsbanditen kam erst gar nicht mit. Jeder ehemalige Partner versucht nun, seine Interessen auf Kosten seiner ehemaligen Verbündeten zu retten. Die Repräsentativität dieser Delegation der sogenannten "syrischen Opposition” muss in Frage gestellt werden, weil sie nur sich selbst vertritt.
     
    Oppositionelle demokratische Kräfte, die das Land erst gar nicht verlassen haben, die Reformen fordern, aber jede ausländische Einmischung strikt ablehnen, wurden erst gar nicht eingeladen. Die USA und ihre westlichen Lakaien wollen nur mit denen „verhandeln“, die sie selbst als „Opposition“ ausgesucht haben. 
     
    Bei der Eröffnungsrede erteilte der syrische Außenminister Walid al-Muallim seinem amerikanischen Widerpart eine Lektion in Demokratie, als er Folgendes an ihn richtete: “Kein Mensch auf der Welt, Mr. Kerry, kein Mensch auf dieser Welt kann die Legitimität eines Präsidenten, einer Regierung oder unserer Verfassung geben oder entziehen; nur die Syrer selbst sind dazu berechtigt, kein Anderer. Das ist ihr gutes Recht und ihre Pflicht.“ Ob Kerry das nicht verstehen wollte oder konnte, bleibt sein Problem. Aber gesessen hat das allemal. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände.
     
    S-Außenminister John Kerry
    NRhZ-Archiv
    Die USA spielen in diesem Theater eine verachtenswerte und unehrliche Rolle. Sie geben vor, Frieden stiften zu wollen, aber das ist pure Heuchelei. Für die Lakaien und Befehlsempfänger übernimmt Robert Stephen Ford, ehemaliger US-Botschafter in Syrien, die Rolle eines Stichwort- und Weisungsgebers sowie Moderators für die zusammengeschusterte Opposition. Seine Aufgabe kann man eher so umreißen: Er agitiert und versucht, jede Annäherung zu durchkreuzen und zu torpedieren.  

    Die USA haben eine Alternative zu den Mörder- und Terrorgruppen, eine sogenannte „moderate“ islamische Gruppe, genannt „Islamische Front“, gebildet. Diese Front sollte in Wahrheit nichts anderes sein als eine radikale Ansammlung von salafistisch-wahhabitischen Söldnern, bestehend aus Al-Nusra-Front und Daesh-Gruppe (steht für: Islamstaat für Irak und Syrien) sein. Der US-Kongress hat beschlossen, diese „moderate“ Mördergruppe, die die Aufgabe der Opposition einnehmen sollte, zu unterstützen und mit Waffen zu versorgen. Die USA haben doch nie ernstlich, nicht einmal im Ansatz, an eine diplomatische Lösung, die Frieden in Syrien bringen sollte, gedacht. Was sie stets von friedlich-diplomatischen Lösungen verkünden, sind lediglich Wortklaubereien und Spitzfindigkeiten. Wie soll man das sonst verstehen: jemand will Frieden fördern, gleichzeitig bewaffnet er Mörderbanden und unterstützt sie in jeder Hinsicht. Die USA können das nie wörtlich gemeint haben. Denn es geht ja um Syrien, eine Burg des Widerstands, eben eine Festung, die als Dolch im Herzen Israels gefühlt wird. Folglich haben die USA ja gesagt, aber gemeint haben sie dies nie. Denn sie sind die Beschützer Israels. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Genf II ist eine Farce und ein Deckmantel für USrael-Interessen in der Region, nicht mehr und nicht weniger.
     
    Truppen der „moderaten“ islamischen Front befinden sich bereits in Jordanien und werden von pakistanischen Offizieren militärisch auf Vordermann gebracht. Saudi Arabien hat versprochen, 40.000 bis 50.000 Söldnern zu rekrutieren und zu finanzieren, und die USA sorgen für die Bewaffnung. Vertreter dieser „moderaten“ Fundamentalisten sollten dann in Genf auch mit am Tisch sitzen. Welch ein Hohn! Die Wiederaufnahme von Waffenlieferungen der USA an Terror-Kampfverbände in Syrien kann nur mit Niederträchtigkeit beschrieben werden. Die syrische Regierungsdelegation in Genf hat scharf darauf reagiert. Das sei eine Provokation sondergleichen. Waren es nicht die USA, Russland und die UN die Initiatoren der Friedensgespräche? Schließlich endete Genf II doch ohne ein Ergebnis. Ob die nächste Runde nach etwa zehn Tagen einen Durchbruch bringen wird, ist mehr als fraglich, solange keine demokratischen Oppositionsgruppen aus dem Land an den Verhandlungen teilnehmen dürfen. Denn die gegenwärtige Opposition ist lediglich „His Masters Voice“ von USA, Saudi Arabien, Türkei und den anderen US-Lakaien am Golf.
    Sicher gilt, die USA wollen, anders als ihre Lippenbekenntnisse, das Land weiter in den Ruin treiben. Sie wollen Genf nicht zum Erfolg zu führen, und das Scheitern wollen sie dann der Regierungsdelegation anlasten. Und das alles, nur im Sinne und Interesse Israels.
     
    Glücklicherweise haben sich die Finanziers und Sponsoren des Krieges ideologisch getrennt: Saudi Arabien gegen die Muslimbruderschaft, Türkei und Qatar dafür. Deshalb liefern sich die Mörderbanden einen gnadenlosen „islamischen“ Bruderkrieg. Man kann im Nachhinein behaupten, dass all diese Terror-Gruppen zunächst Al-Qaida-Ableger, das heißt, NATO-Hilfstruppen waren, die sich wegen der Beute überwarfen.
     
    Die Besonnenheit der syrischen Regierungsdelegation lässt darauf hoffen, dass man schon heute die Verlierer von Genf II nennen kann. Es werden Saudi Arabien (inklusive Saud al-Faisal und Bandar bin Sultan alias Bandar Bush), das Gangsterduo François Hollande und Laurent Fabius, und die Doppelzüngigkeit von John Kerry und seiner Herrn im Weißen Haus und im Kongress sein.
     
    Diese gespaltene Zunge der USA, zutreffender Fransenzunge, läuft bei den internationalen Gesprächen über das iranische Atomprogramm und die erreichte Übereinkunft in Genf zur Höchstform auf. Dass die USA es mit ihren Drohungen im Interesse und für die Interessen Israels und ihre Außenregierung AIPAC, stets ernst meinen, beweist der zionistisch durchdrungene US-Senat (israelisch „occupied territory“), dem nur noch acht Stimmen fehlen, bis er alle Verhandlungen mit Iran torpedieren kann und weitere Sanktionen verhängen lässt. 
     
    John McCain war einer der Ersten, die in die Ukraine reisten, um die vom Westen unterstützten Regierungsgegner zu ermutigen und anzustacheln, gegen die demokratisch gewählte Regierung zu putschen. Auch Deutschlands unsäglicher Außenminister Westerwelle flog vor den Wahlen zur Anstachelung der Putschisten nach Kiew. Weißrussland ist der nächste Kandidat. Und Russland wird als das Dessert bis zum Schluss aufgehoben. Russland, mit seinen unermesslichen Bodenschätzen, ist das eigentliche Ziel des unersättlichen US-Imperiums. All die Scharmützel mit Syrien, Libanon, Irak und Iran, aber auch mit der Ukraine und sicherlich bald Belarus, sind nur die Vorstufen, um Russland einzukreisen und es letztendlich zu besiegen. Doch die Mörder der Indianer haben ja auch nicht gedacht, dass andere Menschen noch schlauer und intelligenter sind als sie und das Spiel längst durchschaut haben könnten. Diese bauen vor und werden den Amerikanern eine Lektion lehren, die sie nie wieder vergessen werden. (PK)
     
     
     
     
     

    "Dornenweg eines (Un-)Friedensprozesses!!!" In Madrid war der Anfang... !!!

    Zeittafel:


    30.10.-01.11.1991Erste Nahost-Konferenz in Madrid.
    23.06.1992 Itzhak Rabin gewinnt die Wahl gegen Ithak Shamir und wird Ministerpräsident.
    13.09.1993 Oslo I (Prinzipienerklärung über vorübergehende Selbstverwasltung) wird in Washington, auf dem Rasen vor dem Weißen Haus, unterzeichnet.
    04.05.1994 Gaza-Jericho-Abkommen wird unterzeichnet.
    28.09.1995 Oslo II oder Taba-Abkommen, ein Interimsabkommen über die Westbank und den Gazastreifen, wird unterzeichnet.
    04.11.1995 Jigal Amer, jüdischer Fanatiker, ermordet Rabin. Shimon Peres wird Nachfolger.
    20.01.1996 Nationalrat der Palästinenser und Arafat zum Chef der Autonomiebehörde werden gewählt.
    29.05.1996 Benjamin Netanyahu, Likud-Block, gewinnt die Wahl gegen Shimon Peres und wird neuer Regierungschef in Israel.
    15.01.1997 Hebron-Abkommen über Truppenverlegungen wird unterzeichnet.
    23.10.1998 Arafat und Netanyahu unterzeichnen das Wye River-Memorandum.
    12.12.1998 Große "Vollversammlung" der Palästinenser annulliert Passagen der PLO-Charta bei dem Besuch von Bill Clinton in Gaza.
    17.05.1999 Wahlsieg des Hoffnungsträgers (?) Ehud Barak über Netanyahu macht ihn zum neuen Ministerpräsident Israels.
    04.09.1999 Arafat und Barak unterzeichnen das Sharm el-Sheikh-Protokoll oder Wye II.
    11.07.2000 Beginn der israelisch-palästinensichen Verhandlungen in Camp David.
    25.07.2000 Die Verhandlungen in Camp David sind endgültig gescheitert.
    28.09.2000 Beginn der 2. Palästinensichen Intifada (Al-Aqsa-Intifada) nachdem Sharon, in Absprache mit Barak, mit Polizeischutz Al-Aqsa auf dem Tempelberg demonstrativ betzrat.
    07.10.2000
    Der UN-Sicherheitsrat verurteilt das gewaltsame Vorgehen Israels gegen die Palästinenser.
    14.10.2000 Krisengipfel im ägyptischen Sharm el-Sheikh.
    06.02.2000 Erdrutschartiger Wahlsieg Sharons über Barak. Sharon wird Regierungschef.
    01.04.2001 Sharon lehnt den ägyptisch-jordanischen Friedensplan ab.
    04.05.2001 Mitchell-Report fordert Baustopp für Siedlungen als Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen.
    09.06.2001 Plan vom CIA-Chef Tenet für eine Waffenruhe.
    03.01.2002 US-Vermittler Anthony Zinni trifft in Israel ein.
    24.02.2002 Friedensinitiative aus Saudi Arabien.
    11.03.2002 Reiseverbot für Arafat zum Arabergipfel in Beirut.
    12.03.2002 In der UN-Sicherheitsratsresolution 1397-2002 wird von zwei Staaten gesprochen: Israel und Palästina.
    18.03.2002 Einige Tage alter Brief Kofi Annans an Ariel Scharon wird bekannt. Darin warf der UN-Generalsekretär Israel eine "uneingeschränkte konventionelle Kriegführung" gegen die Palästinenser vor. In dem sehr scharf formulierten Brief wird Israel aufgefordert, fundamentale "Grundsätze des internationalen Rechts" zu respektieren.
    30.03.2002 Der Weltsicherheitsrat forderte in New York Israel abermals zum sofortigen Rückzug aus den Autonomiestädten auf. (Resolution 1402 [2002])
    02.04.2002 Die israelische Armee ist am späten Abend in die Stadt Dschenin eingerückt. Mindestens neun Palästinenser wurden an diesem Abend getötet.
    16.04.2002 amnesty international forderte die Untersuchung des Todes von "Hunderten von Palästinensern" im Flüchtlingslager Dschenin.
    18.04.2002 Die britische Regierung forderte Israel auf, eine internationale Untersuchung des israelischen Vorgehens im Flüchtlingslager Dschenin zuzulassen. Ähnliches forderte auch die spanische EU-Ratspräsidentschaft. UN-Generalsekretär Kofi Annan verlangte von Israel den ungehinderten Zugang humanitärer Helfer in Dschenin. Dieser Forderung schloss sich einen Tag später (19. April) Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul an.
    19.04.2002 Im UN-Sicherheitsrat wurde eine Resolution verabschiedet, wonach die Vorfälle in Dschenin aufgeklärt werden sollen.
    24.04.2002 Die UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson gab bekannt: Während der dreiwöchigen Militäroffensive wurden mindestens 217 Palästinenser getötet und 498 verletzt.
    29.04.2002 Die UN-Untersuchungskommission scheint endgültig geplatzt zu sein.
    02.05.2002 die UN-Kommission zur Untersuchung der Vorfälle in Jenin wurde aufgelöst, nachdem Israel sich geweigert hatte, die Kommission einreisen zu lassen.
    14.06.2002 Baubeginn des 110 km langen "Walls" zwischen Israel und den Palästinensern. Später soll das Bauwerk aus Mauern und Schützengräben 350 km lang und mit elektronischen Überwachungsgeräten ausgestattet sein.
    02.07.2002 Die PNA steht vor dem Zusammenbruch. Außer Jericho sind alle größeren Städte der Westbank besetzt.
    08.07.2002 Das israelische Kabinett billigte eine Gesetzesvorlage, nach der Land im Staatsbesitz nur noch Juden zur baulichen Nutzung überlassen werden darf. Nicht-Juden, in erster Linie also Araber, aber auch Christen wären damit offiziell vom Hauserwerb auf staatlichem Land ausgeschlossen. Israel verstößt damit gegen die internationale Konvention gegen rassistische Diskriminierung, die es 1979 ratifiziert hatte.
    22.07.2002 Der geistliche Führer der Hamas, A. Jassin stellte im Gazastreifen ein Ende der Selbstmordattentate in Aussicht, falls Israel seine Truppen zurückziehe sowie Liquidierungen und Häuserzerstörungen unterlasse.
    23.07.2002 Israelische Kampfflugzeuge beschossen ein Wohnhaus in Gaza-Stadt. Dabei starben 15 Palästinenser, unter ihnen acht Kinder. Der Angriff galt einem Hamas-Führer, Salah Schehade, der den militärischen Flügel von Hamas ("Issidin al Kassam") leitete. Israels Premier sprach im Anschluss an die Aktion von einem "der größten Erfolge" der israelischen Armee. Die dänische EU-Präsidentschaft nannte die Militäraktion "völlig inakzeptabel". Außenminister Fischer erklärte, die Bundesregierung sei "entsetzt" über den Angriff. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, Israel sei verpflichtet, "alles zu tun, um den Verlust unschuldigen Lebens zu vermeiden". Mit dem Raketenangriff auf das Wohnhaus habe Israel gegen dieses Credo klar verstoßen.
    05.08.2002 Die UNO-Generalversammlung hat ihre Debatte zum Thema "Illegale israelische Aktionen im besetzten Ost-Jerusalem und den übrigen besetzten palästinensischen Gebieten". Konkret wird verlangt, dass sich das israelische Militär zügig aus den palästinensischen Autonomiegebieten zurückzieht, und zwar auf die Stellungen, die die Armee "vor dem September 2000" gehalten hatte: "Der israelische Besatzung muss ein Ende gesetzt werden", heißt es wörtlich. Israel wird auch für die "fehlende Zusammenarbeit Israels" im Zusammenhang mit dem Bericht über die Vorgänge in dem Flüchtlingslager Dschenin kritisiert.
    06.08.2002 Der Oberste Gerichtshof in Israel wies den Einspruch palästinensischer Familien gegen die Zerstörung der Häuser von Attentätern in den Autonomiegebieten ab.
    26.08.2002 Der israel. Generalstabschef Mosche Jaalon fordert einen vollständigen Sieg über die Palästinenser. "Wenn wir uns nicht klar machen, dass wir diesen Krieg gewinnen müssen, dann stehen wir einer Krebsgefahr gegenüber", sagte er wörtlich.
    03.09.2002 Israels Oberstes Gericht hat ein Präzedenzurteil in Sachen Deportationen gefällt. Es erlaubte, zwei Geschwister eines militanten Palästinensers nach Gaza abzuschieben. Am nächsten Tag wurden sie abgeschoben.
    05.09.2002 Die UN-Sonderbeauftragte Catherine Bertini legte einen Bericht vor, wonach die humanitäre Lage in Palästina kurz davor stehe, außer Kontrolle zu geraten. 1,5 Mio. der insgesamt 3,3 Mio. Bewohner können danach ohne fremde Hilfe nicht mehr überleben.
    23.09.2002 UN-Sicherheitsrat tritt zusammen um über die Lage im Nahen Osten zu beraten. In der Debatte erhob UN-Generalsekretär Kofi Annan schwere Vorwürfe gegen Israel. Annan wies darauf hin, dass in den sechs Wochen vor dem 18. und 19. September (Selbstmordattentate) in Israel relative Ruhe herrschte, während die israelische Armee 54 Palästinenser tötete. Er beschuldigte Israel auch gegen das humanitäre Kriegsvölkerrecht zu verstoßen: "Ich appelliere erneut an Israel, mehr Sorge für den Erhalt palästinensischen Lebens zu tragen und sich Strategien und Aktionen zu enthalten, die der Vierten Genfer Konvention zuwider handeln."
    24.09.2002 UN-Sicherheitsrat verabschiedet eine bindende Resolution (1435), in der Israel u.a. zur Beendigung der Belagerung von Arafats Amtssitz und zu Räumung der besetzten Gebiete aufgefordert wird. Die USA enthielten sich der Stimme, da ihrer Meinung nach der palästinensische Terror gegen israelische Zivilbevölkerung in dem Dokument zu kurz komme. Die Resolution ist ein unter Mithilfe der europäischen Staaten Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Irland und Bulgarien zustande gekommenes Kompromisspapier, enthält aber doch eindeutige Aufforderungen an die israelische Seite, ihre Gewaltpolitik zu beenden. Dass die USA auf ihr Vetorecht verzichteten und sich bei der Abstimmung nur der Stimme enthielten, könnte darauf hindeuten, dass sich die USA demnächst vom UN-Sicherheitsrat als eine Art Gegenleistung eine Zustimmung zu einer harten Irak-Resolution erhoffen. Die USA hatten zunächst einen eigenen Entwurf eingebracht, von dem schließlich auch einige Punkte in die nun vorliegende Resolution aufgenommen wurden.
    Die israelische Regierung erklärte, sie werde der UN-Resolution nicht folgen.
    09.10.2002 Eine Delegation des Roten Kreuzes, stellte eine katastrophale humanitäre Situation in den Autonomiegebieten fest. Die Lage sei so schlimm wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
    30.10.2002 Die Likud-Partei brachte einen Gesetzentwurf ins Parlament ein, der die Zusammenarbeit mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal weiter einschränkt. Israelis, die Informationen über israelische Menschenrechtsverletzungen in den Palästinensergebieten an das Tribunal weitergeben, sollen künftig mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden können. Nach einem Bericht der Tageszeitung Haaretz vom 30. Oktober soll allen Israelis verboten werden, "jegliche Informationen, sei es in Schriftform, Fotografien, Dokumente, Meinungen oder Berichte" an die Haager Richter weiter zu geben. Der Gesetzentwurf richtet sich vor allem gegen die Friedensorganisation Gusch Schalom (Friedensblock). Diese hat es sich unter der Führung des Journalisten Uri Avneri zum Ziel gesetzt, Menschenrechtsverletzungen in den Palästinensergebieten anzuprangern. Avneri warf der Likud-Partei am Mittwoch vor, die Friedensaktivisten mundtot machen zu wollen. In einer Erklärung Avneris heißt es, die Regierung Sharon mache Israel durch das geplante Gesetz zum "internationalen Pariah (Unberührbaren)".
    04.11.2002 amnesty international hat die israelischen Streitkräfte schwerer Kriegsverbrechen während der Militäroffensive im Westjordanland im Frühjahr 2002 beschuldigt. Es lägen klare Beweise für Folter, Tötungen, mutwillige Häuserzerstörung und die Misshandlung von Gefangenen vor, hieß es in dem Bericht.
    02.12.2002 Das Welternährungsprogramm (WFP) der UNO hat Israel vorgeworfen, ein Lagerhaus voller Lebensmittel für Not leidende Palästinenser in die Luft gesprengt zu haben.
    Bilanz der Intifada: Seit September 2000 starben 1911 Palästinenser infolge bewaffneter Auseinandersetzungen. 21.200 Palästinenser wurden verletzt. Auf israelischer Seite starben im gleichen Zeitraum 687 Menschen. 4.978 Israelis wurden verletzt. (Quelle: FR, 04.12.2002)