Sonntag, 17. Dezember 2017

Israel wird 65 - Zeit, in Rente zu gehen!


Globales
Israelische Haftanstalten: Massengräber für Palästinenser
Israel wird 65 - Zeit, in Rente zu gehen!
Von Izzeddin Musa


Langsam wäre es an der Zeit, dass sich das Gewissen der Welt rührt und nach 65 Jahren endlich Schluss macht mit der verlogenen Heuchelei! Am 14. Mai erreicht das von einstigen Mandatsmächten „versprochene“ Retortengebilde Israel sein Rentenalter. Es wird 65 Jahre, ist jedoch kein bisschen weise, sondern altersstarr. Es mordete und mordet und hat nie aufgehört zu morden.

Ebenfalls zum 65. Mal, nämlich am 9. April, erinnerten wir uns an das Massaker von Deir Yassin, eines der bestialischsten und grausamsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, begangen von Zionisten an wehrlosen Palästinensern. Kurz vor Staatsausrufung haben die radikal-zionistischen Terrorbanden Irgun und Lehi, angeführt von Menachem Begin, das Dorf Deir Yassin überfallen und etwa 254 Menschen abgeschlachtet. Schwangeren Frauen wurde bei lebendigem Leibe der Bauch aufgeschlitzt. Greise, Kinder und Frauen wurden getötet und in den Dorfbrunnen geschmissen. Da einige noch nicht tot waren und vor Schmerzen schrieen, haben die Mörder Bomben nachgeworfen.

In dieser Mord- und Terrorszene war Menachem Begin kein Unbekannter: Mit den gleichen Terrorbanden sprengte er am 22. Juli 1946 das King David Hotel in die Luft und tötete 176 Menschen. 1977 wurde der ehemals gesuchte Terrorist Menachem Begin Ministerpräsident von Israel. Das Massaker von Deir Yassin rechtfertigte er: „Ohne Deir Yassin wäre Israel nicht entstanden“. Diese seine „plausible“ Rechtfertigung der „Staatsgründung“ beweist eindeutig: Der Staat Israel ist entstanden auf den Gräbern von ermordeten Menschen und auf den Ruinen Hunderter ausradierter Dörfer – und seine Politik der ethnischen Säuberung hat sich bis heute nicht geändert. Nach diesen Massakern folgten einige Dutzend. 2008/2009 überfiel Israel den Gazastreifen und mordete 1500 Menschen, die meisten davon Zivilisten, Kinder, Frauen und Greise und verletzte etwa 5000, den Großteil davon schwer und mit Dauerschäden. Viele der Opfer wurden mit geächteten Phosphorbomben regelrecht verbrannt (1). Israels Hände triefen von Blut, ein Israel, das „jüdisch“ sein will, ist bis heute ein Fremdkörper im Herzen der arabischen Welt geblieben. Dieses Israel hat in der Region keine Existenzberechtigung. Es hat seine Existenzberechtigung verwirkt.

Nach all den Jahren seiner verfehlten Politik wäre es besser für alle, wenn es sein Rentenalter dort verbringen würde, woher seine Leute kamen, wieder zurück nach Russland und Birobidschan (2) – und daraus wieder „blühende Landschaften“ machen, oder zurück nach Polen, Resteuropa, USA und woher sie auch alle nach Palästina kamen, um es zu kolonisieren, oder dorthin wo der Pfeffer wächst, damit endlich Ruhe und Frieden in die Region einziehen können.   

Israel ist ein Unikum und hat sich nie geändert, und hat dies auch in Zukunft nicht vor.

In israelischen Folterkammern verstarb Maisarah Abu Hamdiyyah, ein 64-jähriger Familienvater, am 3.4.2013 an Krebs. Trotz seiner schweren Erkrankung und hohen Alters war er an Händen und Füßen gefesselt. Kurz vor seinem Tod, als sich sein gesundheitlicher Zustand so sehr verschlechtert hatte, brachte man ihn – immer noch gefesselt – ins Krankenhaus. Damit will man die Welt glauben machen, dass kranke Gefangene medizinisch ordnungsgemäß versorgt werden, was aber, wie immer, eine dreiste Lüge ist. Immer wieder wird Israel von Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen, die medizinische Behandlung von Gefangenen zu unterlassen oder bestenfalls nur eine notdürftige Versorgung zuzulassen.

Das Vorgehen Israels ist kriminell, und verstößt gegen Regeln der Genfer Konventionen I bis IV:
I. Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde.
II. Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See.
III. Genfer Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen.
IV. Genfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten.

Für die „westliche Wertgemeinschaft“ ist dies wie immer nur ein „hässliches Verbrechen“ und wie eh und je wird Israel wegen seiner unzähligen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ nicht belangt.

Wann wacht das Gewissen der Anständigen in der „Wertewelt“ auf?

Als Abu Hamdiyyah am 4.4. in Hebron zu Grabe getragen wurde, ermordete die israelische Armee kaltblütig zwei weitere junge Männer. Am 04.04. erhielt ich diese Nachricht:

Liebe Freunde,
gerade habe ich von unserem EAPPI-Teammate Roland Hortlund aus Tulkarem folgende Informationen bekommen, die das Geschehen gestern am 3.4. etwas durchsichtiger machen:
Gegen 22 Uhr (am 3.4.) näherten sich vier junge Männer (17 bis 21 Jahre) dem Wachturm am Anabta Checkpoint bei Tulkarem. Die Überlebenden behaupten, sie hätten nichts Verbotenes getan, die Soldaten sagen dagegen, sie hätten Molotowcocktails geworfen und sogar geschossen. Daher eröffnete die Soldaten der IDF (Israeli Defense Force) das Feuer mit scharfer Munition und trafen den ersten direkt ins Herz, so dass er sofort starb. Der Zweite bekam einen Schuss in den Unterarm, der Dritte, ebenfalls verletzt, wurde aber festgenommen, über ihn gibt es daher keine weiteren Informationen. Der Vierte wurde in den Rücken neben der rechten Schulter getroffen, die Kugel durchschlug den Körper und trat neben seiner Brust aus. Der Junge konnte entkommen. Gegen 3 Uhr 45 am 4.4. wurde er gefunden, gestorben an seinem hohen Blutverlust. Der Junge, der in den Arm geschossen wurde, kam ins Krankenhaus nach Tulkarem. Als der Vierte vermisst wurde, verbot die IDF, nach ihm zu suchen.
Die Freiwilligen von EAPPI erhielten gegen 23 Uhr am 3.4. von ihrer Kontaktperson Abdulkarim Dalba den Anruf, der sie über das Geschehen informierte. Ihr Kommentar zu den Behauptungen der IDF: Es ist nicht vorstellbar, dass sich Palästinenser einem Wachturm nähern, ohne vorher von den Soldaten daran gehindert zu werden. Hätten sie tatsächlich Molotowcocktails geworfen - was gegen einen Wachturm aus Beton überhaupt keinen Sinn macht -, so hätte man entsprechende Spuren an ihren Händen finden müssen. Der schwedische Freiwillige Roland Hortlund fügte hinzu: "Der angeschossene Junge musste Todesängste ausgestanden haben. Wohin hätte er flüchten können? Wie hätte er sich in Sicherheit bringen können? Er verblutete, ohne dass ihm jemand hätte zu Hilfe kommen dürfen."
Mit der Bitte um Weiterleitung
Ekki 
--
Ekkehart Drost

... und wann rührt sich endlich das Gewissen der Anständigen?

Vor Abu Hamdiyyah verstarb am 25. Februar der Palästinenser Arafat Dscharadat, bereits nach nur einer Woche Foltergewalt, im israelischen Gefängnis Megiddo. Der 30-jährige Familienvater von zwei kleinen Kindern, seine Frau erwartet das dritte Kind, wurde zu Tode gefoltert. Die Todesursache „extreme Folter“ wurde von dem palästinensischen Pathologen Saber Alul bestätigt, der auch bei der Autopsie Arafat Dscharadats, die von israelischen Experten durchgeführt wurde, anwesend war. Israel jedoch teilt der Öffentlichkeit mit, der Häftling sei an Herzversagen gestorben. Dieser Lüge wird von der Familie Dscharadat vehement widersprochen, denn Arafat Dscharadat war vor seiner Inhaftierung stets bei bester Gesundheit gewesen.

Israel hatte den jungen Familienvater festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt mit der Begründung, er habe Steine auf Israelis geworfen. Mon Dieu, welch ein Verbrechen!?!
Nach Dscharadats Foltertod waren mehr als 4500 palästinensische Häftlinge für einen Tag in den Hungerstreik getreten. Damit keine Protestaktionen im Westjordanland entstehen, forderte Benjamin Netanyahu seinen palästinensischen Polizeichef und Ordnungshüter Mahmoud Abbas auf, er möge gefälligst für Ruhe sorgen.

Am 22. März überfielen schwerbewaffnete Soldaten der israelischen Besatzungsarmee eine Grundschule in Hebron und nahmen 27 Kinder (!) im Alter zwischen sieben und fünfzehn Jahren fest. Diese kleinen „Schwerverbrecher“ sollen die Sicherheit des Retortengebildes Israel bedroht haben, weil sie Steine gegen die bewaffneten israelischen Soldaten geworfen haben.

Seit knapp neun Monaten befindet sich der 33-jährige Samer Issawi in einem israelischen Gefängnis im Hungerstreik aus Protest gegen seine Haftumstände und weil auch er ohne formelle Anklage festgehalten wird; man rechnet jeden Moment mit seinem Tod. Samer Issawi war 2011 bei einem Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas freigekommen, im vergangenen Jahr aber wieder eingekerkert worden. Über die grenzelose israelische Grausamkeit hat auch er Erschreckendes zu sagen. (4)

In den zehn israelischen Gefängnissen, Haft- und Folteranstalten sowie drei militärischen Internierungslagern werden die Palästinenser wie Dreck behandelt, egal ob Politiker, Volksvertreter, Arbeiter, Angestellte, Ärzte, Anwälte, krank oder gesund, alt oder jung, Frau, Mann oder Kind, unterschiedslos werden sie, meistens ohne Klagegrund, in Administrativhaft interniert, die in der Regel sechs Monate dauert, aber beliebig verlängert werden kann, was auch regelmäßig geschieht. Juristischer Beistand: Fehlanzeige. Diese staatliche Willkür kann sich nur Israel leisten, und zwar unter den Augen der „Anständigen“ dieser Welt, ohne dass deren Gewissen sich auch nur im Geringsten regt. Diese „Anständigen“, die für die Menschenrechte der Palästinenser nichts übrig haben, machen lieber verurteilten Gasprinzessinnen ihre scheinheilige Aufwartung.

Die „Anständigen“ ignorieren die in israelischen Folteranstalten einsitzenden Gefangenen, die nach Oslo 1993 hätten längst nach Hause entlassen werden müssen. Lediglich UNO-Generalsekreträr Ban Ki Moon, der normalerweise nach der US-Pfeife tanzt, hatte gefordert, dass die Inhaftierten entweder frei gelassen oder vor ein Gericht gestellt werden sollen. In den Folteranstalten befinden sich zurzeit knapp 5000 Gefangene, darunter sind Minderjährige, Frauen, Parlamentarier und ehemalige Minister.

... wann sagen die Anständigen etwas? Wo bleibt die Weltöffentlichkeit?

Es ist hier unmöglich, alle Fälle einzeln aufzuzählen, da es sich um unzählige Wiederholungen der gewohnheitsmäßigen und alltäglichen Verbrechen Israels handelt. Seit 1967 hat Israel eine knappe Million palästinensischer Menschen, aus allen Volksschichten, in seine Folter-Haftanstalten und Internierungslager gesteckt.

Was mit Kindern in israelischen Haftanstalten geschieht und was sie erleben müssen erfährt man aus dem Bericht von Unicef. (5)

Zu guter Letzt, wo keine Kläger, da sind auch keine Beschuldigte. Deshalb erscheint mir eine essentielle Frage mehr als berechtigt: Warum scheut der Präsident der „Autonomie“-behörde des geschundenen Palästina, Mahmoud Abbas, den Gang nach Den Haag, obwohl ihm dafür Israel Tag für Tag mehr als nur einen Grund liefert? Wir alle sind doch Zeugen dafür, dass sich Israel weder um die Genfer Konvention schert, noch um die UN-Charta für die Menschenrechte sowie eklatant und bewusst gegen alle nationalen wie internationalen Grundregeln, Gesetze oder Verfassungen verstößt. Warum übergibt dieser „Präsident“, dessen Amtsperiode längst abgelaufen ist, nicht endlich die Schlüssel seiner „Autonomie“-behörde an Israel, anstatt nur damit zu drohen?

Die Antwort kann nur so lauten: Abbas und seine Handlanger kriechen wie eh und je zu Kreuze. Er geht wieder einmal seine heimlichen Wege, um noch den allerletzten Rest Palästinas zu verscherbeln, und sich und seine Banditen finanziell abzusichern. Dafür nehmen sie die Erniedrigungen an den Checkpoints gerne in Kauf, denn ein Ehrgefühl kennen sie schon lange nicht mehr.

Vor kurzem war John Kerry auf Pendeltour in alle USrael-willigen arabischen Länder, um Rollen zu verteilen. Bedingung: Nichts sollte nach Außen dringen. Das lässt vermuten, dass er ihnen „etwas“ aufträgt, was den Menschen draußen nicht gefällt. Bekannt wurde indes, dass das Qatari Nilpferd Hamad bin Jassim Ende April eine Delegation aus den USrael-willigen Saudi Arabien, Ägypten, Marokko, Jordanien und Palästina, einschließlich der zahnlosen Qatar-Hamas-Connection, nach Washington führen soll, um sich einen „Frieden“ mit Israel diktieren zu lassen. Hamas zeigt sich willig und befindet sich mit ihrem neuen und alten Chef Khaled Meshal, der sich von der Option des Widerstands verabschiedet hat, nun ebenfalls auf dem Weg sinnloser Verhandlungen. Abbas, der ewige Verhandler, befindet sich in bester Gesellschaft und lässt grüßen.

Nichts Gutes kommt von den Orban (3), von Abbas und seiner Verräterbande! Jetzige und kommende Generationen in Palästina werden diese Volksverräter für alle Zeiten und durch die gesamte Geschichte hin verfluchen! Sie alle werden auf der Sondermüllhalde der Geschichte landen und entsorgt werden. Zum Teufel mit ihnen.

Das palästinensische Volk muss diese Wachsfiguren beiseite schieben und den Weg des Widerstands, der sie zu ihren verbrieften Rechten führt, unbeirrt gehen. Das steht ihnen zu. (PK)

  



Online-Flyer Nr. 403  vom 24.04.2013

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